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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wissensmanagement in der Rehabilitation

Vorschlag zu einer systematischen Entwicklung von Leitlinien



Autor/in:

Gerdes, Nikolaus; Herdt, Jörg; Ollenschläger, Günter [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2002, 41. Jahrgang (Heft 4), Seite 217-225, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2002



Abstract:


In den vergangenen Jahren hat die Deutsche Rentenversicherung mit der Einsetzung der Reha-Kommission (1989-1991), dem Qualitätssicherungsprogramm (seit 1994) und dem Förderschwerpunkt Rehabilitationswissenschaften (seit 1996) Initiativen entfaltet, die als Meilensteine auf dem Weg zu einer wissenschaftlich fundierten Rehabilitation angesehen werden können.

Der Artikel stellt zur Diskussion, als weiteren Schritt auf diesem Weg eine Initiative zu beginnen, die eine systematische Erstellung und Implementation von Leitlinien für die wichtigsten Diagnose- beziehungsweise Fallgruppen in der Rehabilitation zum Ziel hat. Leitlinien für Diagnostik und Therapie sind ein Instrument, um die Fülle des sich schnell wandelnden Wissens in der Medizin systematisch zu sichten, nach dem Grad der wissenschaftlichen Gewissheit (evidence) zu bewerten und zu praxisbezogenen Handlungsempfehlungen aufzubereiten.

Für die Rehabilitation erscheint diese Vorgehensweise besonders dringlich, weil die Dissemination des rehabilitationsspezifischen Wissens nur in geringem Maß über die Aus-, Fort- und Weiterbildung, hauptsächlich aber über ein informelles 'training on the job' erfolgt.

Der Diskussionsvorschlag sieht vor, dass indikationsspezifische Referenzzentren eingesetzt werden, die unter Beteiligung von Experten aus Klinik und Forschung, von Vertretern der Rehabilitationsträger und Fachgesellschaften sowie einschlägiger Patientenorganisationen die Rehabilitationsprozesse in den wichtigsten Diagnose- beziehungsweise Fallgruppen systematisch analysieren. Dabei sollen anhand einer 'Prozessmatrix der Rehabilitation' diejenigen Stellen im Rehabilitationsprozess identifiziert werden, an denen Entscheidungen gefällt werden müssen, die in therapeutischer und/oder ökonomischer Hinsicht bedeutende Konsequenzen nach sich ziehen.

An diesen Stellen ist dann die Wissensbasis zu prüfen, die verfügbar ist, um solche Entscheidungen nach möglichst rationalen Kriterien fällen zu können. Wo kein ausreichend abgesichertes Wissen vorhanden ist, müssten Konsensusprozesse organisiert werden, in denen das derzeit verfügbare Erfahrungswissen geprüft und konsensuell abgesichert wird.

Da die Einhaltung der so erarbeiteten Leitlinien im Qualitätssicherungsprogramm routinemäßig überprüft werden könnte, dürfte dies ein erfolgversprechender Weg sein, um die Wissensbasis des Handelns in der Rehabilitation relativ kurzfristig zu optimieren.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Knowledge Management in Rehabilitation

Proposal for a Systematic Development of Clinical Practice Guidelines

Abstract:


In the past ten years, the German pension scheme has launched several initiatives that can be regarded as milestones on the way to a scientifically founded rehabilitation system. These initiatives were: the Rehab Commission (1989-1991), the Quality Assurance Programme (since 1994) and the German Research Funding Programm 'Rehabilitation Sciences' (in cooperation with the Federal Ministry for Education and Research, since 1996).

As a next step on this way, we propose an initiative aiming at a systematic development and implementation of clinical practice guidelines for the main diagnostic groups in rehabilitation. Guidelines for diagnostic and therapeutic decisions are an instrument to shift through the abundance of fast changing knowledge in medicine, to assess the existing knowledge according to its scientific evidence, and to transform it into recommendations for clinical practice.

In rehabilitation, guidelines seem to be particularly necessary because specialized knowledge is mostly disseminated through an informal 'training on the job'. Our proposal intends to establish a reference centre for each of the main indications (cardiology, muscoskeletal diseases, etc.). These centres should cooperate with experts from clinical practice and research, as well as with representatives of the cost-carrying agencies and patient organizations, and should systematically analyse the processes of rehabilitation in the most important diagnostic groups.

Guided by a 'process matrix of rehabilitation', these analyses should identify the points at which far-reaching decisions are called for during the processes of rehabilitation. At these points, the knowledge base available for rational decisions should be examined. When there is no sufficient scientific knowledge, consensus conferences should be organized in order to collect and assess the available expertise of practitioners and to establish guidelines for clinical practice.

Since compliance with such guidelines could be easily checked in the routine quality assurance programme, this proposal seems to be a promising way of improving the knowledge base in rehabilitation in a rather short time.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/3410


Informationsstand: 06.10.2002

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