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Bibliographische Angaben zur Publikation

Schwerbehindertenvertreter: Nur nicht unterschätzen


Autor/in:

Jacob, Peter


Herausgeber/in:

Arbeitskammer des Saarlandes


Quelle:

Arbeitnehmer, 2006, 54. Jahrgang (Heft 06), Seite 11, Saarbrücken: Eigenverlag, ISSN: 0334-8223


Jahr:

2006



Abstract:


Norbert Minninger kennt das Geschäft aus dem Effeff. Er ist seit 1978 Schwerbehindertenvertreter und muss manchmal auch sehr hartnäckig zu Werke gehen, um die Interessen seiner behinderten Kolleginnen und Kollegen durchzusetzen.

Norbert Minninger zu erreichen, war gar nicht so einfach: Tut mir leid, gestern haben viele Kollegen angerufen, es ging um die Neuwahlen: Wer muss wählen, wo wird gewählt? Der 55-Jährige ist Hauptvertrauensperson beim Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Schwerbehindertenvertretungen des öffentlichen Dienstes und Vorsitzender der neuen Schwerbehinderten-Sondervertretungen (im Landesdienst), ein Mann, der sich seit 1978 als Schwerbehindertenvertreter für die Belange seiner ebenfalls schwerbehinderten Kolleginnen und Kollegen einsetzt.

Schwerbehindertenvertreter verhelfen zum Recht
Wir Schwerbehindertenvertrauensleute überwachen die Einhaltung der Gesetze, passen auf, dass Betriebs- und Dienstvereinbarungen eingehalten werden, achten auf Prävention für Betroffene, beschreibt Minninger die Aufgaben. Wenn zum Beispiel ein neuer Stuhl für einen körperlich Behinderten oder ein neuer PC für einen Blinden beschafft werden soll, kümmern sich die in den Betrieben und Dienststellen gewählten Schwerbehindertenvertrauensleute um Kontakte mit dem Integrationsamt, dem Rentenversicherungsträger, der Agentur für Arbeit, stellen Anträge beim Versorgungsamt, wobei die konkrete Hilfe bei der Antragstellung erst seit 2002 per Gesetz vorgesehen ist - wohl aber in der Vergangenheit informell auch immer schon so war.

Wie wichtig die Arbeit der Schwerbehindertenvertretungen ist, zeigt das Beispiel eines blinden Kollegen, dem aufgrund seiner Behinderung eine Weiterqualifizierung verwehrt werden sollte. Es hieß, für Blinde sei eine solche Maßnahme nicht möglich, erinnert sich Norbert Minninger. Erst ein Gespräch beim Ministerpräsidenten führte zum Erfolg: Der Blinde wurde zur Fortbildung zugelassen und legte eine sehr gute Prüfung hin. Natürlich sei es für die Dozenten nicht immer einfach gewesen, auf die Belange des Behinderten Rücksicht zu nehmen, berichtet Minninger, doch am Ende habe das Beispiel gezeigt, wie leistungsfähig behinderte Menschen am Arbeitsplatz sind. Viele Personalchefs meinen, Schwerbehinderte seien oft krank. Das aber ist völlig falsch. Wer eine Behinderung hat, der kniet sich rein, will zeigen, dass er etwas leisten kann, spricht der Fachmann in Sachen Behinderungen am Arbeitsplatz klare Worte.

Minninger arbeitet nicht nur im Ministerium direkt für die Interessen seiner schwerbehinderten Kolleginnen und Kollegen, sondern auch indirekt, kaum wahrnehmbar. Dank der Lobbyarbeit müssen mittlerweile auch schwerbehinderte Beamte in die private Krankenversicherung aufgenommen werden. Und, ganz aktuell: Arbeitnehmer, die einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 70 oder ab 50 mit Gehbehinderung haben, können auch weiterhin ihre tatsächlichen Aufwendungen für Wege zur Arbeit ab dem 1. Kilometer geltend machen, und nicht erst ab dem 21. Kilometer.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


arbeitnehmer - Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes
Homepage: https://www.arbeitskammer.de/publikationen/zeitschrift-arbei...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3129


Informationsstand: 09.05.2007

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