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Bibliographische Angaben zur Publikation

Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt: Ein unüberbrückbarer Gegensatz?


Autor/in:

Ernst, Karl-Friedrich


Herausgeber/in:

Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)


Quelle:

Das Band, 2008, 38. Jahrgang (Heft 6), Seite 22-23, Düsseldorf: Eigenverlag, ISSN: 0170-902X


Jahr:

2008



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Abstract:


Der Autor, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen, thematisiert die steigende Zahl an Werkstattbeschäftigten und wie mit alternativen Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen, deren Leistungsfähigkeit eine Werkstattaufnahme nicht unbedingt erforderlich macht, Abhilfe geschaffen werden soll. Wie dringend dieses sozialpolitische Problem gelöst werden muss, zeigen die neuen Gesetzesentwürfe zur Unterstützten Beschäftigung des Bundesarbeitsministeriums und die regionalen Modellprojekte, die die Situation zu verbessern suchen.

Diese Bemühungen finden in der allgemeinen Diskussion jedoch nicht nur Zuspruch, sondern werden von ihren Gegnern kritisiert. Aus diesem Grund hält der Autor eine Versachlichung der Diskussion für zwingend erforderlich. Seiner Meinung nach haben die Werkstätten einen unersetzlichen Beitrag geleistet, behinderten Menschen die berufliche Teilhabe zu ermöglichen. Trotzdem muss der ungebremste Anstieg der Werkstattfälle verlangsamt werden, damit das Sozialsystem auch in Zukunft finanzierbar bleibt. Dieses kann, so Karl-Friedrich Ernst, durch Alternativen auf dem ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit größerer Leistungsfähigkeit als für die Werkstatt erforderlich erreicht werden.

So würde nicht nur das Sozialsystem davon profitieren sondern auch die behinderten Menschen selbst, die die Möglichkeit erhalten ihren Lebensunterhalt selbstständig zu verdienen. Karl-Friedrich Ernst lobt regionale Ansätze wie das Modellprojekt Aktion 1000 aus Baden-Württemberg, das sich als Ziel gesetzt hat in fünf Jahren 1000 Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Abgänger von Sonderschulen für geistig behinderte Menschen und Werkstattübergänger zu schaffen. 717 geschaffene Arbeitsplätze im dritten Projektjahr sprechen für sich.

Dies zeigt, dass, trotz schwieriger Arbeitsmarktsituation, der Automatismus bei dem ganze Abgangsklassen von Förderschulen direkt in die Werkstätten eingegliedert wurden, durchbrochen werden kann. Um diesen Erfolg weiterhin zu erhalten müssen sich die zahlreichen Beteiligten dieser Maßnahme noch stärker vernetzen und abstimmen. Ähnliche Entwicklungen finden sich mittlerweile auch in anderen Bundesländern.

Nach Meinung des Autors dürfen die Bemühungen für eine Verbesserung des Übergangs von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt nicht abreißen, da sie die Menschen mit Behinderung nicht nur in die Gesellschaft integrieren sondern ihnen auch Selbstbestimmung und Eigenständigkeit ermöglichen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Das Band
Homepage: https://bvkm.de/ueber-uns/unsere-magazine/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0071/6976


Informationsstand: 24.02.2009

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