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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gutachtenrelevante allergische Hautkrankheiten: Einführung und Überblick


Autor/in:

Hornstein, Otto Paul


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 1992, 88. Jahrgang, Seite 163-168, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

1992



Abstract:


Ekzemerkrankungen stehen seit Jahren an der Spitze der ärztlichen Berufskrankheiten-Verdachtsmeldungen. Ziel der dermatologischen Begutachtung ist unter anderem der Nachweis beziehungsweise Ausschluss einer beruflichen beziehungsweise außerberufliche Kontaktallergie. Des Weiteren müssen nicht allergische, exogene und endogene Ekzemformen abgegrenzt werden. Da die Ekzemkrankheiten oft große Ähnlichkeiten in Erscheinungsbild und Lokalisation aufweisen, muss der Gutachter in der Lage sein, deren unterschiedliche Entstehungsweise (Ätiopathogenese) zu unterscheiden.

Ein sogenanntes subtoxisch-kumulatives Kontaktekzem, hervorgerufen durch die unterschwellige, kontinuierliche Einwirkung irritativer Noxen, kann zum Beispiel Wegbereiter für eine Kontaktallergie sein. Gleiches gilt auch für eine anlagebedingte Überempfindlichkeit der Haut im Rahmen einer sogenannten atopischen Hautdiathese. Hybriden oder Drei-Phasen-Ekzeme liegen zum Beispiel dann vor, wenn sich bei einem Hautatopiker an beruflich beanspruchten Hautpartien sekundär ein irritatives Ekzem entwickelt, auf dessen Boden zuletzt ein allergisches Kontaktekzem gegen berufstypische Substanzen entsteht. Bei einem derartigen Kombinationsgeschehen gilt es die Bedeutung der einzelnen endo- und exogenen Einflussfaktoren in der Verursachung des Krankheitsgeschehens gegeneinander abzuwägen beziehungsweise deren Anteil am individuellen Krankheitsgeschehen in versicherungsrechtlicher Hinsicht zu beurteilen.

Weitere gutachtenrelevante kontaktbedingte Dermatosen wie das photoallergische Kontaktekzem, das sogenannte Typ-1-Kontaktekzem und die Kontakturticaria werden besprochen. Photoallergische Reaktionen entstehen dann, wenn eine Substanz erst durch Belichtung allergene Eigenschaften entwickelt beziehungsweise zum Vollantigen wird. Die auslösende Wellenlänge liegt meist im UVA-Bereich. Die Typ-1-Kontaktdermatits (Sofort-Typ) kommt bevorzugt bei Personen mit Fleischkontakten (Metzger, Veterinäre, Landwirte etc.) vor. Auch hier ist eine Schädigung der Hornschicht, zum Beispiel durch Feuchtarbeit Voraussetzung dafür, dass großmolekulare biologische Substanzen mit den immunkompetenten Zellen der Haut in Kontakt treten.

Die verantwortungsvolle ärztliche Begutachtung entzündlicher Dermatosen setzt neben der exakten Erhebung von Anamnese und Hautbefund die richtige Auswahl und Beherrschung allergologischer Testmethoden voraus. Besonders schwierig gestaltet sich die Abgrenzung zwischen exogenen und endogenen Einflussfaktoren und deren Relevanzbeurteiligung für das Krankheitsgeschehen. Die diagnostischen Möglichkeiten und Fehlerquellen der verschiedenen in vivo-Testmethoden sollten dabei jedem Gutachter bekannt sein.

(S. Lange-Ionescu)


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Schlagworte:
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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0151/0093


Informationsstand: 15.11.1994

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