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Inklusionsbarometer Arbeit

Das Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch ist ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Insgesamt zeichnet das elfte Inklusionsbarometer Arbeit ein gespaltenes Bild. Zwar hat sich die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent auf 163.507 reduziert, doch die Erholung währt nur kurz: Betrachtet man die Entwicklung im laufenden Jahr, so zeigt sich, dass der Wert seit April wieder höher liegt als Ende 2022.
  • Obgleich die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung 2022 auf einen Tiefstwert von knapp unter 11 Prozent gesunken ist, liegt sie noch immer mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Quote – die zudem im Vergleich stärker gesunken ist.
  • Der Anteil der Langzeitarbeitslosen unter den arbeitssuchend gemeldeten Menschen mit Behinderung hat sich leicht auf rund 46 Prozent reduziert. Aber auch hier: Der Vergleichswert bei Menschen ohne Behinderung liegt bei 34,6 Prozent.
  • Zudem stagniert die Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit: Menschen ohne Behinderung haben eine mehr als doppelt so hohe Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu finden als Menschen mit Behinderung.
  • Fast 175.000 Unternehmen in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Der Anteil der Arbeitgeber*innen, die all ihre Pflichtarbeitsplätze besetzen, fiel in diesem Jahr jedoch auf 39 Prozent und markiert damit den niedrigsten Wert seit Erscheinen des ersten Inklusionsbarometers. Jedes vierte Unternehmen, das eigentlich müsste, beschäftigt gar keinen Menschen mit Behinderung , sondern zahlt die Ausgleichsabgabe.

Methodik

Veröffentlicht: November 2023
Nächste Veröffentlichung: 2024
Methodische Hinweise: Das Handelsblatt Research Institute erstellt das „Inklusionsbarometer Arbeit” jährlich im Auftrag der Aktion Mensch und besteht aus zwei Teilen: dem Inklusionslagebarometer und dem Inklusionsklimabarometer. 

Im Inklusionslagebarometer werden vorhandene amtliche statistische Arbeitsmarktdaten zu Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung ausgewertet. Dazu gehören unter anderem die Beschäftigungsquote, die Arbeitslosigkeit, Anträge auf Kündigung und die Besetzung von Pflichtarbeitsplätzen. 

Das Inklusionsklimabarometer basiert auf zwei Umfragen: einer Befragung unter 800 Menschen mit Behinderung, die im ersten Arbeitsmarkt beschäftigt sind, sowie einer unter 500 Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt, die Menschen mit Behinderung beschäftigen. Im Fokus stehen die innerbetriebliche Arbeitswelt, die allgemeine Arbeitsmarktsituation sowie die jeweiligen Erfahrungen von Arbeitnehmer*innen und Unternehmen.