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Fehlzeiten-Report

Der jährliche Fehlzeiten-Report der AOK wertet die Arbeitsunfähigkeit ihrer Versicherten aus und beschäftigt sich jeweils mit einem aktuelle Schwerpunktthema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements – 2021 mit dem Thema „Betriebliche Prävention stärken“.

Ausgewählte Ergebnisse: Arbeitsunfähigkeit

  • Der Krankenstand im Jahr 2020 blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert und lag bei 5,4 %.
  • Im Schnitt waren die AOK-versicherten Arbeitnehmer:innen 19,9 Kalendertage arbeitsunfähig.
  • Für etwas mehr als die Hälfte aller AOK-Mitglieder (50,7 %) wurde mindestens einmal im Jahr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt
  • Das Fehlzeitengeschehen wird hauptsächlich von 6 Krankheitsarten dominiert: Im Jahr 2020 gingen mehr als ein Fünftel der Fehlzeiten auf Muskel- und Skelett-Erkrankungen (22,1 %) zurück, danach folgten psychische Erkrankungen (12,0 %), Atemwegserkrankungen (11,8 %) und Verletzungen (10,0 %) sowie Erkrankungen des Kreislaufsystems und der Verdauungsorgane (5,1 bzw. 4,2 %).
  • Im Vergleich zu den anderen Krankheitsarten kommt den psychischen Erkrankungen eine besondere Bedeutung zu: Seit 2010 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um 56,0 % zugenommen. Im Jahr 2020 wurden erneut mehr Fälle aufgrund psychischer Erkrankungen (5,4 %) als aufgrund von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen (3,5 %) registriert.
  • Die durchschnittliche Falldauer psychischer Erkrankungen war im Jahr 2020 mit 30,3 Tagen je Fall mehr als doppelt so lang wie der Durchschnitt mit 13,8 Tagen je Fall im Jahr 2020.
  • Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen verursachten weit mehr als ein Drittel der Ausfalltage (45,5 % der AU-Tage). Ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen betrug jedoch nur 5,1 %.
  • Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zufolge verursachten im Jahr 2019 712,2 Mio. AU-Tage volkswirtschaftliche Produktionsausfälle von 88 Mrd. Euro bzw. 149 Mrd. Euro Ausfall an Produktion und Bruttowertschöpfung .
  • In den Branchen Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung und Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau lag der Krankenstand mit 6,6 % bzw. 6,5 % am höchsten. Ebenfalls hohe Krankenstände verzeichnete das Gesundheits- und Sozialwesen (6,2 %), gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe (6,1 %) sowie dem Verkehr und Transport mit 5,9 %. Der niedrigste Krankenstand war mit 3,7 % in der Branche Banken und Versicherungen zu finden. 

Methodik

Veröffentlicht: September 2021
Datenstand: 2020
Nächste Veröffentlichung: 2022
Methodische Hinweise: Der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik herausgegebene Fehlzeiten-Report fokussiert seit 1999 jährlich ein aktuelles Schwerpunktthema aus dem Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. In zahlreichen Fachbeiträgen beleuchten Autoren aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Fragestellungen zum Schwerpunktthema und geben Impulse für die betriebliche Praxis. 

Zusätzlich liefert der Fehlzeiten-Report in jeder Ausgabe detaillierte Auswertungen zum aktuellen Arbeitsunfähigkeitsgeschehen und ermöglicht einen differenzierten Blick auf die Arbeitnehmergesundheit in Deutschland.