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Bibliographische Angaben zur Publikation

Hört Berlin das Rufen? Gleichstellung für Menschen mit Behinderung


Autor/in:

Schmitz, Christian


Herausgeber/in:

Aktion Mensch e.V.


Quelle:

Aktion Mensch - Das Magazin, 2000, Ausgabe 4, Seite 30-33, Kassel: Publikom Z


Jahr:

2000



Abstract:


Der Text berichtet von einem Kongress zum Thema Gleichstellung von Behinderten, der im Herbst 2000 in Düsseldorf zeitgleich zur REHACare International, einer der wichtigsten Messen für Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf, stattfand. Auf Einladung des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Behinderten und des Deutschen Behindertenrates (DBR) wurde über das geplante Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderungen diskutiert: einerseits über Chancen und Risiken, andererseits über Strategien und Zeitpläne für eine möglichst rasche Realisierung.

Bei Verwirklichung der Gleichstellung muss unter dem Gesichtspunkt von Machbarkeit und Augenmaß vorgegangen werden. Es muss entsprechende Fristen und Übergangslösungen geben. Es wird deutlich gemacht, dass Barrierefreiheit auch als Wettbewerbsvorteil im Marktsegment der größer werdenden Gruppe älterer und behinderter Kunden dienen kann. Dies ist für den internationalen Bereich längst bewiesen. Als wichtige Neuerung wird das Verbandsklagerecht gefordert.

Das Verbandsklagerecht ermöglicht nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Verbänden, die Bestimmungen eines Gleichstellungsgesetzes notfalls auch vor Gericht einzuklagen. Vorteil: mit einem starken Verband im Rücken lassen sich Rechte erfahrungsgemäß leichter durchsetzen. Bislang standen Politik und Wirtschaft dieser Forderung von Behindertenorganisationen reserviert gegenüber. Das Verbandsklagerecht ist mittlerweile auch in anderen Bereichen üblich, zum Beispiel im Umweltbereich oder im Wettbewerbsrecht.

Der eigentliche Erfolg des Düsseldorfer Kongresses ist die Einsicht aller, dass ein Gleichstellungsgesetz notwendig ist. Der Ruf nach Gleichstellung konnte auf ein breiteres Fundament gestellt werden, auch führende Vertreter der Wirtschaft unterstützen dies, besonders unter dem Aspekt der Rechtssicherheit.

Fünf Kernpunkte für ein Behindertengleichstellungsgesetz wurden als Minimalstandard formuliert:
1) Eine bürgerrechtsorientierte Definition von Behinderung und Diskriminierung und ein umfassendes Benachteiligungs- und Diskriminierungsverbot.
2) Einklagbare und durchsetzbare Normen, die mittels eines Verbandsklagerechts und der Beweislastumkehr in die Praxis umgesetzt werden können.
3) Das Recht auf barrierefreien Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln, zu Informationen und zu Kommunikation.
4) Anerkennung der Gebärdensprache.
5) Durchsetzung der Gleichberechtigung behinderter Frauen und Männer.

In drei Kästen gibt der Text noch weitergehende Informationen:
- Statistik von Schwerbehinderung in Deutschland
- Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt
- Auszüge aus dem Entwurf der BAG Hilfe e.V. für ein Gleichstellungsgesetz


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Magazin MENSCHEN. Inklusiv leben
Homepage: https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/das-bewirken-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0145/3139


Informationsstand: 09.03.2001

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