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Bibliographische Angaben zur Publikation

Hörrehabilitation mit implantierbaren Hörgeräten


Autor/in:

Mojallal, H.; Lenarz, T.


Herausgeber/in:

Deutscher Schwerhörigenbund e.V. (DSB)


Quelle:

DSBreport, 2007, Heft 2, Seite 8-13, Berlin: Eigenverlag, ISSN: 0172-7753


Jahr:

2007



Abstract:


Implantierbare Hörgeräte können die Anwendungsbereiche von konventionellen Hörgeräten erweitern beziehungsweise optimieren, denn in bestimmten medizinischen und audiologischen Konstellationen wird durch eine herkömmliche Hörsystemversorgung keine optimale Hörrehabilitation erreicht.

Die grundlegenden Signalverarbeitungs- und Anpassungsmethoden von implantierbaren Hörgeräten basieren auf denen der konventionellen Hörgeräte. Unterschiedlich ist allerdings die Versorgungs- beziehungsweise Anregungsart des Gehörsystems. Je nach Indikationen werden unterschiedliche Konzepte realisiert.

Bei Schallleitungsschwerhörigkeiten bietet ein knochenverankertes Hörgerät eine geeignete Möglichkeit zur direkten Stimulation des Innenohrs. Durch eine implantierte Titanschraube im Schädelknochen und Ankopplung des BAHA-Systems wird das Innenohr direkt angeregt. Probleme im Außen- und Mittelohr werden so umgangen.

Liegt eine kombinierte Schwerhörigkeit vor, ist eine Hörrehabilitation mit Hilfe von perkutanen BAHA-Systemen möglich. Bei einem Hörverlust im hochfrequenten Bereich aber gutem Hörvermögen im tieffrequentierten Bereich kommt es zu einem schlechten Sprachverstehen in der Gruppe. Eine konventionelle Hörgeräteversorgung wäre audiologisch nicht sinnvoll, denn die intakten tiefen Frequenzen müssen künstlich angeregt werden.

Hierzu gibt es kleinste Hörsysteme für die Versorgung hinter dem Ohr, die mit dem Gehör durch entweder ein Piercing in der Ohrmuschelfalte in den Gehörgang oder einem Schlauch in den Gehörgang verbunden sind. Solche Hörverluste werden optimal durch das teilimplantierbare Luftleitungshörsystem RetroX versorgt. Hierbei wird eine Titanhülse in den Gehörgang implantiert. Der Hörprozessor wird auf diese Hülse aufgesetzt, wodurch das normale Restgehör sowie die Resonanzeigenschaften unverändert bleiben.

Bei größeren Hörverlusten im Tief- und Mitteltonbereich reicht das RetroX-System nicht mehr aus. Hier ist eine Implantation mit so genannten aktiven Mittelohrimplantaten in Betracht zu ziehen. Das Vibrant Soundbridge besteht aus zwei internen und externen Teilen. Der aktive Wandler wird im Mittelohr am langen Amboss befestigt, das externe Teil wird verwendet wie ein digitales Hörgerät, das den internen Wandler steuert. Für einseitig Taube gibt es ein implantierbares BAHA-System, das Schall von der nicht hörenden Seite auf die hörende Seite durch Schädelknochenübertragung leitet.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Hörhilfen mit Implantat | REHADAT-Hilfsmittel




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


DSBreport
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde 2010 eingestellt.
Homepage: https://www.schwerhoerigen-netz.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0129/6178


Informationsstand: 25.07.2007

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