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Bibliographische Angaben zur Publikation

SprungBRETT ins Arbeitsleben - Modellprojekt zur Überleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten in das Erwerbsleben

Abschlussbericht zur Projektlaufzeit vom 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2000



Sammelwerk / Reihe:

Abschlussberichte SprungBRETT und KOALA


Autor/in:

Radatz, Joachim; Bausch, Martina; Ginnold, Antje [u. a.]


Herausgeber/in:

Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH (ISB)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2000, 66 Seiten


Jahr:

2000



Link(s):


Link zu dem SprungBRETT-Abschlussbericht (1999-2000) (PDF | 577 KB)


Abstract:


Das Projekt SprungBRETT hatte die Aufgabe, insbesondere junge Menschen mit Lernbehinderung beim Übergang in das Erwerbs- und Erwachsenenleben zu begleiten und nachgehend zu unterstützen.

Weil für den sehr sensiblen Bereich Nachgehender Betreuung eine stabile Vertrauensbasis gelegt werden muss, nahm das Projekt den Kontakt zu den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ihren Eltern und Lehrern bereits während der regulären Schulzeit auf. Die beruflichen Wünsche und Fähigkeiten der ProjektteilnehmerInnen wurden ermittelt, durch betriebliche Praktika überprüft und im Hinblick auf nachschulische Anschlussperspektiven ausgewertet.

Erwiesen sich dabei Berufsausbildung oder eine reguläre Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als realistische Möglichkeiten, wurden ausbildungs- beziehungsweise einstellungsbereite Betriebe gesucht und hinsichtlich der Beschäftigung von benachteiligten und lernbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen beraten.

Fanden die Jugendlichen nach Abschluss des 10. Schuljahres Aufnahme in der modularen, dualen, Qualifizierungsmaßnahme I (MDQM I), in Vollzeitlehrgängen im 11. Schuljahr oder in berufsvorbereitenden Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit, wurde der Kontakt zu ihnen aufrechterhalten, um aus diesen Maßnahmen heraus oder im Anschluss an diese Maßnahmen einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu erreichen.

Unterstützte Beschäftigung und Alltagsbegleitung boten dabei einen konzeptionellen Hintergrund, der sich bereits bei der Durchführung von anderen Projekten als praxistauglich und erfolgreich erwiesen hatte (siehe Kapitel 2.3).

Neben der am Einzelfall ausgerichteten sozialpädagogischen Arbeit hatte SprungBRETT die Aufgabe, Kooperationsbeziehungen zwischen Schulen und sozialen Einrichtungen, Diensten und Maßnahmen zur beruflichen Integration von benachteiligten Jugendlichen anzubahnen und dauerhaft nutzbar zu machen, um auf diese Weise tragfähige Netzwerke zur Verbesserung der beruflichen Chancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit beruflichen Integrationsproblemen auf institutioneller Ebene zu knüpfen.

Finanziert wurde das Projekt über ESF-Mittel in der Regie von der Senatsverwaltung Arbeit, Soziales und Frauen. Die zur Kofinanzierung eingesetzten Landesmittel stellte die Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport.

Nach einer Laufzeit von 18 Monaten können folgende Ergebnisse festgehalten werden:
- Am Projekt nahmen 150 Jugendliche und junge Erwachsenen (66 junge Frauen und 84 junge Männer) im Alter zwischen 16 und 25 Jahren teil (siehe Kapitel 3), die zum Zeitpunkt ihrer Projektaufnahme mehrheitlich das 10. Schuljahr, Lehrgänge der schulischen Berufsvorbereitung oder berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit besuchten (siehe Kapitel 3.1).

- Durch das Projekt wurden 126 Praktika begleitet und/oder akquiriert, von denen knapp zwei Drittel dem Bereich Dienstleistungen zuzuordnen sind (siehe Kapitel 4.1). Praktika erwiesen sich als ein Schlüsselelement im Integrationsprozess und fanden fast ausnahmslos eine positive Resonanz. In den Kooperationsbetrieben war ihre Akzeptanz hoch. Die PraktikantenInnen fühlten sich von den MitarbeiterInnen dieser Betriebe angenommen (siehe Kapitel 4.3.1). Die Auswertung der zur Beurteilung dieser Praktika eingesetzten Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen führte zur differenzierteren Betrachtung der vom Projekt unterstützten Zielgruppe (siehe Kapitel 4.3.3). Konkrete, empirisch fundierte Empfehlungen, wie der Perspektivität sozialer Wahrnehmungsprozesse bei der Berufsvorbereitung und bei der beruflichen Integration von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein höherer Stellenwert eingeräumt werden kann, wurden erarbeitet (siehe Kapitel 4.4).

- Mit Hilfe von SprungBrett konnten 40 TeilnehmerInnen - 18 Frauen und 22 Männer - in Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden, wobei fünf von diesen 40 TeilnehmerInnen zwei Arbeits- oder Ausbildungsverträge abgeschlossen haben. Entsprechend konnten 45 Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnisse erreicht werden (siehe Kapitel 5.2). Dabei haben 14 Jugendliche in unmittelbarem Anschluss an das 10. Schuljahr eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle gefunden und 16 im Anschluss an eine berufsvorbereitende Maßnahme im 11. Schuljahr oder im Anschluss an eine berufsvorbereitende Maßnahme der Bundesanstalt für Arbeit. Bei 12 TeilnehmerInnen wurde der berufliche Eingliederungsprozess durch eine Phase der Arbeitslosigkeit unterbrochen (siehe Kapitel 5.3).

- Neben den vom Projekt unterstützten Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse wurden insgesamt 163 Übergänge in unterschiedliche Lebenssituationen und Maßnahmen der beruflichen Bildung vorbereitet und begleitet. Dabei rangieren Überleitungen in schulische Maßnahmen der Berufsvorbereitung (37) und in berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit (44) auf den ersten Plätzen (siehe Kapitel 6. 1). Mit Hilfe von SprungBRETT ist es gelungen, das in Berlin angebotene Spektrum beruflicher Bildungsmaßnahmen umfassend und fallorientiert zu nutzen.

- Zur Koordinierung und Umsetzung der am Einzelfall ausgerichteten Unterstützungsleistungen wurden mehr als 3. 000 Kontakt-, Beratungs-, Akquisitions- und Fachgespräche mit den unterschiedlichen Personengruppen geführt. Die wichtigsten Gruppen bildeten dabei die TeilnehmerInnen selbst, ihre Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten, Personen aus ihrem sozialen Umfeld, ihre Lehrer oder Sonderpädagogen an den Schulen, die MitarbeiterInnen der Kooperationsbetriebe, Ansprechpartner aus Ämtern oder Verwaltungen und MitarbeiterInnen aus Einrichtungen der beruflichen Bildung (siehe Kapitel 7).

- Um die soziale Integration der ProjektteilnehmerInnen insbesondere nach Abschluss der Schule zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, unter der Anleitung eines Projektmitarbeiters oder einer Projektmitarbeiterin, Erfahrungen auszutauschen oder sich gemeinsam auf neue Herausforderungen vorzubereiten, wurden Qualifizierungszirkel angeboten. Neben themenzentrierten Abgeboten, wurde ein Teilnehmer-Stammtisch eingerichtet, den die Jugendlichen und jungen Erwachsenen als altersgerechtes Qualifizierungs- und Freizeitangebot wahrnahmen (siehe Kapitel 8).

- SprungBRETT kooperierte mit 20 Schulen (siehe Kapitel 9.2.1). Um die Qualität dieser Kooperation zu beurteilen und zu entwickeln, wurden die Schulen gebeten, die Arbeitsweise von SprungBRETT hinsichtlich Kooperation, Zuverlässigkeit, Engagement und Kompetenz auf einer Skala von - 2 bis + 2 zu beurteilen. Die Auswertung ergab durchgängig positive Durchschnittswerte (siehe Kapitel 9.2.2).

- Um die Integrationsbemühungen auf eine breite und stabile Basis zu stellen, wurde unter Mitwirkung von SprungBRETT ein Kooperationsverbund für Ausbildung, Lernen und Arbeit (KOALA) gebildet, dem neben einer Schule für Lernbehinderte auch ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen angehören. Durch diesen Kooperationsverbund wurde ein betriebsintegrierter Förderlehrgang initiiert, der voraussichtlich im September 2001 beginnen und in der Trägerschaft vom Ausbildungszentum OTA gGmbH durchgeführt werden wird (siehe Kapitel 9. 2.3).

- In Kooperation mit dem Internationalen Bund konnte gezeigt werden, dass die Erfolgsquote traditioneller Förderlehrgänge durch Integrationsberatung und Arbeitsassistenz deutlich verbessert werden kann.

- Um Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten den Einstieg in das Berufsfeld Altenpflege in einem größeren Umfang zu ermöglichen, als dies im Rahmen des durchgeführten Projekts möglich war, wurden von SprungBRETT die Gesellschaft für Berufsbildende Maßnahmen (GFBM) und die St. Elisabeth Stiftung mit ihrer Fachschule für Alten- und Heilerziehungspflege als Kooperationspartner gewonnen. Ein Ziel dieser Kooperation ist es, die nach dem kürzlich verabschiedeten Altenpflegegesetz einzurichtende Altenpflegehelferausbildung für Menschen mit Lernbehinderung zu öffnen (siehe Kapitel 9.2.5).

Insgesamt kann festgestellt werden, dass es SprungBRETT gelungen ist, eine Lücke im Unterstützungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten an der Nahtstelle zum Erwerbs- und Erwachsenenleben zu schließen (siehe Kapitel 9.1). Die im Projektantrag formulierten Ziele wurden erreicht. Das Projekt führte zu einem subjektnahen und erweiterten Verständnis der individuellen Probleme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in erschwerten Lebenslagen und hat auf institutioneller Ebene Entwicklungen angeregt, die zu einer Verbesserung der berufsvorbereitenden und berufsbegleitenden Unterstützung und Qualifizierung dieses Personenkreisen beitragen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


BIS Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung e.V.
Homepage: https://bisev-berlin.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV6977x01


Informationsstand: 13.11.2003

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