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Bibliographische Angaben zur Publikation

Leichtes Schädel-Hirn-Trauma

Eine unterschätzte Verletzung?



Autor/in:

Strowitzki, Martin


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Trauma und Berufskrankheit, 2018, Volume 20, Seite 53-57, Berlin, Heidelberg: Springer, ISSN: 1436-6274 (Print); 1436-6282 (Online)


Jahr:

2018



Link(s):


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Abstract:


Hintergrund:

In Deutschland erleiden pro Jahr geschätzt circa 250.000 Menschen ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Es definiert sich als Folge einer Gewalteinwirkung, die zu einer Funktionsstörung und/oder Verletzung des Gehirns geführt hat über einen Glasgow-Coma-Scale-Wert von 13 bis 15.

Fragestellung:

Definition, Behandlungsoptionen und Prognose des leichten Schädel-Hirn-Traumas werden vorgestellt.

Material und Methoden:

Es erfolgt die Analyse des aktuellen Stands der Wissenschaft nach eigener Erfahrung und Literaturrecherche.

Ergebnisse:

In der Anfangsphase kann es sich um eine dynamische Störung handeln, sodass eine Krankenhauseinweisung zur genauen Überwachung empfohlen wird. Therapeutisch sollten in den ersten Tagen vor allem äußere Reize durch Abschirmung und Ruhe minimiert werden. Bis zur Symptomfreiheit sollte weder physische noch mentale Aktivität erfolgen. Bei anhaltenden Beschwerden muss eine umfassende Diagnostik eingeleitet werden.

Zwar kehrt die Mehrzahl der Betroffenen nach 3 bis 6 Monaten an den vorherigen Arbeitsplatz zurück, es kann aber zu einer Chronifizierung von Beschwerden kommen, dem sogenannten 'chronischen postkommotionellen Syndrom' (PCS) mit teils unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, kognitiven Störungen, Reizbarkeit et cetera. Risikofaktoren für die Entwicklung eines PCS können unter anderem ein niedriges Bildungsniveau sowie Schwindel und Erbrechen in der Primärsituation sein.

Diskussion:

Das leichte Schädel-Hirn-Trauma wird oft unterschätzt. Es können sich chronische Beschwerden entwickeln, die über Jahre nachweisbar sind und die Rückkehr zum alten Arbeitsplatz verhindern. Daher sollten alle Betroffenen durch eine einfache Fragebogenabfrage nach drei Monaten gescreent und bei Auffälligkeiten einer ausgiebigen Diagnostik im Rahmen des Brain-Check-Programms zugeführt werden, das von den BG-Kliniken angeboten wird.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Mild traumatic brain injury

An underestimated trauma?

Abstract:


Background:

Each year an estimated 250,000 cases of mild traumatic brain injury (mTBI) occur in Germany. A TBI is defined as a result of mechanical energy to the head from external physical forces leading to malfunction and/or injury of the brain with a Glasgow Coma Scale value from 13 to 15.

Objective:

The definition, treatment modalities and prognosis of mTBI are presented.

Material and methods:

An analysis of the state of the science according to personal experience and a literature search was carried out.

Results:

In the initial phase mTBI can be a dynamic disorder which is why hospital admission for continuous surveillance is advocated. Treatment consists of avoidance of external stimuli by shielding and resting. There should be neither physical nor mental activities as long as symptoms persist. Ongoing symptoms have to result in comprehensive diagnostics.

Most of the patients return to work within 3 - 6 months but persisting problems are also possible, leading to the so-called postconcussional syndrome (PCS) showing nonspecific symptoms, such as headache, dizziness, cognitive dysfunction and irritability. Risk factors for PCS can be a lower level of education, dizziness and vomiting in the acute phase.

Conclusion:

The mTBI is an underestimated entity. Chronic symptoms may develop that persist for years and prevent a return to work. That is why we propose screening of all patients with mTBI after 3 months using a simple standardized mail questionnaire. Each conspicuous result should lead to extensive diagnostics within the brain check program provided by the German workers compensation hospitals.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Trauma und Berufskrankheit
Homepage: https://link.springer.com/journal/10039

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0012/0049


Informationsstand: 27.12.2019

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