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Bibliographische Angaben zur Publikation

Bewältigungsmuster im Beruf

Persönlichkeitsunterschiede in der Auseinandersetzung mit der Arbeitsbelastung



Autor/in:

Schaarschmidt, Uwe; Fischer, Andreas W.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, 177 Seiten, ISBN: 3-52545880-0; 978-3-52545880-8


Jahr:

2001



Abstract:


Das Buch ist eine umfangreiche Dokumentation mehrjähriger Forschungsarbeit zu dem Thema Bewältigung arbeitsbezogener Belastungen. Untersucht wurden Berufe mit hoher psychischer Belastung, die sich aus einem verstärkten Umgang mit beziehungsweise Verantwortung für Menschen ergeben. Die umfangreichsten und differenziertesten Erhebungen liegen für Lehrer und Pflegeberufe vor. Weiterhin wurden Bewältigungsmuster der Berufsfeuerwehr sowie von Personen mit Leitungs- und Führungsverantwortung und von Selbstständigen/ Existenzgründern untersucht.

Die Arbeit steht in der theoretischen Tradition des transaktionalen Stressmodells von Lazarus und dem Ressourcenkonzept von Antonovsky, deren Gemeinsamkeit die Betonung personaler Ressourcen und der aktiven Rolle des Menschen in seiner Auseinandersetzung mit (beruflichen) Anforderungen und Belastungen ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:

In Teil 1 werden das Instrument sowie die clusteranalytisch ermittelten Bewältigungsmuster vorgestellt. Methodische Grundlage der Arbeit ist das umfassend evaluierte Fragebogeninstrument AVEM (Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster).

Teil 2 bietet ausführliche Beschreibungen der Musterverteilungen in den einzelnen Berufen, regionale Unterschiede sowie Besonderheiten im Geschlechter- und Altersvergleich. Es werden ausführliche Bezüge zu den jeweiligen Arbeitsbedingungen hergestellt und Musterveränderungen über die Zeit berichtet. Als generelle Tendenz wird erkennbar, dass die gesunden Bewältigungsmuster vor allem dort zu finden sind, wo die Arbeitstätigkeit situative Ressourcen wie zum Beispiel hohe Handlungs- und Dispositionsspielräume bereit stellt.

In Teil 3 werden Berufe und Tätigkeitsfelder verglichen. Während sich bei den Führungskräften und den Existenzgründern die größten Anteile des gesunden Bewältigungsmusters finden, liegen bei allen anderen Berufsgruppen problematische Profile vor, wobei die Lehrer die deutlich schlechtesten Musterausprägungen aufweisen.

Angesichts der Bedeutung, die die Autoren den konkreten Arbeitsbedingungen einräumen, ist es umso bedauerlicher, dass die konkreten Arbeitsbedingungen in den Untersuchungen nicht systematischer erhoben wurden. Auch sucht der interessierte Leser vergeblich den vollständigen Fragebogen. Bedingt durch die ungenaue Abstufung der Grautöne sind viele Abbildungen nur sehr schwer les- und damit verstehbar.

Insgesamt aber liefert das Buch eine gut strukturierte Fülle neuer Informationen über berufsspezifische Beanspruchungen und Bewältigungsstrategien, vor allem in der personenbezogenen Dienstleistungsarbeit. Auch zum Thema geschlechtssepzifischer Bewältigungsformen finden sich viele interessante Hinweise. Ein gutes Buch, das eine wichtige Verbindung zwischen persönlichkeits- und arbeitspsychologischer Theorie und Praxis herstellt.

[Gemäß Rezension von Dr. Antje Ducki, Hamburg]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie




Bezugsmöglichkeit:


Vandenhoeck & Ruprecht
Homepage: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV6597


Informationsstand: 03.09.2002

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