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Bibliographische Angaben zur Publikation

Einfluss der beruflichen Tätigkeit auf den Therapieerfolg von Patienten mit primär extrinsischem Impingement der Schulter


Autor/in:

Köhler, Hans-Christian; Hacke, Claudia; Gutcke, Andre [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2020, 59. Jahrgang (Heft 3), Seite 174-181, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2020



Abstract:


Ziel der Studie:

Schulterbeschwerden sind eine bedeutende Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Bei zugrundeliegendem subakromialem Impingementsyndrom wurde der Erfolg unterschiedlicher Therapieformen kaum getrennt nach unterschiedlicher beruflicher Tätigkeit untersucht. Diese prospektive vergleichende klinische Verlaufsbeobachtung untersucht den Einfluss der beruflichen Tätigkeit bei konservativer und operativer Therapie auf das Therapieergebnis hinsichtlich Funktion, Schmerz und Arbeitsfähigkeit.

Methodik:

In diese Studie konnten 97 Patientinnen und Patienten (Frauen: n=22, Männer: n=75; Durchschnittsalter: 43,1 +/- 10,1 Jahre) mit einem primär extrinsischem Impingementsyndrom der Schulter eingeschlossen werden. Die Patientinnen und Patienten wurden primär in die beiden Berufsgruppen der körperlich Arbeitenden und Bürotätigen unterteilt.

Im Weiteren wurden auch jeweils die Subgruppen konservative beziehungsweise operative Therapie betrachtet. Es erfolgte entweder eine rein konservative Therapie oder eine operative Therapie mit physiotherapeutischer Nachbehandlung. Die konservative Therapie erfolgte durch strukturierte physiotherapeutisch angeleitete Neukoordination der Schultergürtelmuskulatur. Operativ wurde eine arthroskopische subakromiale Dekompression durchgeführt.

Die Patientinnen und Patienten wurden 3, 6 und 12 Monate nach Interventionsbeginn nachuntersucht und Schulterfunktion (Constant-Score), Schmerz (NRS) sowie Arbeitsunfähigkeitsdauer erfasst. Die statistische Auswertung erfolgte mittels einer mixed ANOVA um die Effekte einer konservativen beziehungsweise operativen Therapie auf die Zielparameter zwischen unterschiedlich beruflich tätigen Personen im Nachbeobachtungszeitraum von 3, 6 und 12 Monaten zu berechnen (Therapieform*Berufstätigkeit*Zeit). Die Modelle wurden zusätzlich für Alter, Geschlecht und BMI adjustiert.

Ergebnisse:

Die beiden Berufsgruppen zeigten hinsichtlich Funktion und Schmerzniveau keinen statistisch signifikanten Unterschied sowohl nach konservativer als auch nach operativer Therapie. Bürotätige waren 3 Monate nach operativer Versorgung signifikant länger arbeitsunfähig als nach konservativer Therapie (7,3 +/- 0,8 Wochen gegenüber 0,5 +/- 7,3 Wochen; p<0,001). Auch war die Gruppe der operierten Bürotätigen gegenüber operierten körperlich Arbeitenden 3 Monate nach Operation signifikant länger arbeitsunfähig (3,0 +/- 1,1 Wochen gegenüber 7,3 +/- 0,8 Wochen; p=0,002).

Schlussfolgerung:

Zum einen zeigte sich Bürotätigkeit als negativer Prädiktor, da operativ behandelte Bürotätige gegenüber operativ behandelten körperlich Arbeitenden eine statistisch signifikant längere Arbeitsunfähigkeit hatten. Zum anderen war aber auch die operative Versorgung ein negativer Prädiktor, weil operativ behandelte Bürotätige gegenüber konservativ behandelten Bürotätigen eine statistisch signifikant längere Arbeitsunfähigkeit hatten. Darüber hinaus zeigte sich keine langfristige Überlegenheit einer Therapieform unter Berücksichtigung der Berufsgruppe.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Influence of Patients' Profession on Therapeutical Outcome of Patients with Primary Extrinsic Shoulder Impingement


Abstract:


Purpose:

Shoulder complaints are an important reason for inability to work. There are few considerations that link the effect of kind of therapy with ability to work in connection with kind of employment. This prospective, comparative clinical follow-up study examines the influence of occupational activity with conservative and operative therapy on the outcome of therapy in terms of function, pain and ability to work.

Methods:

In this study, 97 patients (women: n=22, men: n=75, mean age: 43.1 +/- 10.1 years) with a primary extrinsic shoulder impingement syndrome were included. Patients were divided into blue and white collar workers. Further on the subgroups of conservative and operative therapy were considered. Either a sole conservative therapy or an operative therapy with physiotherapeutic follow-up treatment took place. The conservative therapy was carried out as a structured re-coordination of muscles of the shoulder girdle under supervision of a physiotherapist. In the surgical cohorts an arthroscopic subacromial decompression was performed. Follow-up examinations were passed 3, 6 and 12 months after starting the intervention. Function (Constant Score), pain (NRS) and the duration of inability to work were assessed. The statistical analysis was performed using mixed-design ANOVA to calculate main effect and interactions (therapy*kind of employment*time) adjusted with age, sex and body mass index.

Results:

There was no statistically significant difference in terms of function and pain between blue and white collar workers. Office workers showed a significantly longer inability to work 3 months after surgical treatment compared with conservative treatment (7.3 +/- 0.8 weeks vs. 0.5 ± 7.3 weeks; p<0.001). Further the group of white collars with operative therapy was significantly longer inable to work than the group of blue collar workers after operative therapy 3 months after surgical treatment (3.0 +/- 1.1 weeks vs. 7.3 +/- 0.8 weeks; p=0.002).

Conclusion:

On the one hand, working in an office could be seen as a negative predictor for durance of inability to work. On the other hand, surgical treatment itself was a negative predictor for the durance of inability to work. Furthermore, no difference between conservative and surgical therapy could be observed in function and pain one year after starting the treatment.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/0556


Informationsstand: 10.11.2020

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