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Bibliographische Angaben zur Publikation

Umfrage: Telemedizin in der Arbeitsmedizin


Autor/in:

Sedlaczek, Sabine; Schöne, Klaus; Rose, Dirk-Matthias [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2017, 52. Jahrgang (Ausgabe 6), Seite 439-445, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2017



Abstract:


Jeder Unternehmer in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, seinen Beschäftigten eine betriebsärztliche Betreuung zu ermöglichen. Mit ausschließlich konventionellen arbeitsmedizinischen Betreuungskonzepten ist eine ressourcenadäquate betriebsärztliche Versorgung, insbesondere von Klein- und Kleinstunternehmen (KKU) in ländlichen Regionen und von Beschäftigten an speziellen Arbeitsplätzen (zum Beispiel Offshore-Arbeitsplätze), nicht zu gewährleisten. Die Anwendung telemedizinischer Verfahren stellt eine Möglichkeit dar, konventionelle arbeitsmedizinische Betreuungsformen zu ergänzen und die arbeitsmedizinische Versorgung im Allgemeinen und vor allem für KKU in ländlichen Regionen bzw. Beschäftigte an speziellen Arbeitsplätzen zu verbessern.

Die Ergebnisse der im Februar 2017 online durchgeführten Umfrage zeigen, dass zwar einige der befragten Ärztinnen und Ärzte aus dem arbeitsmedizinischen Bereich Unsicherheit, Unwissenheit und Skepsis gegenüber der Telemedizin äußern, dass aber für einen Großteil der Umfrageteilnehmer die positiven Aspekte und Chancen überwiegen, die telemedizinische Anwendungen im Bereich der Arbeitsmedizin bieten können. Etwa die Hälfte der Befragten plant, zukünftig telemedizinische Verfahren im Rahmen der arbeitsmedizinischen Betreuung von Betrieben einzusetzen.

Telemedizin ist im Bereich der Arbeitsmedizin im Vergleich zu anderen medizinischen Fachgebieten noch relativ neu. Um bei der Entwicklung und Einführung telemedizinischer Verfahren in der Arbeitsmedizin eine hohe Qualität und Praktikabilität zu gewährleisten, sollte eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung erfolgen. Weiterhin müssen spezielle Qualitätssicherungsmaßnahmen entwickelt werden. Mit Blick auf die Rechtssicherheit (vor allem Datenschutz und Haftungsrecht) und Akzeptanz müssen auch die rechtlichen Voraussetzungen noch weiter entwickelt und für die Anwender klarer und besser überschaubar werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Survey: Telemedicine in occupational health


Abstract:


German law requires every employer to provide occupational health care for its employees. Effective, cost-efficient care cannot be ensured by conventional occupational health care concepts only, in particular with regard to employees of small and microenterprises in rural areas or employees in special workplaces (e.g. offshore jobs). The implementation of telemedicine procedures provides an opportunity to improve occupational health care for these employees in particular, but also in general by complementing conventional health care concepts.

According to the results of the online survey (n= 190 participants) conducted in February 2017, some of the responding occupational health physicians express a lack of knowledge, uncertainty and scepticism regarding telemedicine. For most of the participants, however, this is outweighed by the positive aspects and opportunities that may be offered by telemedicine procedures in occupational health and safety. Approximately half of the respondents are planning to implement telemedicine procedures in their daily work routine in future.

Telemedicine is still relatively new in the field of occupational health care compared to other medical disciplines. Therefore, the development and introduction of telemedicine procedures in occupational health care should be continuously scientifically monitored to achieve a high quality and practicability. Furthermore, adequate quality assurance measures have to be developed. The legal framework needs to be refined and made more transparent to the users to improve legal certainty (above all in terms of data protection and liability law) and thereby general acceptance of telemedicine in occupational health care.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0322


Informationsstand: 14.07.2017

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