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Psychische Erkrankung

Es gibt viele Statistiken zum Thema psychische Erkrankung – hier finden Sie eine Auswahl.

Ende 2019 hatten laut Schwerbehindertenstatistik 218.801 schwerbehinderte Menschen eine endogene Psychose, 420.279 eine Neurose/Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung, und 58.995 waren suchtkrank.

Ausgewählte Ergebnisse

  • 20 % der Berufstätigen gaben an, dass bei ihnen schon einmal die Diagnose Depression gestellt worden sei.
  • Weitere 19 % der befragten Arbeitnehmer vermuten, schon einmal im Leben an Depression erkrankt gewesen zu sein – bisher jedoch ohne eine ärztliche Diagnose.
  • Einen Suizid oder Suizidversuch eines Kollegen haben bereits 15 % der Mitarbeiter erlebt.
  • Die Mehrheit der Beschäftigten mit Depression spricht am Arbeitsplatz nicht über die Erkrankung.
  • Ein Drittel der Betroffenen geht hingegen offen im beruflichen Umfeld damit um – mit zumeist positiven Erfahrungen (70 %). Jeder Vierte (26 %) hatte allerdings das Gefühl, dass durch den offenen Umgang nicht mehr die eigene Leistung, sondern die Erkrankung im Vordergrund stand.
  • 22 % der an Depression erkrankten Mitarbeiter berichten von möglichen Anlaufstellen bei psychischen Problemen in ihrer Organisation (u. a. Betriebsarzt, Betriebliche Sozialberatung, Betriebsrat).
  • 30 % von ihnen haben derartige Hilfen wirklich in Anspruch genommen – 74 % davon mit guten Erfahrungen.
  • Belastungen am Arbeitsplatz (95 %), Konflikte im Job/mit Kollegen (93 %) und die dauerhafte Erreichbarkeit (83 %) gelten bei den Bundesbürgern als wichtigste Ursachen für Depression.
  • Dass die Depression auch biologische Ursachen hat, ist dagegen weniger bekannt. So kennen nur 64 % die erbliche Komponente der Depression. Nur 57 % wissen, dass während der Depression vielfältige Hirnprozesse verändert sind. 

Methodik

Veröffentlicht: November 2021
Datenstand: 2021
Methodische Hinweise: Die repräsentative Befragung untersucht jährlich Einstellungen und Erfahrungen zur Depression in der Bevölkerung. Befragt wurden 5.283 Personen zwischen 18 und 69 Jahren aus einem repräsentativen Online-Panel im September 2021.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Die Beschäftigten sind im Mittel psychisch stabil.
  • 25 % der Beschäftigten geht es schlechter, 20 % besser.
  • Zwei Drittel der Beschäftigten finden, ihre Arbeitgeber unterstützen sie vorbildlich.
  • Zwei Drittel fühlen sich gut über den Umgang mit der Situation informiert.

Methodik

Veröffentlicht: Juli 2020
Datenstand: 2020
Methodische Hinweise: Wie geht es den Beschäftigten in der Corona-Krise? Wer kam psychisch gut durch die ersten Wochen und wer litt? Was war herausfordernd, was lief gut?
In einer repräsentativen Erhebung hat psyGA knapp 2.000 Beschäftigte befragt – einmal vor der Krise im Herbst 2019 sowie erneut in der Woche nach Ostern 2020, mitten im Lockdown.

Ausgewählte Ergebnisse

  • In Deutschland ist die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen rasant gestiegen. Von 2000 bis 2019 gab es bei den Fehltagen aufgrund von psychischen Erkrankungen insgesamt einen Anstieg um 137 Prozent. 
  • Die Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund von psychischen Leiden erreichten im Jahr 2019 mit rund 260 Fehltagen pro 100 Versicherte einen Höchststand. 
  • 2019 gingen 105 Fehltage je 100 Versicherte auf das Konto von Depressionen, bei den Anpassungsstörungen waren es 59. Auf Platz drei rangierten neurotische Störungen mit 26 Fehltagen je 100 Versicherte. Angststörungen kamen auf 19 Fehltage je 100 Versicherte. 
  • Die Fehlzeiten nahmen bei beiden Geschlechtern mit dem Alter kontinuierlich zu. Frauen hatten 2019 erneut wesentlich mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen als ihre männlichen Kollegen (328 Fehltage je 100 Versicherte gegenüber 203 Fehltage bei Männern).
  • Die öffentliche Verwaltung hatte 2019 überproportional viel Arbeitsausfall aufgrund psychischer Erkrankungen. Die Branche lag mit 382 Fehltagen je 100 Beschäftigte 47 Prozent über dem DAK-Durchschnitt. Ebenfalls viele Fehltage wegen Seelenleiden hatten zudem das Gesundheitswesen mit 338 Fehltagen und der Bereich Verkehr, Lagerei und Kurierdienste (249 Tage).

Methodik

Veröffentlicht: September 2020
Datenstand: 2019
Methodische Hinweise: Der DAK-Psychoreport ist eine Langzeit-Analyse, in der die anonymisierten Daten von mehr als zwei Mio. erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet werden.

Ausgewählte Ergebnisse

  • 13 % der Frauen und 8 % der Männer sind nach eigenen Angaben seelisch belastet.
  • Bei Frauen sind die höchsten Prävalenzen seelischer Belastungen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sowie zwischen 45 und 64 Jahren festzustellen (jeweils 15 %). Bei den Männern liegt die Prävalenz seelischer Belastungen in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen am höchsten (10 %).
  • Frauen und Männer aus den unteren Bildungsgruppen geben häufiger seelische Belastungen an als Befragte aus den oberen Bildungsgruppen.
  • Frauen in der Region Ost (Nord) sind im Vergleich zu Frauen in Baden-Württemberg zu einem höheren Anteil seelisch belastet. Bei Männern sind keine wesentlichen Unterschiede zwischen den betrachteten Regionen zu erkennen.

Methodik

Veröffentlicht: 2014
Datenstand: 2012/2013
Methodische Hinweise: In der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“ (GEDA 2012) gaben über 19.000 Befragte Auskunft zu ihrem Gesundheitszustand, ihrem Befinden, ihren Lebensgewohnheiten und ihren Lebensumständen. Mehr als 30 gesundheitsrelevante Themen von Asthma über Diabetes und Impfungen bis Zahnvorsorge werden in Faktenblättern dargestellt. Darin werden die Ergebnisse in nach Alter, Geschlecht und Bildung untergliederten Tabellen aufgeführt, regionale Unterschiede dargestellt, Kernaussagen formuliert und Ergebnisse bewertet.

Ausgewählte Ergebnisse

  • 37 % der SGB II-Leistungsbezieherinnen und -bezieher weisen innerhalb eines Jahres eine psychiatrische Diagnose auf.
  • Ein großer Teil könnte mehr als drei Stunden pro Tag berufstätig sein.
  • Mehr als 40 % der Neuzugänge in Erbwersminderungsrente sind mit einer psychischen Erkrankung begründet.

Methodik

Veröffentlicht: 2013
Methodische Hinweise: Der Bericht präsentiert Ergebnisse zur Situation von Leistungsempfängerinnen und -empfängern im Sozialgesetzbuch II (SGB II), die von psychischen Störungen betroffen sind. Methodisch liegen dem Bericht eine Literaturanalyse, (Sekundär)Auswertungen von Daten der Sozialversicherung und Experteninterviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsverwaltung (Jobcenter, Arbeitsagenturen, Fachdienste), von Sozialpsychiatrischen Diensten, Tageskliniken/Kliniken für Psychiatrie, Integrationsfachdiensten sowie Rehabilitationseinrichtungen und -diensten zu Grunde.