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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Cochleaimplantat in der sozialgerichtlichen Rechtsprechung


Autor/in:

Lottner, Anna; Iro, Heinrich; Schützenberger, Anne


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

HNO, 2018, Band 66 (Heft 2), Seite 135-143, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 0017-6192 (Print); 1433-0458 (Online)


Jahr:

2018



Abstract:


Hintergrund:

Da sich die Indikation für eine CI-Versorgung erweitert hat ('Single-Sided Deafness' [SSD], elektrisch akustische Stimulation [EAS], bilaterale Versorgung, Versorgung bei sehr langer Taubheit) und daher zunehmend mehr Patientinnen und Patienten für eine solche Versorgung infrage kommen, kommt es auch immer öfter zu Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern hinsichtlich der Frage, ob die Kosten für die Operation und die Nachsorgekosten durch die Krankenversicherungen getragen werden müssen.

Zielsetzung/Fragestellung:

Dieser Artikel gibt einen Überblick über Urteile der deutschen Sozialgerichte. Es wurde untersucht, ob und in welchen Fällen es für den einzelnen Patienten empfehlenswert ist, den Klageweg zu beschreiten, und mit welcher Verfahrensdauer gerechnet werden muss.

Material und Methoden:

Ausgewertet wurden die beiden größten kommerziellen juristischen Datenbanken sowie die durch die Sozialgerichtsbarkeit veröffentlichten Urteile. Als Suchparameter dienten verschiedene Kombinationen aus den Begriffen 'Cochlear', 'Cochlea', 'Implant' und 'Implantat'. Drei Entscheidungen wurden durch direkte Anforderung beim entscheidenden Gericht erlangt, eine weitere in einem Artikel aufgeführt. Die besprochenen Entscheidungen ergingen im Zeitraum 2003 bis 2017.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 12 Entscheidungen gefunden. Die Hauptsacheentscheidungen gingen bis auf einen Fall alle zugunsten der Patientinnen und Patienten aus. Bei dem Verfahren, in dem die Klägerin nicht Recht bekam, handelte es sich um einen Ausnahmesachverhalt. Ein Kläger unterlag zwar im Verfahren auf einstweiligen Rechtsschutz, in der Hauptsache erkannte die Krankenversicherung seinen Anspruch auf eine CI-Versorgung jedoch an. Die Verfahren dauerten zwischen 1;8 Jahren und 9;5 Jahren.

Schlussfolgerung:

Trotz des zeitlichen Aufwands lohnt sich die Beschreitung des Rechtswegs. Das grundsätzlich kostenfreie sozialgerichtliche Verfahren führt in den meisten Fällen dazu, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen zur Tragung der Kosten für ein CI verpflichtet werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Cochlear implants in the social courts


Abstract:


Background:

Since the indication for receiving a cochlear implant (CI) has widened (single-sided deafness [SSD], electric acoustic stimulation [EAS], bilateral CI, CI for long-term deafness), more and more patients come into consideration for such a treatment. Hence, disputes increasingly arise between patients and their insurance companies concerning the question of whether surgery and follow-up treatment have to be paid for by statutory health insurance.

Objective:

This work provides an overview of judgments rendered by the German social courts. We investigated whether and in which cases it is advisable for a patient to go to court, and how long the proceedings may take.

Materials and methods:

We looked for judgments in the two biggest commercial legal databases and in the database of the German social courts, using combinations of the search parameters 'Cochlear,” 'Cochlea,” 'Implant,” and 'Implantat.” Three verdicts were attained by directly contacting the court; another one was mentioned in an article. The reviewed judgements were issued between 2003 and 2017.

Results:

A total of 12 judgments were found. The patients won in all but one of the main proceedings. The case that was lost concerned exceptional circumstances. One patient didn't get the desired interim measure, but won in the main proceedings. The proceedings took between 1 year and 8 months, and 9 years and 5 months.

Conclusion:

Despite the amount of time the patient has to invest, taking legal action is worthwhile. The proceedings at the social courts are generally exempt from charges. In most cases, the statutory health insurance is ordered to pay for a CI.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


HNO
Homepage: https://link.springer.com/journal/106

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA7377


Informationsstand: 12.12.2019

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