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Bibliographische Angaben zur Publikation

SprungBRETT ins Arbeitsleben - Modellprojekt zur Überleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten in das Erwerbsleben

Abschlussbericht zur Projektlaufzeit von August 1999 bis September 2001



Sammelwerk / Reihe:

Abschlussberichte SprungBRETT und KOALA


Autor/in:

Radatz, Joachim; Bausch, Martina; Ginnold, Antje [u. a.]


Herausgeber/in:

Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH (ISB)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2001, 62 Seiten


Jahr:

2001



Link(s):


Link zu dem SprungBRETT-Abschlussbericht (1999-2001) (PDF | 625 KB)


Abstract:


Das Projekt SprungBRETT hatte die Aufgabe, junge Menschen mit Lernbehinderung beim Übergang in das Erwerbs- und Erwachsenenleben zu begleiten und nachgehend zu unterstützen. Weil für den sehr sensiblen Bereich Nachgehender Betreuung eine stabile Vertrauensbasis gelegt werden muss, nahm das Projekt den Kontakt zu den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ihren Eltern und Lehrern bereits während der regulären Schulzeit auf.

Die beruflichen Wünsche und Fähigkeiten der ProjektteilnehmerInnen wurden ermittelt, durch betriebliche Praktika überprüft und im Hinblick auf nachschulische Anschlussperspektiven ausgewertet. Erwiesen sich dabei Berufsausbildung oder eine reguläre Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als realistische Möglichkeiten, wurden ausbildungs- beziehungsweise einstellungsbereite Betriebe gesucht und hinsichtlich der Beschäftigung von benachteiligten und lernbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen beraten.

Fanden die Jugendlichen nach Abschluss des 10 Schuljahres Aufnahme in die modulare, duale Qualifizierungsmaßnahme I (MDQM I), in Vollzeitlehrgänge im 11. Schuljahr oder in berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit, wurde der Kontakt zu ihnen aufrechterhalten, um aus diesen Maßnahmen heraus oder im Anschluss an diese Maßnahmen die Sicherstellung eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes zu erreichen.

Das Modell der Unterstützten Beschäftigung und das der Alltagsbegleitung boten dabei einen konzeptionellen Hintergrund, der sich bereits in anderen Projekten als praxistauglich erwiesen hat. Neben der am Einzelfall ausgerichteten sozialpädagogischen Arbeit hatte SprungBRETT die Aufgabe, Kooperationsbeziehungen zwischen Schulen und sozialen Einrichtungen, Diensten und Maßnahmen zur beruflichen Integration von benachteiligten Jugendlichen anzubahnen und dauerhaft nutzbar zu machen, um auf diese Weise tragfähige Netzwerke zur Verbesserung der beruflichen Chancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit beruflichen Integrationsproblemen auf institutioneller Ebene zu knüpfen.

Nach einer Laufzeit von 26 Monaten können folgende Ergebnisse festgehalten werden:
- Am Projekt nahmen 111 Jugendliche und junge Erwachsene teil, die zum Zeitpunkt ihrer Projektaufnahme mehrheitlich das 10. oder 11. Schuljahr besuchten. Die beruflichen Wünsche der ProjektteilnehmerInnen wurden ermittelt und der Prozess ihrer Berufswahlentscheidung unterstützt.

- Durch das Projekt wurden 221 Praktika begleitet und/oder akquiriert, von denen jeweils ein Fünftel den Bereichen Garten-Landschaftsbau und Gastronomie zuzuordnen sind. Praktika erwiesen sich als ein Schlüsselelement im Integrationsprozess und fanden fast ausnahmslos eine positive Resonanz. In den Kooperationsbetrieben war ihre Akzeptanz hoch. Die PraktikantenInnen fühlten sich von den MitarbeiterInnen dieser Betriebe angenommen. Die Auswertung der zur Beurteilung dieser Praktika eingesetzten Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen führte zu differenzierten Betrachtung der vom Projekt unterstützten Zielgruppe. Konkrete, empirisch fundierte Empfehlungen, wie der Perspektivität sozialer Wahrnehmungsprozesse bei der Berufsvorbereitung und bei der beruflichen Integration von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein höherer Stellenwert eingeräumt werden kann, wurden erarbeitet.

- Mit Hilfe von SprungBRETT konnten 39 TeilnehmerInnen - 13 Frauen und 26 Männer - in Ausbildungs- und Beschäftigungsvehältnisse vermittelt werden, wobei eine Jugendliche einen Arbeits- und einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen hat. Entsprechend konnten 40 Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnisse erreicht werden. Dabei haben neun Jugendliche in unmittelbarem Anschluss an das 10 Schuljahr eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle gefunden und zwölf im Anschluss an eine berufsvorbereitende Maßnahme im 11. Schuljahr oder im Anschluss an eine berufsvorbereitende Maßnahme der Bundesanstalt für Arbeit. Bei einem/r TeilnehmerIn wurde der berufliche Eingliederungsprozess durch eine Phase der Arbeitslosigkeit unterbrochen.

- Neben den im Projekt unterstützten Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnissen wurden Übergänge in unterschiedliche Lebenssituationen und Maßnahmen der beruflichen Bildung vorbereitet und begleitet. Dabei rangieren Überleitungen in berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit (55) und schulische Maßnahmen der Berufsvorbereitung (34) auf den ersten Plätzen. Mit Hilfe von SprungBRETT ist es gelungen, das in Berlin angebotene Spektrum beruflicher Bildungsmaßnahmen umfassend und fallorientiert zu nutzen.

- Sprungbrett kooperierte mit 13 Schulen, circa 100 Betrieben, Berufsbildungswerken, sonstigen Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation für behinderte Menschen und anderen Anbietern berufsvorbereitender oder berufsbildender Maßnahmen. Zusätzliche professionelle Hilfen und informelle Unterstützungssysteme wurden in die sozialen Netzwerke der TeilnehmerInnen integriert.

- Um die Qualität dieser Kooperationsbeziehungen zu beurteilen und zu entwickeln, wurden die Schulen gebeten, die Arbeitsweise von Sprungbrett hinsichtlich Kooperation, Zuverlässigkeit, Engagement und Kompetenz auf einer Skala von -2 bis +2 zu beurteilen. Die Auswertung ergab durchgängig positive Durchschnittswerte.

- Zur Koordinierung und Umsetzung der im Einzelfall ausgerichteten Unterstützungsleistungen wurden mehr als 9700 Kontakt-, Beratungs-, Akquisitions- und Fachgespräche mit den unterschiedlichen Personengruppen geführt. Die wichtigsten Gruppen bildeten dabei die TeilnehmerInnen selbst, ihre Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten, Personen aus ihrem sozialen Umfeld, ihre LehrerInnen oder SonderpädagogInnen an den Schulen, die MitarbeiterInnen der Kooperationsbetriebe, AnsprechpartnerInnen aus Ämtern oder Verwaltungen und MitarbeiterInnen aus Einrichtungen der beruflichen Bildung.

- Um die Integrationsbemühungen auf eine breite und stabile Basis zu stellen, wurde unter Mitwirkung von SprungBRETT ein Kooperationsverbund für Ausbildung, Lernen und Arbeit (KOALA) gebildet. Es wurde ein betriebsintegrierter Förderlehrgang initiiert, der im September 2001 begann und gemeinsam vom Ausbildungszentrum OTA gGmbH und der ISB gGmbH durchgeführt wird. In diesen Förderlehrgang fanden sechs TeilnehmerInen von SprungBRETT Aufnahme. Hervorzuheben ist dabei, dass die Qualifizierungsverträge, die zwischen den TeilnehmerInnen, den Bildungsträgern und den Kooperationsbetrieben abgeschlossen worden sind, die Betriebe verpflichten, 'im Zusammenwirken mit der ISB gGmbH und der OTA gGmbH Möglichkeiten der Übernahme des/ der PraktikantIn in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis zu überprüfen'.

- Durch die Verbindung von zwei integrationspädagogischen Ansätzen wurde ein Handlungsrahmen entwickelt, der sich bewährt hat und auch bei der Gestaltung vergleichbarer Projekte nützlich sein kann. Unser Versuch, die Arbeitsweise von SprungBRETT in den Kontext wissenschaftlicher Begriffsbildung und Theorieentwicklung einzubetten, zeigt darüber hinaus, dass die Projektarbeit an Faktoren ansetzte, die in dem Zusammenhang, aus dem sich die Behinderung eines Menschen entwickelt, von hoher Relevanz sind.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass es SprungBRETT gelungen ist, eine Lücke im Unterstützungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten an der Nahtstelle zum Erwerbs- und Erwachsenenleben zu schließen. Die im Projektantrag formulierten Ziele wurden erreicht. Das Projekt führte zu einem subjektnahen und erweiterten Verständnis der individuellen Probleme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in erschwerten Lebenslagen und hat auf institutioneller Ebene Entwicklungen angeregt, die zu einer Verbesserung der berufsvorbereitenden und berufsbegleitenden Unterstützung dieses Personenkreises beitragen.

(Gemäß ISB gGmbH/SprungBRETT - Autorenreferat)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


BIS Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung e.V.
Homepage: https://bisev-berlin.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV6977x02


Informationsstand: 13.11.2003

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