Aktion Mensch: Diskriminierung als Alltagserfahrung
Aktion Mensch hat das Thema Diskriminierung untersucht und festgestellt, dass Menschen mit Beeinträchtigungen häufiger Diskriminierung erfahren als die Gesamtbevölkerung. Besonders besorgniserregend ist die Diskriminierungserfahrung u. a. im Bereich Arbeit.
Ausgewählte Ergebnisse aus dem Bereich Arbeitsmarkt
- 62 % der Menschen mit Beeinträchtigungen haben in den vergangenen Jahren Diskriminerung im Berufsleben erfahren (Gesamtbevölkerung: 38 %).
- Bereits im Bewerbungsprozess werden Menschen mit Beeinträchtigung diskriminiert (12 % im Vergleich zu 5 % der Gesamtbevölkerung). 10 % von ihnen geben an, bei einem Vorstellungsgespräch unfair behandelt worden zu sein.
- In der eigenen beruflichen Weiterentwicklung erleben sie Hemmnisse, indem ihnen weniger Weiterbildungen angeboten werden (10 %), sie unfair bezahlt oder ihnen Karrierechancen verwehrt werden (je 19 %).
- Auch im Kontakt mit Kollegen und Kolleginnen erfahren Menschen mit Beeinträchtigung häufig Diskriminierung. Mehr als ein Viertel (28 %) wurde in den vergangenen Jahren gemobbt, und knapp ein Fünftel (19 %) war diskriminierenden Kommentaren und Witzen ausgesetzt. An dieser Stelle werden Vorurteile und mangelnde Akzeptanz von Menschen mit Beeinträchtigung im Berufsleben deutlich sichtbar.
- Insgesamt fällt auf, dass Menschen mit Beeinträchtigung in den meisten Bereichen des Berufslebens fast doppelt so häufig diskriminiert werden wie die Gesamtbevölkerung. Sie wehren sich jedoch nicht signifikant häufiger als die Gesamtbevölkerung.
Methodik
Veröffentlicht: Novemer 2025
Datenstand: Sommer 2025
Methodik: Für die Umfrage zum Thema Diskriminierung hat die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Sozialforschungsinstitut Ipsos in der Zeit vom 16. Juni bis zum 2. Juli 2025 bundesweit 936 Menschen befragt. 639 Personen aus der Teilhabe-Community, dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht, und 300 Personen aus der deutschen Gesamtbevölkerung.