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Psychische Erkrankung

Es gibt viele Statistiken zum Thema psychische Erkrankung – hier finden Sie eine Auswahl.

Ende 2017 hatten laut Schwerbehindertenstatistik 215.776 schwerbehinderte Menschen eine endogene Psychose, 369.256 eine Neurose/Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung, und 58.635 waren suchtkrank.

Ausgewählte Ergebnisse

  • 2018 fehlte in Deutschland jede/r 18. Arbeitnehmer/in wegen einer psychischen Erkrankung im Job. Ausgehend von den DAK-Daten waren damit hochgerechnet 2,2 Mio. Menschen betroffen.
  • Seit 1997 hat sich die Anzahl der Fehltage, die von Depressionen oder Anpassungsstörungen verursacht werden, mehr als verdreifacht.
  • Am häufigsten fehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Diagnose Depression.
  • Fehltage wegen Anpassungsstörungen stiegen in den vergangenen Jahren besonders deutlich an.
  • Frauen waren knapp doppelt so oft wegen Seelenleiden krankgeschrieben wie ihre männlichen Kollegen.
  • Die Branchen Öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen weisen überproportional viele Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen auf.
  • Die Krankschreibungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund von psychischen Leiden erreichten im Jahr 2017 mit 250 Fehltagen pro 100 Versicherte einen Höchststand. 2018 gingen sie erstmals leicht um 5,6 % auf 236 Fehltage pro 100 Versicherte zurück.
  • Seelenleiden lagen damit 2018 bundesweit auf dem dritten Platz der Krankheitsarten.

Methodik

Veröffentlicht: Juli 2019
Datenstand: 2018
Methodische Hinweise: Der aktuelle DAK-Psychoreport ist eine Langzeit-Analyse, in der die anonymisierten Daten von rund 2,5 Mio. erwerbstätigen Versicherten ausgewertet werden.

Datenquelle

Ausgewählte Ergebnisse

  • 13 % der Frauen und 8 % der Männer sind nach eigenen Angaben seelisch belastet.
  • Bei Frauen sind die höchsten Prävalenzen seelischer Belastungen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sowie zwischen 45 und 64 Jahren festzustellen (jeweils 15 %). Bei den Männern liegt die Prävalenz seelischer Belastungen in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen am höchsten (10 %).
  • Frauen und Männer aus den unteren Bildungsgruppen geben häufiger seelische Belastungen an als Befragte aus den oberen Bildungsgruppen.
  • Frauen in der Region Ost (Nord) sind im Vergleich zu Frauen in Baden-Württemberg zu einem höheren Anteil seelisch belastet. Bei Männern sind keine wesentlichen Unterschiede zwischen den betrachteten Regionen zu erkennen.

Methodik

Veröffentlicht: 2014
Datenstand: 2012/2013
Methodische Hinweise: In der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“ (GEDA 2012) gaben über 19.000 Befragte Auskunft zu ihrem Gesundheitszustand, ihrem Befinden, ihren Lebensgewohnheiten und ihren Lebensumständen. Mehr als 30 gesundheitsrelevante Themen von Asthma über Diabetes und Impfungen bis Zahnvorsorge werden in Faktenblättern dargestellt. Darin werden die Ergebnisse in nach Alter, Geschlecht und Bildung untergliederten Tabellen aufgeführt, regionale Unterschiede dargestellt, Kernaussagen formuliert und Ergebnisse bewertet.

Datenquelle

Ausgewählte Ergebnisse

  • 37 % der SGB II-Leistungsbezieherinnen und -bezieher weisen innerhalb eines Jahres eine psychiatrische Diagnose auf.
  • Ein großer Teil könnte mehr als drei Stunden pro Tag berufstätig sein.
  • Mehr als 40 % der Neuzugänge in Erbwersminderungsrente sind mit einer psychischen Erkrankung begründet.

Methodik

Veröffentlicht: 2013
Methodische Hinweise: Der Bericht präsentiert Ergebnisse zur Situation von Leistungsempfängerinnen und -empfängern im Sozialgesetzbuch II (SGB II), die von psychischen Störungen betroffen sind. Methodisch liegen dem Bericht eine Literaturanalyse, (Sekundär)Auswertungen von Daten der Sozialversicherung und Experteninterviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsverwaltung (Jobcenter, Arbeitsagenturen, Fachdienste), von Sozialpsychiatrischen Diensten, Tageskliniken/Kliniken für Psychiatrie, Integrationsfachdiensten sowie Rehabilitationseinrichtungen und -diensten zu Grunde.

Daten-Quelle

Ausgewählte Ergebnisse

  • Mindestens 10 % der befragen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben schon einmal wegen einer Depression nicht gearbeitet.
  • Im Durchschnitt waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 36 Tagen wegen einer depressiven Episode krank geschrieben.
  • Nahezu ein Drittel der Managerinnen und Manager berichteten, dass sie keine Unterstützung erhielten, um adäquat auf depressive Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu reagieren.
  • 43 % der Befragten wünschten sich eine bessere Politik und Gesetzgebung zum Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Methodik

Veröffentlicht: 2012
Methodische Hinweise: Im Rahmen der IDEA-Studie (Impact of Depression in the Workplace in Europe Audit) wurden europaweit 7.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Managerinnen und Manager zum Einfluss von Depression am Arbeitsplatz und zu daraus folgenden persönlichen und ökonomischen Belastungen befragt.

Die European Depression Association (EDA) ist eine Allianz von Organisationen, Patientinnen und Patienten, Forscherinnen und Forschern sowie im Gesundheitsbereich Tätigen aus 19 europäischen Ländern.

Daten-Quelle