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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ärztliche Begutachtung im Spannungsfeld von Qualität und Quantität - aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung


Autor/in:

Ueberschär, Ina


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2015, 111. Jahrgang (Heft 3), Seite 104-107, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

2015



Abstract:


In der gesetzlichen Rentenversicherung prüfen Sozialmediziner im Auftrag der Verwaltung die individuelle aktuelle und prognostische Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben um festzustellen, ob Leistungen zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation oder eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit angezeigt sind. Es gilt, das Grundprinzip 'Reha vor Rente' sozialmedizinisch umzusetzen. Dabei ist auch zu beachten, dass ein Verbleib im Erwerbsleben häufig einen gesundheitsstabilisierenden Effekt hat. Deshalb liegt es auch im Interesse des Patienten, dass durch den Sozialmedizinischen Dienst (SMD) der Deutschen Rentenversicherung (DRV) versucht wird, zunächst alle rehabilitativen Potenziale auszuschöpfen.

Ist eine Erwerbsminderungsrente nicht abzuwenden, beurteilt der SMD das Restleistungsvermögen und die voraussichtliche Dauer der Leistungsminderung. Seit 2001 werden Erwerbsminderungsrenten grundsätzlich nur befristet gewährt. Der SMD der DRV beurteilt auch die sozialmedizinische Notwendigkeit für Leistungen zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen in der Zuständigkeit der DRV. Hier liegt der Fokus darauf, durch einen Erhalt der Schul- und Ausbildungsfähigkeit die spätere Erwerbsfähigkeit zu sichern.

Die ärztliche Begutachtung befindet sich im Spannungsfeld zwischen Massengeschäft, Individualität, Rechtssicherheit und Fehlerquote. Bei der ärztlichen Tätigkeit in der DRV geht es zwar nicht um Leben und Tod wie auf einer intensivmedizinischen Abteilung. Dennoch hat der hier tätige Arzt eine hohe ärztliche Verantwortung, geht es doch bei einer Rente wegen Erwerbsminderung oder einer Umschulung im Rahmen einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme nicht selten um Summen von 100.000 EUR und mehr pro Einzelfallentscheidung. Nicht nur aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit ist daher eine individuelle passgenaue sozialmedizinische Sachaufklärung und Votierung notwendig. Lösungsmöglichkeiten, die Spannungen in diesem beschriebenen Spannungsverhältnis minimieren, werden aufgezeigt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

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Referenznummer:

R/ZS0151/0086x02


Informationsstand: 08.05.2015

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