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BKK Gesundheitsreport

Der BKK Gesundheitsreport berichtet 2021 über die gesundheitliche Lage der BKK-Versicherten sowie über die Corona-Krise und deren weitreichende Folgen besonders in der Arbeitswelt. 

Ausgewählte Ergebnisse

Arbeitsunfähigkeits(AU)-Kennzahlen

  • Im Vergleich zum Vorjahr sind vor allem die AU-Fälle (-15,4%) deutlich zurückgegangen. Dagegen haben sich die AU-Tage im gleichen Zeitraum kaum verändert (-1,3%).
  • Vor allem der starke Rückgang der Kurzzeit-AU-Fälle ist für diese Entwicklung verantwortlich. Bei den – meist kurzzeitigen – Krankheiten  der Atemwege und der Verdauungsorgane, nehmen die AU-Fälle bzw. AU-Tage im  Vergleich zu 2019 am stärksten ab. Der Rückgang ist vor allem durch die Hygiene- und Abstandsregeln sowie durch die Möglichkeit zur Fernbehandlung begründet.
  • Homeoffice hat zusätzlich einen Rückgang bei den Fehltagen wegen Verletzungen bzw. Vergiftungen bewirkt.
  • Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen – überwiegend Frauen – sind häufiger als in anderen Branchen von Arbeitsunfähigkeit aufgrund von COVID-19 betroffen. Dies gilt in gleichem Maße auch für die Gesundheits- und Sozialberufe.
  • Weniger AU-Fälle bzw. -Tage treten bei Tätigkeiten auf, die im Homeoffice bzw. ohne direkten Kontakt mit Menschen ausgeübt werden können (z. B. IT-Berufe).
  • Das gilt auch für Tätigkeiten, deren Ausübung pandemiebedingt stark eingeschränkt war (z.B. Hotel und Tourismus) oder im Freien ausgeübt werden (z. B. Landwirtschaft).

Beschäftigtenbefragung

  • Sowohl die Entfernung (2020: 17,4km vs. 2021: 19,5km) als auch die Zeit (2020: 24,5 min vs. 2021: 26,3 min) für den Hinweg zur Arbeit sind im Vorjahresvergleich nahezu unverändert.
  • Im Jahr 2021 geben 41,7% aller befragten Beschäftigten an, dass sie zumindest manchmal im Homeoffice tätig sind. Das sind deutlich mehr als noch im Jahr 2020 (35,7%) und mehr als dreimal so viele, wie vor der Pandemie (13,1%)
  • Neben der Tätigkeit selbst, die gegen mobiles Arbeiten spricht, steht nach wie vor der Vorgesetzte bzw. der Arbeitgeber als Hinderungsgrund für Homeoffice an zweiter Stelle (2020: 35,2%; 2021: 31,1%).
  • Mit zunehmender Nutzung von Homeoffice hat bei den Beschäftigten insbesondere der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten deutlich zugenommen (2020: 19,7% vs. 2021: 28,9%).
  • Aus Sicht der Beschäftigen haben die  Arbeitsmotivation und der Zusammenhalt in der Belegschaft am stärksten durch die Coronavirus-Pandemie ab- sowie Konflikte zugenommen.
  • Dagegen gibt mehr als jeder Vierte an, dass die Anpassungsfähigkeit des eigenen Unternehmens pandemiebedingt zugenommen hat.
  • Mehr als jeder vierte Beschäftigte geht davon aus, dass die Digitalisierung am eigenen Arbeitsplatz zukünftig eine größere Rolle spielen wird.
  • Aus Sicht der Befragten wird deren Arbeit zukünftig häufiger im Homeoffice stattfinden, während gleichzeitig das Pendeln eher an Bedeutung verliert.
  • Knapp jeder fünfte Beschäftigte geht davon aus, dass es zukünftig mehr BGF-Angebote am Arbeitsplatz geben wird.

Methodik

Veröffentlicht: Dezember 2021
Datenstand: 2020/2021
Nächste Veröffentlichung: 2022
Methodische Hinweise:
Im Bericht werden die Arbeitsunfähigkeits-Daten von 4,4 Mio. beschäftigen BKK-Mitgliedern für 2020 ausgewertet.

Für die Beschäftigten-Befragung wurden im Juni 2021 3.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte zu ihrer Gesundheit und Arbeit sowie zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie online befragt.