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Bibliographische Angaben zur Publikation

Begutachtung bei Epilepsie - berufliche Ersteingliederung und Erhalt der Erwerbsfähigkeit

Teil 2



Autor/in:

Specht, Ulrich; Coban, Ingrid


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2016, 112. Jahrgang (Heft 6), Seite 248-254, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

2016



Abstract:


Trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeiten sind Menschen mit einer Epilepsie häufiger von Erwerbslosigkeit betroffen als die Allgemeinbevölkerung. Unangemessene Befürchtungen bezüglich anfallsbedingter Unfallrisiken am Arbeitsplatz und damit verbundene Haftungsfragen dürften nicht unerheblich zu den schlechten Beschäftigungschancen epilepsiekranker Menschen beitragen.

Eine arbeitsmedizinische Beurteilung wird erschwert durch die individuell sehr unterschiedliche Symptomatik und das unberechenbare Auftreten der Anfälle. Darüber hinaus lässt sich ein Therapieerfolg durch keine Untersuchungsmethode voraussehen, sondern macht sich ausschließlich am Ausbleiben weiterer Anfälle fest. Das zieht für viele Beurteilungssituationen (z.B. berufliche Eignung und Kraftfahreignung) vergleichsweise lange Beobachtungs- und damit Wartefristen nach sich.

Um zu einer sachgerechten Einschätzung anfallsbezogener Unfallrisiken zu kommen, sind von den gesetzlichen Unfallversicherungen Leitlinien herausgeben worden, in denen epileptische Anfälle auf der Basis einer Beschreibung des individuellen Anfallsablaufes unter arbeitsmedizinisch relevanten Aspekten in eine von fünf 'Gefährdungskategorien' eingeordnet werden.

Dadurch lassen sich unter Berücksichtigung der Anfallsfrequenz sowie möglicher protektiver Faktoren zu Berufen und beruflichen Tätigkeiten konkrete Eignungseinschätzungen ableiten. Erstmalig finden sich dort auch Beurteilungskriterien für Personen mit einem ersten epileptischen Anfall. Bei der beruflichen Ersteingliederung sind neben epilepsiebezogenen Eignungsaspekten auch kognitive Voraussetzungen, soziale Kompetenzen sowie die physische und psychische Belastbarkeit zu beachten. Es existiert ein weitgefächertes Netz an Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten vor und während einer beruflichen Ausbildung.

Menschen mit Epilepsie werden in jüngerem Alter als Personen mit anderen Krankheitsbildern erwerbsgemindert berentet. Dabei schränkt Epilepsie per se nur in Ausnahmefällen die Erwerbsfähigkeit ein, Risikofaktoren sind vielmehr psychiatrische Komorbidität, lange Arbeitsunfähigkeit, höheres Alter und frühzeitiger Rentenantrag. Spezielle, auf die Bedürfnisse von Menschen mit Epilepsie zugeschnittene rehabilitative Interventionen haben sich als wirksam erwiesen, um Lebensqualität, Krankheits- Selbstmanagement, emotionale Befindlichkeit und berufliche Eingliederungschancen zu verbessern.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Weitere Teile des Beitrags 'Begutachtung bei Epilepsie' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0151/0181x02


Informationsstand: 02.02.2017

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