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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsbelastungen und muskulo-skelettale Abnutzungserscheinungen von Maurern im Vergleich mit Zimmerern und Malern/Lackierern

Eine kombinierte epidemiologische, orthopädische und biomechanische Längsschnittuntersuchung; Ausführende Stelle: Uni Hamburg - Förderkennung: 01 HG 019/1



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1992, Seite 921-922


Jahr:

1992



Abstract:


1. Problemstellung
Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates haben eine große sozial- und gesundheitspolitische Bedeutung. Ein großer Teil der Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen und für Frühberentungen wird für Patienten mit muskulo-skelettalen Erkrankungen aufgewendet. Eine wichtige Rolle in der Entstehung dieser Erkrankungen spielt offenbar langjährige schwere körperliche Arbeit oder einseitige repetitive Tätigkeit.

Es liegt eine Reihe von Untersuchungen über den Zusammenhang von Arbeitstätigkeiten und Erkrankungen von Bewegungsorganen vor. Die angewandte Methodik entspricht jedoch häufig nicht der Komplexität der Fragestellung, und die Ergebnisse verschiedener Studien sind nicht eindeutig interpretierbar.

2. Lösungswege
Zur Abschätzung des Einflusses der beruflichen Tätigkeit auf die Entwicklung degenerativer Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane sollen drei Berufsgruppen des Baugewerbes - Maurer, Zimmerer, Maler - in einer Quer- und Längsschnittstudie untersucht werden. An der wissenschaftlichen Untersuchung wirken Epidemiologen, Orthopäden, Arbeitswissenschaftler und Biomechaniker mit.

Im Rahmen einer Querschnittstudie wird durch epidemiologische Erfragung der Berufsanamnese und durchorthopädische Erhebung des körperlichen Status versucht, Erkrankungsrisiken für Bauarbeiter zu ermitteln. Die in dieser Querschnittstudie vorhandenen 'Gesunden' und 'Berufsanfänger' werden einer arbeitswissenschaftlichen Felduntersuchung unterzogen. Hier werden detailliert die körperlichen Belastungen der täglichen Arbeit ermittelt.

Die in diesem Untersuchungsteil definierten körperlichen Belastungssituationen des Arbeitsplatzes werden in einem Biomechaniklabor weiter analysiert. Hierfür steht eine dreidimensionale Bewegungsanalyse (VICON) mit Kraftmessplattform, Beschleunigungsmessern und EMG zur Verfügung. Aus den im Labor gewonnenen Daten zu einem typischen Arbeitsablauf werden über biomechanische Modellrechnungen Kräfte und Momente an bestimmten Skelettabschnitten ermittelt. Es wird erwartet, dass sowohl potenziell schädigende als auch protektive Bewegungsmuster identifiziert werden können.

Durch eine Längsschnittuntersuchung der erstuntersuchten Beschäftigten nach drei Jahren soll überprüft werden, ob die arbeitsplatz- und berufsbezogenen Risiken durch ihre Vorhersagekraft von Erkrankungen der Bewegungsorgane in der zweiten Erhebung gesichert werden können und ob die möglicherweise protektiv wirkenden Bewegungsmuster auch eine schützende Wirkung vor späteren Erkrankungen der Bewegungsorgane haben.

3. Stand/Ergebnisse
In der ersten Phase wurde das epidemiologische Untersuchungsinstrumentarium entwickelt und in einem Pretest an Bauarbeitern überprüft. Der standardisierte orthopädische Untersuchungsgang wurde speziell für diese Studie ausgearbeitet und durch Vergleichsuntersuchungen an externen Kliniken evaluiert. Der arbeitsmedizinische Auswertungsgang wurde für die berufsbezogenen Belange der Bauarbeiter neu erstellt. Das biomechanische Bewegungsanalyselabor wurde aufgebaut und die Methodik wurde in Vorversuchen getestet. Nach Abschluss dieser Vorbereitungsphase sind jetzt die epidemiologischen und orthopädischen Untersuchungen der Bauhandwerker begonnen worden. Außerdem laufen bereits die arbeitswissenschaftlichen Felduntersuchungen auf den Baustellen. Nach Vorliegen der ersten Ergebnisse werden dann auch die Modellmessungen im Biomechaniklabor aufgenommen werden.

4. Veröffentlichungen zum Vorhaben
Zahlreiche Publikationen in Tages- und Wochenzeitungen sowie in Fachzeitschriften der Bauwirtschaft zur Vorstellung des Projektes.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV4365


Informationsstand: 14.01.1994

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