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Bibliographische Angaben zur Publikation

Anfallskranke in Beruf und Gesellschaft


Autor/in:

Niemann, R.


Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM)


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Präventivmedizin, 1980, Heft 7, Seite 169-172, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0300-581X


Jahr:

1980



Abstract:


Der genetischen Epilepsie stellt man die symptomatischen Epilepsien gegenüber. Häufig leiden Epilepsiekranke an chronischen oder akuten psychischen Störungen. Chronische psychische Störungen bestehen in der epileptischen Wesensänderung und in der epileptischen Demenz akute in Verstimmungen und Dämmerzuständen. Verstimmungen fehlen wohl bei keinem Epileptiker. Sie können plötzlich eintreten und plötzlich abgeschlossen werden. Bezüglich Prognose und Verlauf sind die Psychosyndrome bei epileptischen Kindern von Interesse. Auch an die Möglichkeit pharmakogener Psychosen und Durchgangssyndrome muss man bei antikonvulsiver Therapie denken.

Basis jeder Rehabilitation ist die Langzeitbehandlung unter Kontrolle des Serumspiegels der Medikamente und mithilfe des Anfallskalenders. Wichtig bei Epilepsiekranken ist regelmäßiger und ausreichender Schlaf und Verzicht auf Alkoholgenuss. Die Wiedererteilung der privaten Fahrerlaubnis setzt eine mindestens dreijährige Anfallsfreiheit sowie einen unauffälligen psychischen und EEG-Befund voraus.

Bei der Berufswahl entfallen Tätigkeiten mit erheblicher Selbst- und Fremdgefährdung. Schichtdienst kann sich anfallsprovozierend auswirken. Für die Berufsfindung stehen Berufsbildungswerke für Jugendliche zur Verfügung. Umschulung im Erwachsenenalter kann in einem Berufsförderungswerk erfolgen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Arbeitgeber ein Fragerecht bezüglich der Einsetzbarkeit des Arbeitnehmers hat. Nur bei anerkanntem Schwerbehindertenstatus ist der Arbeitsplatz gegen Verlust desselben geschützt.

Bei privaten Versicherungsabschlüssen sehen sich Epileptiker mit überdurchschnittlich hohen Prämien und Leistungsausschlüssen konfrontiert. Sportliche Betätigung ist für die meisten Epilepsiekranken günstig, zum Beispiel auch durch Ausgleich affektiver Spannungen. Nur wenige Sportarten sind wegen der Verletzungsgefahr grundsätzlich abzulehnen.

[Nachdruck]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Menschen mit Epilepsie am Arbeitsplatz | REHADAT-Gute Praxis




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0074


Informationsstand: 01.01.1989

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