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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitation nach Nierentransplantation

Stationäre multimodale Rehabilitation als Bestandteil der (Langzeit-)Nachsorge nach Nierentransplantation und nach Nierenlebendspende



Autor/in:

Gerbig, Doris


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Nephrologe, 2021, Basel: Springer Nature, ISSN: 1862-040X (Print); 1862-0418 (Online)


Jahr:

2021



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Abstract:


Hintergrund

Durch strukturierte (Langzeit?)Nachsorge nach Nierentransplantation und Nierenlebendspende können Risikofaktoren für Transplantatüberleben und Nierenfunktion und für die physische wie psychische Morbidität unterschiedlichster Genese detektiert und gebessert werden. Neben den klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren zählen hierzu eine mangelnde Adhärenz der Patient:innen, Wissensdefizite im Hinblick auf Verhaltensregeln nach Transplantation und Lebendspende, Bewegungsmangel, mangelnde Coping-Strategien oder auch arbeitsmedizinische und sozialrechtliche Belange.

Ziel der Arbeit

Es soll dargestellt werden, wie Rehabilitationsmaßnahmen die Nachsorge nach Nierentransplantation und Lebendspende optimieren können, worauf sich der Rehabilitationsbedarf begründet, welche Ziele verfolgt werden und welche multidisziplinären Therapiemodule sich etabliert haben.

Material und Methoden

Hierfür dienen neben einer Literaturrecherche die Erfahrungen einer Rehabilitationsklinik, die seit dem Jahr 2000 Rehabilitationen nach Nierentransplantation und nach Lebendspende anbietet und etwa 600 Patient:innen pro Jahr behandelt.

Ergebnisse

Spezialisierte Rehamaßnahmen mit nephrologischem und transplantationsmedizinischem Schwerpunkt können die ambulante Nachsorge nach Nierentransplantation und Nierenlebendspende sinnvoll ergänzen, wenn die Rehabilitationsklinik konzeptionelle, personelle und strukturelle Qualitätsanforderungen erfüllt. Eine enge Kooperation der Rehaklinik mit dem Transplantationszentrum und den behandelnden Nephrologen ist essenziell.

Diskussion

Kontrollierte Studien zur Langzeitnachsorge unter Einbeziehung der stationären Rehabilitation sind anzustreben. Auch Prärehabilitation sollte in diesen Kontext einbezogen werden.

Fazit für die Praxis

- Eine stationäre multimodale Rehamaßnahme kann die ambulante Nachsorge nach Nierentransplantation und Nierenlebendspende nach dem Eingriff und im Langzeitverlauf sinnvoll ergänzen.
- Die Rehaklinik muss konzeptionell, strukturell und personell auf die Behandlung der komplexen nephrologischen und transplantierten Patienten eingerichtet sein.
- Rehaziele nach Transplantation: Steigerung von Lebensqualität, physische und psychische Stabilität, Sicherheit im Umgang mit dem Transplantat, Verringerung potenzieller Risikofaktoren für die Transplantatfunktion, Verbesserung sozialer und beruflicher Teilhabe.
- Rehaziele nach Nierenlebendspende: Nierenschutz, Verhinderung/Reduktion von physischen/psychischen Folgeschäden nach der Lebendspende, Einbeziehung des Kontextfaktors Empfänger zur Konsolidierung der neuen Situation.
- Die spezialisierte Rehamaßnahme setzt sich aus folgenden Therapiemodulen zusammen: medizinische Evaluation und Betreuung, psychologische Leistungen, Physio- und Sporttherapie, Schulungen, Sozialberatung.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Rehabilitation after kidney transplantation

Multimodal inpatient rehabilitation as component of (long-term) aftercare after kidney transplantation and living kidney donation

Abstract:


Background

Structured follow-up care starting immediately after the transplantation and living donation and ideally continuing long-term, can improve transplant survival and aid in the detection of risk factors for physical and psychological morbidity of various origins. In addition to classical cardiovascular risk factors, these include a lack of patient adherence, knowledge deficits with respect to the rules of conduct after transplantation and living donation, lack of exercise and coping strategies and also occupational health and social law issues.

Objective

This article aims to clarify how rehabilitation measures can optimize the aftercare following kidney transplantation and living donation, what the need for rehabilitation is based on, what goals are pursued and which multidisciplinary therapy modules have been established.

Material and methods

For this purpose, the experiences of a rehabilitation clinic offering rehabilitation after kidney transplantation and living donation and currently treats approximately 600 patients per year since 2000, have been considered in addition to a literature search.

Results

Given the complexity surrounding posttransplantation aftercare, specialized rehabilitation measures focusing on nephrology and transplantation medicine can meaningfully supplement outpatient aftercare after kidney transplantation and living donation, if the rehabilitation clinic fulfils conceptual, personnel, and structural quality requirements. A close cooperation between the rehabilitation clinic, the transplantation center, and the treating nephrologist is essential.

Conclusion

Controlled studies on the effects of long-term aftercare including inpatient rehabilitation are still needed. In this context, prerehabilitation should also be included.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Der Nephrologe: Zeitschrift für Nephrologie und Hypertensiologie
Homepage: https://link.springer.com/journal/11560/volumes-and-issues

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA7591


Informationsstand: 10.05.2021

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