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Bibliographische Angaben zur Publikation

SprungBRETT ins Arbeitsleben - Modellprojekt zur Überleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten in das Erwerbsleben

Abschlussbericht zur Projektlaufzeit vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2002



Sammelwerk / Reihe:

Abschlussberichte SprungBRETT und KOALA


Autor/in:

Ginnold, Antje; Radatz, Joachim; Bausch, Martina [u. a.]


Herausgeber/in:

Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH (ISB)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2003, 71 Seiten


Jahr:

2003



Link(s):


Link zu dem SprungBRETT-Abschlussbericht (2001-2002) (PDF | 2,4 MB)


Abstract:


SprungBRETT bezeichnet ein ambulantes Unterstützungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernbehinderung im Übergangsfeld zwischen der Schule und dem Arbeitsleben, das seit dem 01.04.1999 seine Dienste auf der Grundlage ESF-finanzierter Projekte in das Berliner System der beruflichen Bildung einbringt. Der vorliegende Projektbericht bezieht sich auf den Zeitraum vom 01.01.2001 bis 31.12.2002 und ist mittlerweile der dritte Abschlussbericht, der über die Ergebnisse dieses Unterstützungsangebotes Auskunft gibt.

In den vorangegangenen Berichten wurden die Arbeitsweise von SprungBRETT, ihre konzeptionellen Hintergründe und Ziele ausführlich dargestellt. In einer Reihe von Fallbeispielen wurden die Erfolge und Schwierigkeiten der Projektarbeit möglichst praxisnah und anschaulich beschrieben. Die umfangreiche Falldokumentation und die intensive Auseinandersetzung mit den jeweils individuellen beruflichen Möglichkeiten und Grenzen der Projektteilnehmer/ innen, ihren Unterstützungsbedürfnissen und Lebensplänen wurden im Berichtszeitraum unvermindert fortgesetzt. Nur auf der Grundlage dieser Reflexionen war es möglich, die am Einzelfall orientierte Projektarbeit sinnvoll zu steuern.

In der Verallgemeinerung führten sie zum 'Konzept einer arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit im Übergangsfeld zwischen Schule und Erwerbsleben', das in der Zusammenarbeit mit dem Landesjugendamt und der Senatsverwaltung für Bildung Jugend und Sport erarbeitet wurde und diesem Bericht als Anlage 1 angefügt ist. Vor diesem Hintergrund haben wir im vorliegenden Abschlussbericht gänzlich auf Fallbeispiele verzichtet. Konzeptionelle Erläuterungen sind lediglich im Hinblick auf die Entwicklung realistischer beruflicher Wünsche (Kapitel 3.2) und hinsichtlich der Auswertung von Praktika (Kapitel 4) in der knappen Form von Ablaufdiagrammen zum Gegenstand der Darstellung geworden.

Das aus unserer Sicht für den beruflichen Integrationsprozess außerordentlich wichtige Verhältnis zwischen der Selbst- und Fremdeinschätzung beruflicher Kompetenzen wurde ebenfalls in den vorangegangenen Berichten thematisiert. Die sozialwissenschaftlichen Hintergründe dieses Verhältnisses, die Erhebungs- und Auswertungsmethoden, mit denen es operationalisiert werden kann und seine integrationspädagogischen Konsequenzen werden ausführlich in einem Aufsatz diskutiert, der anlässlich eines Vortrags der Integrationsforschertagung in der Universität Bremen geschrieben wurde und demnächst veröffentlicht wird.

Gleiches gilt für einen Artikel, der sich am Beispiel des maßgeblich auf die Initiative von Sprung-BRETT zurückzuführenden Modellprojekts KOALA mit der Frage auseinander setzt, ob und auf welche Weise betriebsintegrierte Maßnahmen der Berufsvorbereitung den Übergang von SchülerInnen mit Lernbehinderung in das Erwerbsleben sichern können. Beide Manuskripte sind dem Bericht als Anlage 3 und Anlage 4 angefügt. Weitere Veröffentlichungen enthalten die Darstellung der Projektarbeit mit ihren Zwischenergebnissen. Sie enthalten weniger Informationen,als der Bericht und wurden ihm deshalb nicht angefügt.

Der Bericht gibt über den Verlauf und die Ergebnisse von zwei finanzierungs-und abrechnungstechnisch getrennten Projekten Auskunft, die im selben Zeitraum mit identischem Inhalt unter einer gemeinsamen Leitung durchgeführt worden sind. Eine nach Berichten getrennte Darstellung beider Teilprojekte erscheint deshalb unsinnig. Folglich haben wir uns für die Darstellung beider Projekte in einem Bericht entschieden, der die Ergebnisse differenziert nach den Zielgebieten der Teilprojekte referiert.

Der Bericht besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil sind die Ergebnisse weitestgehend unkommentiert dargestellt. Kapitel 3 befasst sich mit den TeilnehmerInnen des Projektes, ihrem Status zum Zeitpunkt der Aufnahme im Projekt und ihren beruflichen Wünschen. Kapitel 4 hat die von SprungBRETT im Zusammenwirken mit den Lehrkräften der Kooperationsschulen akquirierten, unterstützten und ausgewerteten Praktika zum Gegenstand. In Kapitel 5 werden vom Projekt begleitete Übergänge einschließlich der erreichten Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse beschrieben. Im Anschluss daran geht es um den Verlauf und um die Ergebnisse der durchgeführten Projektentwicklungsarbeit. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt dabei auf den Bemühungen, mit denen das Angebot von SprungBRETT durch eine Regelfinanzierung verstetigt werden sollte.

Im zweiten Teil des Berichts werden diese Ergebnisse im Kontext mit den Ergebnissen der vorangegangenen Projekte diskutiert. Diese Vorgehensweise haben wir gewählt, um auf einer breiteren empirischen Grundlage Schlussfolgerungen treffen zu können, die zur Ausgestaltung von Unterstützungsangeboten im Übergangsfeld zwischen Schule und Arbeitsleben für Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernbehinderung hilfreich sein können.

Kapitel 1 enthält eine Zusammenfassung des Berichts und gestattet einen raschen Überblick über die Arbeitsergebnisse beider Teilprojekte des Berichtszeitraumes. Kapitel 8 enthält Forderungen zur Verbesserung der beruflichen Chancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernbehinderung, die aus der summarischen Beurteilung der von Sprung-BRETT durchgeführten Projektarbeit abgeleitet wurden.

Der Nachweis der von den Projekten erreichten Qualifizierungsstunden ist nicht Gegenstand des Sachberichts und erfolgt gesondert in den ESF-Endberichten.

Die ProjektmitarbeiterInnen nahmen den Kontakt zu den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ihren Eltern und Lehrern überwiegend bereits während der regulären Schulzeit auf. Die beruflichen Wünsche und Fähigkeiten der ProjektteilnehmerInnen wurden ermittelt, durch betriebliche Praktika überprüft und im Hinblick auf nachschulische Anschlussperspektiven ausgewertet. 'Unterstützte Beschäftigung' und 'Alltagsbegleitung' boten dabei einen konzeptionellen Hintergrund, der sich bereits in anderen Projekten als praxistauglich erwiesen hat.

Nach einer Laufzeit von 24 Monaten kann festgehalten werden, dass es der auf den Einzelfall gerichteten Arbeit gelungen ist, eine Lücke im Unterstützungsangebot partiell und temporär zu schließen. Im Zusammenwirken mit den Jugendlichen und ihren Unterstützern ist es in einer ganzen Reihe von Fällen gelungen, strukturelle Barrieren im Übergangsfeld zwischen der Schule und dem Arbeitsleben zu überwinden oder in ihren negativen Auswirkungen zu mildern. Ohne diese Hemmnisse wäre jedoch ein Vielfaches erreichbar gewesen. Sie erschwerten die im Einzelfall gelungenen Überleitungen in betriebliche Ausbildungsverhältnisse und reguläre Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erheblich und verhindern die betriebliche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernbehinderung in der Breite.

Die Bemühungen, eine Regelfinanzierung der Projektarbeit zu erreichen, waren nicht erfolgreich. Es ist zwar gelungen, diesbezüglich eine Fallpauschale gemäß § 31.1 SGB VIII mit dem Landesjugendamt zu vereinbaren. Da die finanziellen Spielräume der Bezirke aufgrund der aktuellen Sparzwänge sehr eng geworden sind, steht die Umsetzung dieser Vereinbarung vor Problemen, die im Projektzeitraum nicht überwunden werden konnten. Selbst der Nachweis, dass durch die von den Projekten erprobte Arbeitsweise erhebliche Einsparungen im öffentlich finanzierten System der Berliner Berufsbildung erreicht werden können, führte nicht zum angestrebten Ergebnis. Einige Jugendämter sind jedoch grundsätzlich bereit, sich an der Finanzierung von SprungBRETT zu beteiligen. Sie erachteten dabei aber eine Mischfinanzierung als sinnvoll, weil sich die Arbeit der Projekte im Schnittbereich zwischen den Verantwortlichkeiten der Schul-, Jugend- und Arbeitsverwaltung bewegt. Mit dem Ende der ESF-Finanzierung reißt die Lücke im Angebot an der Nahtstelle zwischen Schule und Arbeit wieder auf, die von den Projekten mit ihren Leistungen nachweislich geschlossen werden konnte, da in Berlin kein Regelangebot mit gleichem Leistungsprofil verfügbar ist.

(Vorwort und Zusammenfassung gem. ISB)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


BIS Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung e.V.
Homepage: https://bisev-berlin.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV6977x03


Informationsstand: 13.11.2003

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