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Bibliographische Angaben zur Publikation

Herzlich Willkommen im Arbeitsleben


Autor/in:

Rinke, Thomas


Herausgeber/in:

Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm)


Quelle:

Das Band, 2006, 36. Jahrgang (Heft 1), Seite 18-20, Düsseldorf: Eigenverlag, ISSN: 0170-902X


Jahr:

2006



Abstract:


Der Verfasser ist Diplom-Pädagoge und Leiter des Mitarbeiterservice der reha gmbh, einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Annähernd 400 Menschen nutzen das Angebot der beruflichen Eingliederung für körperbehinderte Menschen.

Bei der Auswahl der richtigen Einrichtung helfen die Berufsberater der Agenturen für Arbeit, die eng mit den Sonderschulen zusammenarbeiten. Zumeist wurde von den Schülern bereits zuvor ein oder zwei Mal ein Praktikum in einer der über 600 Werkstätten in Deutschland absolviert und somit ins Arbeitsleben reingeschnuppert. Somit können sie selbst entscheiden, ob die WfbM der richtige Weg ins Berufsleben oder eine andere Alternative vorzuziehen ist.

Zu Beginn dient eine dreimonatige Probezeit dazu, herauszufinden, ob die Entscheidung richtig war. Anschließend wird gemeinsam ein Eingliederungsplan erstellt, der den vorgesehenen Weg der beruflichen Bildung beschreibt. Es folgt eine zweijährige Berufsbildungsmaßnahme, die meist in einem räumlich vom Rest der Werkstatt abgesonderten Berufsbildungsbereich mit eigenen Fachkräften angeboten wird. Dabei geht es darum, sich ein Sprungbrett für den Einstieg in den Arbeitsbereich der WfbM oder den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen.

Der Arbeitsbereich gewährt einen dauerhaften Arbeitsplatz, der den jeweiligen Möglichkeiten angepasst ist. Die WfbM zahlt hierfür ein leistungsorientiertes Entgelt und versichert die Mitarbeiter in allen Zweigen der Sozialversicherung. Fast die gesamte Arbeitswelt spiegelt sich in den Beschäftigungsmöglichkeiten der Arbeitsbereiche wieder.

Der Unterschied zu den meisten anderen WfbM ist der Werdegang der behinderten Menschen vor dem Eintritt. Hier finden nicht nur von Geburt an beeinträchtigte Menschen einen Platz im Arbeitsleben, sondern auch Menschen mit beruflichen Vorerfahrungen. Darunter befinden sich zahlreiche Absolventen von beruflichen Fördermaßnahmen und Ausbildungen in Berufsförderungswerken, die trotz ihrer Qualifikation auf Grund einer schwerwiegenden Körperbehinderung keine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finden.

Die Umsetzung einer Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungszeit der Mitarbeiter dürfte in den Werkstätten für behinderte Menschen einmalig sein. Werkstattrat und Geschäftsführung haben ein teilflexibles Arbeitszeitmodell vereinbart. Die im Vergleich zu anderen WfbM weitergehenden Vorkenntnisse ermöglichen der reha gmbh auch ein anderes Konzept in der beruflichen Bildung. Es gibt keine speziellen Räume oder Abteilungen, in denen gelernt wird. Berufliche Bildung ist überall und das ganze Unternehmen mit seinen vielfältigen Tätigkeitsfeldern ist eine einzige große Übungsfirma.

Die Möglichkeit, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, ergeben sich bei den Arbeitserprobungen in den 25 Arbeitsbereichen, die über die vier Standorte der reha gmbh im Saarland verteilt sind. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wird mit Hilfe der Fachkräfte die eigene berufliche Perspektive innerhalb der reha gmbh oder über die Grenzen der WfbM hinaus in Richtung ersten Arbeitsmarkt entwickelt.

Mitarbeiter, die auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt als Dauerarbeitsplatz sind, haben die Möglichkeit, im Rahmen einer betriebsintegrierten Arbeitsgruppe im saarländischen Unternehmen kohlpharma zu arbeiten. Dabei ist von Vorteil, dass sie als Kollegen in einem Betrieb des ersten Arbeitsmarktes vollkommen integriert mitarbeiten, obgleich eine Vermittlung auf den Arbeitsmarkt für sie noch nicht möglich ist.

Die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Beschäftigungsangebotes der reha gmbh ist eine Offenheit gegenüber den Chancen, die sich durch Kontakte mit der Wirtschaft ergeben. Zugleich werden die sich verändernden Wünsche und Erwartungen der behinderten Menschen in der WfbM zur Weiterentwicklung des Konzeptes der beruflichen Bildung genutzt, denn sie sind die entscheidenden Experten für diesen Bereich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


REHA GmbH Saarbrücken | REHADAT-Werkstätten




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Band
Homepage: https://bvkm.de/ueber-uns/unsere-magazine/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0071/0006


Informationsstand: 06.03.2006

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