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Corona-Umfrage bei Inklusionsfirmen

Mit einer zweiten bundesweiten Umfrage wurden die Auswirkungen der Corona Pandemie auf die Inklusionsfirmen erneut ermittelt. Die Ergebnisse bestätigen den dringenden Handlungsbedarf, um die Arbeitsplätze in den Unternehmen zu sichern.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Bei den Ergebnissen der ersten bundesweiten Abfrage im März 2020 zeigten sich 38 % der befragten Unternehmen durch die Corona-Maßnahmen des Bundes und der Länder direkt betroffen. Zum Zeitpunkt der zweiten Umfrage im Mai 2020 ist dieser Wert mit 48 % um 10 Prozentpunkte gestiegen, obgleich es  bereits erste Lockerungen der Maßnahmen gab, die vermeintlich zu einer Verbesserung der Lage beitragen sollten.
  • Die zweite Umfrage zeigt auch, dass aktuell 31 % der Unternehmen von den Maßnahmen indirekt betroffen sind, zum Beispiel durch eine Unterbrechung der Lieferketten oder weil die Kunden Aufträge storniert haben. 21 % geben an, „bisher kaum / nicht betroffen“ zu sein.
  • Die Angaben zur Betroffenheit variieren sehr stark je nach Branche. So sind im Gastgewerbe 95 % der Unternehmen durch die Maßnahmen direkt betroffen, im Lebensmitteleinzelhandel nur 4 %.
  • Durch die Lockerungsmaßnahmen im April wurde die Situation einiger Unternehmen in Bezug auf Liquidität, Kostendeckung und Erhalt der Arbeitsplätze verbessert. Insgesamt gaben 13 % eine Verbesserung und 44 % eine leichte Verbesserung an. Auf 37 % der befragten Unternehmen haben die Lockerungen keine Auswirkungen. 6% der befragten Unternehmen gaben sogar an, dass sich durch die Lockerungen ihre Lage verschlechtert hat.
  • Die Umsetzungen der Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmens lief nur bei 35 %, also etwa einem Drittel der befragten Unternehmen problemlos. 26 % machte der Umgang mit dem unsicheren Planungshorizont zu schaffen. 24 % gaben an, Schwierigkeiten bei der Einführung von Pandemieplänen und Schutzmaßnahmen im Unternehmen zu haben. An dritter Stelle, mit 21 % wird das Personalmanagement als problematisch benannt.
  • Auf die Frage, wie hoch die Umsatzausfälle für das gesamte Jahr 2020 geschätzt werden, wenn die aktuellen Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens bis 30.06.2020 verlängert werden, antworteten knapp ein Drittel der Unternehmen (31 %) mit bis zu 20 %. Insgesamt 27 % der befragten Unternehmen sehen Umsatzrückgänge von 21-40% voraus und 19 % beziffern sie zwischen 41-60 %. Mit einem extrem hohen Umsatzverlust von 61-100 % rechnen 21 % der befragten Unternehmen.

Methodik

Veröffentlicht:  Mai 2020
Datenstand: Mai 2020
Methodische Hinweise:  In der Zeit vom 08. bis 15.05.2020 wurden die Inklusionsbetriebe zum zweiten Mal über die Auswirkungen der Corona-Pandemie befragt. Die Umfrage wurde von der FAF gGmbH in Absprache mit der bag if e.V., der Schneider Organisationsberatung Rheinland-Pfalz, der HWK Münster und der NBank Niedersachsen durchgeführt.

Insgesamt wurden ca. 900 Inklusionsbetriebe per Mail angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Der Fragebogen umfasste insgesamt 15 Fragen. Die Fragen 1-7 dienen zur Einordnung und zum Clustern des Fragebogens, ab Frage 8 wird auf die Auswirkungen der Krise aufgrund der Corona-Pandemie eingegangen. Es beteiligten sich insgesamt 409 Inklusionsbetriebe und -abteilungen an der Fragebogenaktion.