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Bibliographische Angaben zur Publikation

Leichte Texte schreiben

Zur Wirksamkeit von Regellisten Leichter Sprache in verschiedenen Kommunikationsbereichen und im World Wide Web



Autor/in:

Bock, Bettina M.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

trans-kom, 2015, Band 8 (Nummer 1), Seite 79-102, Berlin: Frank und Timme, ISSN: 1867-4844


Jahr:

2015



Link(s):


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Abstract:


In der öffentlichen Diskussion werden Leichter und auch einfacher Sprache häufig große Erwartungen entgegengebracht, wenn es um die Frage geht, wie wirksam die Ansätze in Bezug auf adressatenorientierte Verständlichmachung sind. Auch bei den Akteuren, die mit Leichter Sprache arbeiten oder Texte erstellen, ist die Vorstellung verbreitet, Leichte Sprache erleichtere für alle gleichermaßen den Zugang zu auch komplexen Inhalten.

In den Regeln des Netzwerks Leichte Sprache heißt es beispielsweise: 'Leichte Sprache verstehen alle besser' (Netzwerk Leichte Sprache 2013: 1). Leichte Sprache erscheint in dieser Sicht als Universallösung für alle Verständlichkeitsprobleme. Vom Anspruch her wird sie als Ansatz konzipiert, mit dem sämtliche Texte in allen Lebens- und Kommunikationsbereichen in eine verständliche Sprache 'übersetzt' werden können (vgl. Bock demn. c). Ermöglicht werden soll dies durch eine überschaubare Zahl an kontextunabhängig definierten sprachlichen (und typografischen) Regeln.

In dem Beitrag soll es unter anderem um die Frage gehen, inwiefern Leichte Sprache tatsächlich als ein solches allgemeines Mittel der Kommunikationsoptimierung fungieren kann. Die Forschung zur Wirksamkeit von Regeln in Schreibratgebern zeigt bereits, dass einfache Sprachregeln nicht unbedingt zu besseren oder verständlicheren Texten führen (vgl. Balling 2013). Wie effektiv sind also Regelkataloge der Leichter Sprache? Es geht dabei nicht um eine vergleichende Gegenüberstellung einzelner Regellisten (s. Lieske/Siegel 2014: 46), sondern um die Frage, welche Faktoren die Anwendung von Regellisten in verschiedenen Kontexten und Kommunikationsbereichen entweder effektiv oder wenig vielversprechend macht.

Betrachtet werden sollen auch die besonderen hypertextuellen Bedingungen von Webseiten in Leichter Sprache, zu denen gängige Regelkataloge bisher keine spezifischen Empfehlungen formulieren. Das Vorhaben richtet sich allerdings nicht allein auf die Frage, ob und wie Regellisten einzusetzen sind. Es soll vor allem erörtert werden, welche Grundsatzfragen zu klären sind (im Textproduktionsprozess, aber auch in der Forschung) und in die Konzeption, in die Erwartungen und in die Praxis von Leichter Sprache einfließen sollten. Als Einstieg ins Thema soll etwas zur Bezeichnung und zur Abgrenzung der (Haupt-)Zielgruppe von Leichter Sprache gesagt werden, weil hierzu oft widersprüchliche und teilweise falsche Angaben kursieren.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Writing Leichte Sprache (Easy-to-read)

On the Effectiveness of Rule Lists in Different Contexts and in the Word Wide Web

Abstract:


'Leichte Sprache” as the equivalent to Easy-to-read and a form of accessible communication has been established in the German-speaking countries since the early 2000s. It is addressed to people with learning disabilities and other groups with difficulties in reading and understanding (simple and complex) written text. The second section gives an overview of current discussions on designations and descriptions of the main target groups.

The main objective of this article is to investigate the applicability of common lists prescribing linguistic features and design rules for the production of texts in Leichte Sprache. Analyses of the effectiveness of rule lists in writing advice already show that simple rule lists do not necessarily lead to better writing. Instead of comparing single features in different lists the aim is to investigate under which conditions and in which contexts rule lists of Leichte Sprache can be effective and which fundamental problems may occur. Also hypertext conditions are discussed in this perspective.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


trans-kom - Zeitschrift für Translation und Fachkommunikation
Homepage: http://www.trans-kom.eu/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA5525


Informationsstand: 05.01.2017

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