Bertelsmann Lagebericht 2018

Die Studie geht der Frage nach, ob und inwieweit sich Deutschland insgesamt und seine einzelnen Bundesländer der Zielsetzung angenähert haben, Menschen mit Behinderung nicht vom allgemeinen Unterricht in Grundschulen und in weiterführenden Schulen auszuschließen.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Deutschlandweit geht die Exklusion zurück. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die in separaten Förderschulen lernen, nimmt demnach ab. Gingen 2008 noch 4,9 % aller Kinder auf eine Förderschule, waren es 2017 nur noch 4,3 %.
  • Zudem nimmt die Spannweite zwischen den Bundesländern mit den höchsten und niedrigsten Exklusionsquoten ab: Während im Schuljahr 2008/09 die Exklusionsquote in Mecklenburg-Vorpommern noch um 5,7 Prozentpunkte höher lag als in Schleswig-Holstein, sank die Differenz im Schuljahr 2016/2017 auf 4,8 Prozentpunkte – zwischen Bremen (Exklusionsquote: 1,2 %) und Mecklenburg-Vorpommern (6 %).
  • Der Grund für diese positive Entwicklung ist vor allem die Inklusion der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf Lernen: Besuchten 2008 bundesweit noch 2 von 100 Schülerinnen und Schülern eine Förderschule für Lernen, ist es heute nur noch eine Schülerin/ein Schüler. Bemerkenswert dabei ist, dass diese Entwicklung in allen Bundesländern stattgefunden hat, wenn auch in unterschiedlichem Umfang.
  • Deutschland findet damit Anschluss an internationale Standards: In den meisten anderen Ländern werden Kinder mit Lernschwierigkeiten schon seit Langem in den Regelschulen unterrichtet.

Methodik

Veröffentlicht: September 2018
Datenstand: 2008/09 und 2016/17
Methodische Hinweise: Die Studie analysiert länderspezifisch die bildungsstatistischen Daten der allgemeinbildenden Schulen der Schuljahre 2008/09 und 2016/17. Der berufsbildende Bereich bleibt ausgeblendet.