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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das biopsychosoziale Modell von Behinderung

Kongressbeitrag



Autor/in:

Sandor, Stefan


Herausgeber/in:

Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)


Quelle:

Das Gesundheitswesen, 2015, Kongressdokumentation, 77. Jahrgang (Heft 08/09), Seite A245, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0941-3790 (Print); 1439-4421 (Online)


Jahr:

2015



Abstract:


Beitrag auf dem 51. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), auf der 30. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS), 6. LGL Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen in Bayern (MDK) 'Daten gewinnen, Wissen nutzen für die Praxis von Prävention und Versorgung', Regensburg, 23.-25. September 2015

Die verbesserte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist Gegenstand öffentlicher Debatten aber auch eine große gesellschaftliche Herausforderung. Eine Vielfalt von Disziplinen beschäftigt sich mit dem Thema der Behinderung aus medizinischer, therapeutischer, rechtlicher und sozialer Perspektive. Ein gemeinsames Verständnis davon, was unter dem Begriff der Behinderung zu verstehen ist, erscheint deshalb mehr als notwendig. Denn bei Menschen mit Behinderungen können Probleme mit der Teilhabe in allen Lebensbereichen auftreten.

Behinderungen können sich in den verschiedenen Lebensphasen sehr unterschiedlich auswirken. Die internationale Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2001 (deutsche offizielle Übersetzung von 2005) versucht diesen Brückenschlag. Die ICF definieren dabei vier Basiskomponenten: Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation sowie Umweltfaktoren. Diese werden systematisch miteinander in Beziehung gesetzt und sollen so eine möglichst präzise Bestimmung des behinderungsbedingten Bedarfes ermöglichen.

Dafür bedient sich die ICF eines biopsychosozialen Modells von Behinderung, einer Synthese des medizinischen und des sozialen Modells von Behinderung. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung von 2006 hat dieses Modell wortgleich übernommen. Seit Ende März 2009 ist die UN-BRK in Deutschland geltendes Recht und damit das biopsychosoziale Modell auch Grundlage zumindest der Politikberatung in diesem Bereich. Dort wo Defizite in der Teilhabe feststellbar sind, lässt sich das häufig auf ein unausgewogenes oder spezialisiertes Verständnis von Behinderung zurückführen.

Das biopsychosoziale Modell bietet eine echte Chance: Wirksame Teilhabe erfordert eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit, multiprofessionelle Expertise und die aktive Beteiligung der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen. Die gemeinsame Basis ist ein Behinderungsbegriff der entsprechend vielfältige Differenzierungen erlaubt, überflüssige Kategorisierungen vermeidet und eine inhaltliche Verständigung über die Grenzen der Disziplinen hinweg ermöglicht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Das Gesundheitswesen
Homepage: https://www.thieme.de/de/gesundheitswesen/profil-1875.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA4750


Informationsstand: 31.03.2021

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