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Bibliographische Angaben zur Publikation

Eine Befragung zur medizinischen und psychosozialen Situation von 140 Arbeiterinnen 32 Monate nach Myokarderstinfarkt


Autor/in:

Brägelmann, F.; Eisenriegler, E.; Jokiel, R. [u. a.]


Herausgeber/in:

Kübler, Wolfgang; Meinertz, T.


Quelle:

Zeitschrift für Kardiologie, 1990, Band 79, Seite 268-272, Darmstadt: Steinkopff, ISSN: 0300-5860 (Print); 1435-1285 (Online)


Jahr:

1990



Abstract:


Die Überlegung, dass für Frauen nach einem Herzinfarkt zum Teil andere soziale, psychische und medizinische Probleme entstehen als für Männer, veranlasste uns, diese Untersuchung 32 Monate nach Myokarderstinfarkt durchzuführen. 140 Frauen (Alter 56,4 +-7 Jahre) wurden 32 +-8,7 Monate nach Myokarderstinfarkt angeschrieben und um die Beantwortung unseres Fragebogens gebeten (Rücklaufquote 83 Prozent, n=119).

Verstorben waren 8,8 Prozent. 12 Prozent erlitten einen Reinfarkt. 84 Prozent der Frauen fiel es nach dem Myokardinfarkt schwerer, ihren Haushalt zu versorgen; trotzdem wurde von 73 Prozent die Hausarbeit auch nach dem Infarkt ohne Hilfe verrichtet. Bei 51,5 Prozent trat eine Veränderung der Stimmungslage in Richtung zunehmender Depressivität, Verunsicherung und Ängstlichkeit auf.

Stress wurde von 83 Prozent (n=89) der Frauen als eine Ursache für den Infarkt angesehen. 45 Prozent gelang es nicht, den Stress zu reduzieren. Der subjektiv empfundene Stressabbau wurde in 54 Prozent durch eine Änderung der Lebensweise und eine ruhigere Lebensart erreicht, in 39,5 Prozent durch die Aufgabe des Berufes beziehungsweise Berentung und in 6,5 Prozent durch den Tod des Ehemannes bewirkt.

Hinsichtlich der Risikofaktoren stellten 74 Prozent der Raucherinnen den Nikotinkonsum ein, Ovulationshemmer wurden in allen Fällen nach dem Herzinfarkt abgesetzt. Obwohl 90,5 Prozent (n=97) angaben, ihre 'Blutfettwerte' regelmäßig kontrollieren zu lassen, waren diese Werte nur bei 35 Prozent der Frauen in Ordnung.

Schlussfolgerungen: Der Rehabilitationsprozess endet nicht nach Verlassen der Rehaklinik. Es sollten ambulante Hilfen für den Haushalt angeboten und die häusliche und familiäre Situation schon während der stationären Rehabilitation besprochen werden. Hinsichtlich der somatischen Risikofaktoren ist eine bessere Betreuung der Frauen nach Herzinfarkt notwendig.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Medical and psychosocial outcome in 140 women (blue collar workers) 32 months after first myocardial infarction


Abstract:


We suspected there could be different social, psychological, and medical problems for women after a first myocardial infarction than those affecting men. 140 women (56.4 +- 7 years) were interviewed by questionnaire 32 +- 8.7 months after myocardial infarction; 83% (n = 119) responded (8.8% of the sample group had died), 12% suffered a reinfarction, and 11% underwent aortocoronary bypass surgery.

For 84% of those responding it was harder to do their housework after myocardial infarction, but 73% did it without help. 51.5% showed a mood change that included increasing depression, anxiousness, and insecurity. In 12.5% of the women their relationship with their husband was adversely affected; in 6.6% their relationship with their children worsened. 83% (n =89) saw their infarction as a result of stress. 45% could not relieve their stress after 32 months. A subjecitve feeling of stress decrease in 54% was achieved with a quieter life, in 39.5% by resigning their jobs, and in 6.5% by the death of the husband.

Concerning somatik risk factors 74% of the smokers stopped smoking; oral contraceptives were discontinued in all cases. 90.5% (n = 97) of the women said they had their serum lipid values checked regularly, but these were only under control in 35%.

We conclude the rehabilitation process does not end when patients leave a rehabilitation clinic. Patients should acquire household help, and their family situation should be discussed during their stay in the rehabilitation clinic. Concerning the somatic risk factors, women who survive myocardial infarction require better care and information.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Erscheinen der Zeitschrift wurde im Jahre 2005 eingestellt.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA5210


Informationsstand: 08.01.1996

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