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Bibliographische Angaben zur Publikation

Burnout-Syndrom - aus medizinischer Sicht


Autor/in:

Friederich, Hans-Christoph; Henningsen, Peter


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2014, 110. Jahrgang (Heft 4), Seite 142-146, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

2014



Abstract:


Das Burnout-Konzept wird in den Medien als neue Volkskrankheit der modernen Arbeitswelt und Gesellschaft diskutiert, während es in der medizinisch-wissenschaftlichen Fachwelt bisher eine vergleichsweise geringe Rolle spielt. Die Burnout-Diskussion in den Medien wird zusätzlich befördert durch die stetige Zunahme der Arbeitsunfähigkeitstage und Frühberentungen aufgrund von psychischen Erkrankungen. Das Burnout-Syndrom beschreibt eine berufsbezogene Symptomatik, die mit emotionaler Erschöpfung, Entfremdungserleben und Abnahme der Leistungsfähigkeit einhergeht.

Im internationalen Klassifikationssystem der Krankheiten (ICD-10) wird das Burnout-Syndrom nicht als eigenständige psychische Erkrankung aufgeführt. Das Burnout-Syndrom ist ein unscharf definiertes Konstrukt, das keine Differenzierung zwischen Krankheit und Gesundheit beziehungsweise eine Diskriminierung von anderen psychischen Erkrankungen erlaubt.

Dennoch geht das Burnout-Syndrom mit einem erhöhten medizinischen Risiko für andere psychische als auch somatische Erkrankungen einher. Ferner liefert es wichtige zusätzliche Informationen für die Behandlungsplanung und ist auch im Hinblick für die Wiedereingliederung nach längerer Arbeitsunfähigkeit bedeutsam.

Präventive Maßnahmen können sowohl an äußeren Faktoren ansetzen (Arbeitsbedingungen) als auch an inneren Faktoren (individuelles Stressmanagement). Warn- und Frühsymptome sollten aufgrund des erhöhten Risikos für die Entwicklung einer manifesten psychischen Erkrankung ernst genommen werden. Bezüglich der psychosozialen Risikofaktoren am Arbeitsplatz ist eine Einbeziehung der Arbeitsmedizin frühzeitig anzustreben.

Zusammenfassend stellt das derzeitige Burnout-Konzept keine sinnvolle Erweiterung zu den bisherigen psychischen Diagnosen dar, die eine eigenständige und unabhängige medizinische Diagnose rechtfertigen würde.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0151/0077x01


Informationsstand: 29.08.2014

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