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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Organisationsdienst für nachgehende Untersuchungen - ODIN

Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis



Autor/in:

Panter, Wolfgang


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2002, 37. Jahrgang (Heft 10), Seite 498-503, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2002



Abstract:


1974 wurde das Übereinkommen über die Verhütung und Bekämpfung der durch krebserzeugende Stoffe und Einwirkungen verursachten Berufsgefahren - Berufskrebsübereinkommen - durch die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) verabschiedet. Somit wurde die Forderung festgeschrieben, dass Arbeitnehmern auch nach Beendigung einer durch krebserzeugende Arbeitsstoffe gesundheitsgefährdenden Tätigkeit ärztliche Nachuntersuchungen angeboten werden müssen - Grundlage dieser Forderung war die Tatsache, dass berufsbedingte Krebserkrankungen oft erst viele Jahre nach Beendigung einer gefährdenden Tätigkeit auftreten.

1972 wurde die Zentralstelle zur Erfassung asbeststaubgefährdeter Arbeitnehmer (ZAS) gegründet - eine Einrichtung, die nachgehende Untersuchungen für die Betroffenen organisierte.

Für alle sonstigen krebserzeugenden Arbeitsstoffe wurde das Berufskrebsübereinkommen durch die Unfallverhütungsvorschrift ' Arbeitsmedizinische Vorsorge' (VBG 100) umgesetzt, in der geregelt ist, dass ab dem 1. Oktober 1987 Arbeitnehmer, die für mindestens drei Monate an Arbeitsplätzen tätig waren, bei denen die Auslöseschwelle für krebserregende Stoffe überschritten war, der Berufsgenossenschaft zu melden sind.

Um eine einheitliche Verfahrensweise zu gewährleisten und auch Arbeitnehmer bei Wechsel der BG oder nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu erfassen, wurde von den Berufsgenossenschaften der übergreifende ' Organisationsdienst für nachgehende Untersuchungen' (ODIN) eingerichtet. ODIN erfasst alle gemeldeten Arbeitnehmer und organisiert die nachgehenden Untersuchungen, sobald diese nicht mehr in die Zuständigkeit des Arbeitgebers fallen. ODIN beauftragt Arbeitsmediziner mit den Untersuchungen und informiert diese über jeweils fällige Untersuchungstermine. Die anfallenden Kosten werden von der zuständigen Berufsgenossenschaft erstattet. Um den größtmöglichen Datenschutz zu gewährleisten, verbleiben die Untersuchungsbefunde beim untersuchenden Arzt, ODIN speichert lediglich die organisatorischen Daten. Eventuell notwendige Berufskrankheiten-Anzeigen erstattet der beauftragte Arzt bei der zuständigen Berufsgenossenschaft.

Im Weiteren schildert der Autor die Erfahrungen, die seit 1995 im Autrag von ODIN im Betriebsärztezentrum Duisburg (Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH) gemacht wurden. Bislang wurden 162 Probanden untersucht, bei denen aufgrund arbeitsplatzbedingter Exposition gegenüber krebserregenden Stoffen nachgehende Untersuchungen angeordnet worden waren. Dargestellt werden der Untersuchungsstandard sowie die festgestellten Befunde und Diagnosen.

Als Fazit zieht der Autor, dass die Einführung der nachgehenden Untersuchungen durch die Berufsgenossenschaften einerseits ein wirkungsvolles Instrument darstellt, sowohl berufsbezogene als auch nicht berufsbezogene maligne Tumoren frühzeitig zu erfassen, zusätzlich sind sie aber auch als ein nützliches Instrument zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge und zur Verbesserung des Gesundheitsbewusstseins des betreuten Personenkreises anzusehen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/5028


Informationsstand: 05.03.2003

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