Fehlzeiten-Report

Der jährliche Fehlzeiten-Report der AOK wertet die Arbeitsunfähigkeit ihrer Versicherten aus und beschäftigt sich jeweils mit einem aktuelle Schwerpunktthema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements – 2019 mit dem Thema „Arbeiten im Homeoffice".

Ausgewählte Ergebnisse: Arbeitsunfähigkeit

  • Im Durchschnitt hat jeder AOK-versicherte Beschäftigte 19,9 Tage aufgrund einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am Arbeitsplatz gefehlt (2017: 19,4 Tage).
  • Am häufigsten waren Atemwegserkrankungen (52,8 Fälle je 100 AOK-Mitglieder) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (34,2 Fälle je 100 AOK-Mitglieder).
  • Psychische Erkrankungen traten bei 11,4 Fällen je 100 AOK-Mitglieder auf. Allerdings ist die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren konstant angestiegen, zwischen 2009 und 2018 um 64,2 %.
  • Außerdem führen psychische Erkrankungen zu langen Ausfallzeiten. Mit 26,3 Tagen je Fall dauerten sie 2018 mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,8 Tagen je Fall.

Ausgewählte Ergebnisse: Homeoffice

  • Rund 40 Prozent der Beschäftigten arbeiten schon heute regelmäßig außerhalb ihres Unternehmens. Knapp die Hälfte davon arbeitet häufig von zu Hause aus.
  • Viele Befragte mit Homeoffice berichten von einer höheren Arbeitszufriedenheit und den Vorteilen flexibler Arbeit. Neben einer höheren Autonomie gehört für mehr als zwei Drittel (67,3 %) dazu, dass sie zu Hause mehr Arbeit bewältigen können und drei Viertel (73,7 %) schätzen daran, dass sie konzentrierter arbeiten können als am Arbeitsplatz.
  • Darüber hinaus beschreibt fast jeder Zweite (45,8 %) mit Homeoffice seinen Arbeitsaufwand außerhalb des Unternehmens als genau richtig.
  • Gleichzeitig fühlten sich laut der Befragung 73,4 % der Befragten, die häufig im Homeoffice arbeiten, in den letzten vier Wochen erschöpft. Bei Beschäftigten, die ausschließlich im Büro tätig sind, waren es nur 66 Prozent.
  • Über Wut und Verärgerung klagten 69,8 % der Beschäftigten im Homeoffice gegenüber 58,6 %; bei Nervosität und Reizbarkeit waren es im Homeoffice 67,5 % im Vergleich zu 52,7 %. Auch Lustlosigkeit, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen unterscheiden sich deutlich zwischen den beiden Gruppen.

Methodik

Veröffentlicht: September 2019
Datenstand: 2018 bzw. 2019
Nächste Veröffentlichung: 2020
Methodische Hinweise: Der Fehlzeiten-Report wird jährlich vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik herausgegeben.
Der Fehlzeiten-Report 2019 enthält detaillierte Arbeitsunfähigkeitsanalysen auf der Grundlage
der Daten von 13,9 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern, die 2018 in mehr als 1,6 Millionen
Betrieben beschäftigt waren.
Zusätzlich beschäftigt sich der Report jeweils mit einem Schwerpunktthema aus dem Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements – für den aktuellen Bericht mit dem Thema „Arbeiten im Homeoffice". Dazu wurden im Frühjahr 2019 etwa 2.000 Beschäftigte zwischen 16 und 65 Jahren befragt.