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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Arbeitsmarkt in NRW

Schwerbehinderte Menschen



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesagentur für Arbeit (BA) - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen


Quelle:

Düsseldorf: Eigenverlag, Online-Ressource, 2015, Stand: November 2015, 16 Seiten: PDF


Jahr:

2015



Abstract:


Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen sendet positive Signale an Menschen mit Behinderung. Im Laufe des Jahres 2015 nahmen fast zehn Prozent mehr Menschen mit Behinderung ein Beschäftigungsverhältnis auf als im Jahr zuvor. Die Agenturen für Arbeit in Nordrhein-Westfalen bieten zur fünften bundesweiten Aktionswoche für Menschen mit Behinderung vom 30. November bis zum 4. Dezember flächendeckend Beratungs- und Informationsveranstaltungen für Arbeitgeber und Menschen mit Behinderung.

'Immer mehr Unternehmen verstehen, dass sie auf das Fachkräftepotenzial, das Menschen mit Behinderung bieten, nicht verzichten können', sagt Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit (BA NRW). Hatten im Vorjahr knapp 12.100 Menschen mit Behinderung eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine Selbständigkeit aufgenommen, sind es 2015 fast zehn Prozent mehr, konkret 13.197 Personen. 'Das ist ein Erfolg der Bemühungen aller Partner am Arbeitsmarkt.' Besonders erfreulich sei, sagt Schönefeld, dass die neuen Arbeitsverhältnisse fast vollständig durch die private Wirtschaft geschaffen wurden: 'Für uns ist das die eigentliche Botschaft: Inklusion ist für viele Arbeitgeber kein Fremdwort mehr.'

Untermauert wird die positive Bilanz von der sogenannten Besetzungs- oder Pflichtquote. Gesetzlich verlangt wird, dass 5,0 Prozent der Arbeitsplätze von Arbeitnehmern mit Handicap besetzt werden. In NRW liegt die Quote derzeit bei 5,2 Prozent, 0,1 Prozent höher als im vergangenen Jahr. 'Auch wenn sich rein zahlenmäßig daraus eine leichte Übererfüllung der Arbeitgeber ablesen lässt', erklärt die Arbeitsmarktexpertin, 'ist die Zahl der Menschen mit Behinderung, die keinen Arbeitsplatz finden, immer noch sehr hoch'. Während die Pflichtquote von Menschen mit Behinderung im öffentlichen Dienst bei 7,0 Prozent auf hohem Niveau gleich geblieben ist, ist sie bei den privaten Arbeitgebern um 0,1 Prozent von 4,5 Prozent im Vorjahr auf aktuell 4,6 Prozent gestiegen: 'Viele einzelne Beispiele in allen Regionen unseres Bundeslandes zeigen, dass die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt gerade auch für private Unternehmen und Betriebe möglich ist. Der Trend weist in die richtige Richtung. Doch die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage für Personen mit Handicap ist nach wie vor riesig. Jetzt bauen wir für die Zukunft darauf, dass das Engagement und die Bereitschaft der Unternehmen, sich auf Arbeitnehmer mit Behinderung einzulassen, weiter zunehmen wird'.

In Nordrhein-Westfalen suchen derzeit knapp 50.000 Menschen mit Behinderung eine Arbeit. 'Viele Menschen mit Handicap sind gut ausgebildet und suchen ihre Chance am Arbeitsmarkt', sagt Schönefeld, 'wenn sie sich ergibt, ergreifen sie diese hochmotiviert. Darauf möchten wir während der diesjährigen Woche der Menschen mit Behinderung besonders aufmerksam machen.'

Die Bundesagentur für Arbeit NRW unterstützt die Inklusion mit einer Vielzahl von Dienstleistungen und Programmen. Das Jahresbudget für die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung betrug 2015 insgesamt 560 Millionen Euro. Davon entfielen auf die Förderung der betrieblichen Ausbildung und der Arbeitsaufnahme von schwerbehinderten Menschen rund 40 Millionen Euro. 'Inklusion ist eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle arbeitsmarktpolitischen Partner ihren Beitrag leisten müssen', betont Schönefeld. 'Die Agenturen für Arbeit unterbreiten von der Berufsorientierung für Jugendliche über die Beratung von Unternehmen bis hin zur passgenauen finanzielle Hilfe für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Vielzahl von Angeboten, mit denen wir die Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen unterstützen.'

Das Wichtigste in Kürze:

- Mehr als jeder zehnte Einwohner in Nordrhein-Westfalen ist schwerbehindert. Dabei sind überwiegend ältere Menschen von einer Schwerbehinderung betroffen.
- Die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen in Nordrhein-Westfalen steigt stetig an. Im Jahr 2013 hat sich die Zahl gegenüber 2012 um 3.700 Personen oder 1,6 Prozent erhöht.
- Die Arbeitslosigkeit der schwerbehinderten Menschen hat sich ungünstiger entwickelt als die aller Arbeitslosen. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl um 14 Prozent gestiegen, die Arbeitslosigkeit aller Arbeitslosen aber um mehr als fünf Prozent gesunken.
- Schwerbehinderte Arbeitslose streben verhältnismäßig häufig Fachkraft-Tätigkeiten an. Allerdings sind darunter auch in nennenswertem Maße Tätigkeiten mit einer geringen Arbeitskräfte-Nachfrage.
- Die Arbeitslosigkeit dauert bei schwerbehinderten Arbeitslosen deutlich länger als bei Arbeitslosen ohne Schwerbehinderung. Mehr als die Hälfte ist länger als ein Jahr arbeitslos und zählt somit zu den Langzeitarbeitslosen.
- Die Chance, eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt aufzunehmen, ist für schwerbehinderte Arbeitslose deutlich geringer als für Arbeitslose ohne Schwerbehinderung.

[Aus: Pressemitteilung der Herausgeber 033/2015 vom 26.11.2015]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen
Arbeitsmarktbeobachtung/Presse und Marketing
Homepage: https://www.arbeitsagentur.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV5643


Informationsstand: 02.12.2015

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