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Bibliographische Angaben zur Publikation

Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt: Ein unüberbrückbarer Gegensatz?

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Autor/in:

Ernst, Karl-Friedrich


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)


Quelle:

ZB Zeitschrift: Behinderte Menschen im Beruf, 2008, Heft 2, Seite 14-15, Wiesbaden: Universum, ISSN: 1433-4089


Jahr:

2008



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Abstract:


Karl-Friedrich Ernst, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH), geht auf die Situation der Werkstätten, die eine stetig steigende Zahl an Beschäftigten aufweisen sowie die Suche nach alternativen Lösungen für Menschen, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit nicht zwingend in einer Werkstatt arbeiten müssen, ein.

Dass der Übergang aus der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt möglich ist, veranschaulicht er am Beispiel von Jochen K., der nach 18 Jahren in der Werkstatt für geistig behinderte Menschen seit 2002 als Backstubenhelfer in einer Bäckerei arbeitet. Dennoch sei die steigende Zahl der Werkstattbeschäftigten ein seit Jahren ungelöstes sozialpolitisches Problem. Das Thema wurde bereits im Koalitionsvertrag aufgegriffen und Gesetzesüberlegungen für einen neuen Leistungstatbestand Unterstützte Beschäftigung würden ebenfalls in diese Richtung zeigen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen und die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe haben eine Stellungnahme mit einer Situationsbeschreibung und Lösungsvorschlägen veröffentlicht. Diese fand große Beachtung in der Fachöffentlichkeit, sei jedoch auch auf Widerspruch gestoßen.

Die Werkstätten haben in Deutschland einen wichtigen Beitrag geleistet, um Menschen, die den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht gewachsen sind, eine Form der beruflichen Teilhabe zu bieten. Niemand wolle bestreiten, dass viele Menschen dort den richtigen Platz gefunden haben. Im Gegenzug sei es allerdings wichtig, dass der starke Anstieg verlangsamt werde. Dies mache es notwendig, nach Alternativen zu suchen.

Zwischen 2000 und 2010 sei mit einer Fallzahlensteigerung von 40,9 Prozent zu rechnen. Dem hingegen liege die Zahl der Übergänge von Werkstattbeschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt bei gerade einmal 0,32 Prozent. Erstaunliche Erfolge zur Förderung der Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben regionale Ansätze wie die Aktion 1000 in den Ländern gezeigt. Mit diesem Projekt sollen in Baden-Württemberg innerhalb von fünf Jahren 1.000 Arbeitsplätze für Abgänger von Sonderschulen für geistig behinderte Menschen und Werkstattübergänger geschaffen werden.

Derzeit sei davon auszugehen, dass die Zahl bis Projektende sogar deutlich übertroffen werde. Als wichtige Maßnahme der Aktion 1000 führt der Autor an, dass sich alle Beteiligten stärker als bisher vernetzt und abgestimmt haben. Neu sei, dass die Träger der Eingliederungshilfe eigene finanzielle Mittel in den Prozess investieren. Bislang wurde dieser ausschließlich aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert.

Abschließend bemerkt der Autor, dass die Bemühungen um eine Verbesserung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt weiter gehen müssen, denn behinderte Menschen würden durch eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an Selbstbestimmung und Eigenständigkeit gewinnen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


ZB Behinderung & Beruf (ZB online)
Homepage: https://www.integrationsaemter.de/ZB/258c62/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0055/6729


Informationsstand: 22.08.2008

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