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Bibliographische Angaben zur Publikation

Inklusion in Deutschland - eine bildungsstatistische Analyse


Autor/in:

Klemm, Klaus


Herausgeber/in:

Bertelsmann Stiftung


Quelle:

Gütersloh: Bertelsmann, 2013, 40 Seiten


Jahr:

2013



Link(s):


Link zu der Studie (PDF | 2,99 MB).


Abstract:


Inklusion in Deutschland - Zusammenfassung der zentralen Befunde:

1. In Deutschland liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert wurde, im Schuljahr 2011/12 bei 6,4 Prozent (Förderquote). Im Vergleich der Bundesländer findet sich hinter diesem bundesweiten Durchschnittswert eine Bandbreite, die von 4,9 Prozent in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen bis hin zu 10,9 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern reicht. Diese Unterschiede der Förderquoten weisen darauf hin, dass von Land zu Land unterschiedliche Kriterien bei der Diagnose eines sonderpädagogischen Förderbedarfs zugrunde gelegt werden.

2. In Deutschland ist die Förderquote von 2000/01 bis 2011/12 von 5,3 auf 6,4 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum ist die Quote der Schüler, die separiert in Förderschulen lernen (Exklusionsquote), kaum angestiegen: von 4,6 auf 4,8 Prozent. Die Quote der Schülerinnen und Schüler, die in allgemeinen Schulen inklusiv unterrichtet werden (Inklusionsquote), verdoppelte sich in dieser Zeit und stieg von 0,7 auf 1,6 Prozent. Für Deutschland kann daher insgesamt festgestellt werden, dass das vermehrte inklusive Unterrichten nicht zu einem Rückgang des Unterrichtens in Förderschulen geführt hat.

3. Der Inklusionsgedanke ist 2011/12 auf den einzelnen Bildungsstufen sehr unterschiedlich stark verankert. Für Deutschland insgesamt gilt, dass die Anteile der Kinder und Jugendlichen mit einem diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf, die gemeinsam mit Gleichaltrigen ohne diesen Förderbedarf betreut bzw. unterrichtet werden, von Bildungsstufe zu Bildungsstufe abnehmen: In der Kindertagesbetreuung (Kindertageseinrichtungen zuzüglich öffentlich geförderter Kindertagespflege) liegt der Inklusionsanteil bei 67,1 Prozent, in den Grundschulen bei 39,2 Prozent und in den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I bei nur noch 21,9 Prozent. Das bedeutet: Ein Teil der Kinder, die im Elementarbereich gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf betreut werden, erfährt beim Eintritt in die Schule, nicht zur großen Mehrheit aller Kinder zu gehören. Beim Übergang in die weiterführenden Schulen wird wiederum einem beachtlichen Teil deutlich gemacht, nicht länger zur großen Gruppe der übrigen Schülerinnen und Schüler zu gehören.

4. Was das gemeinsame Lernen in der Sekundarstufe angeht, fällt besonders auf: Nur 9,8 Prozent der inklusiv unterrichteten Schülerinnen und Schüler lernen 2011/12 in Realschulen oder in Gymnasien. In diesen Schulformen ist der Inklusionsgedanke also noch wenig verbreitet.

5. Mit 74,5 Prozent (2011) verlassen nahezu drei Viertel der Förderschüler die Schulen ohne einen Hauptschulabschluss. Angesichts der Tatsache, dass schon den Schülern und Schülerinnen, die einen Hauptschulabschluss erreichen, die Einmündung in eine voll qualifizierende Berufsausbildung sehr schwer fällt, eröffnen spezielle Abschlüsse oder Abgangszeugnisse von Förderschulen, die unterhalb des Hauptschulabschlusses angesiedelt sind, erst recht kaum Zugangschancen auf dem Ausbildungsmarkt. Diese bildungsstatistische Analyse verfolgt zwei Ziele. Der in Deutschland im Schuljahr 2011/12 erreichte Stand der Entwicklung zu einem inklusiven Schulsystem soll, soweit er mit den Instrumenten der Bildungsstatistik fassbar ist, beschrieben werden. Darüber hinaus sollen Problembereiche benannt werden, die auf dem Weg zu einer inklusiven Schule deutlich werden.

[Aus: Verlagsinformation]


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Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Verlag Bertelsmann Stiftung
Homepage: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/buecher...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV7118x02


Informationsstand: 19.03.2013

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