Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Belastungsverarbeitung bei Angehörigen von Schlaganfallpatienten

Abschlussbericht zum Teilprojekt C2, Förderkennzeichen: 01 GD 9810/0



Autor/in:

Wilz, Gabriele; Cramon, D. Yves von; Gründel, Ira [u. a.]


Herausgeber/in:

Reha-Forschungsverbund Berlin-Brandenburg-Sachsen (BBS)


Quelle:

Leipzig: Eigenverlag, 2002, 253 Seiten


Jahr:

2002



Abstract:


Die Folgen cerebrovaskulärer Erkrankungen stellen nicht nur für den Erkrankten selbst, sondern oft auch für seine gesamte Familie eine Quelle chronischer Belastungen dar.

Bislang liegen jedoch nur wenige Studien zur Belastungsverarbeitung bei Angehörigen von Schlaganfallpatienten vor. Dabei handelt es sich vor allem um Querschnittstudien mit heterogenen Stichproben, bei denen sich die Erhebungszeitpunkte unterscheiden und definierte Selektionskriterien meist nicht vorliegen. Über die langfristigen Auswirkungen eines Schlaganfalls sowie über genauere Analysen der Folgen mittels qualitativer Verfahren ist der Wissensstand noch unzureichend.

Die Studie verbessert diesbezüglich die Befundlage: Die Auswirkungen einer Schlaganfallerkrankung auf das psychische und physische Wohlbefinden sowie die Lebensqualität der Angehörigen werden erstmals im zeitlichen Verlauf, sowie mittels quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden untersucht. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Ermittlung des Bedarfs an professioneller Unterstützung.

Die Datenerhebung (N=160 Angehörige und Patienten) beginnt zum Zeitpunkt der Aufnahme in eine stationäre Rehabilitationsklinik (Phase C beziehungsweise Phase D) und erstreckt sich über die teilstationäre bis hin zur ambulanten Rehabilitationsphase (vier Messzeitpunkte).

Zu jedem Messzeitpunkt kommen ein ausführliches halbstrukturiertes Interview, sowie Fragebögen zu Angst, Depressivität, Körperbeschwerden und Lebensqualität zur Anwendung. Als Belastungsparameter werden Schweregrad und Verlauf der Erkrankung erhoben.

Nach ersten Befunden sind bei den Angehörigen - verglichen mit der Allgemeinbevölkerung - erhöhte Werte für Ängstlichkeit, Depressivität und Körperbeschwerden sowie eine geringere Lebensqualität zu verzeichnen. Eine bedeutsame Einflussgröße auf das Belastungserleben ist der subjektiv erlebte Schweregrad der Erkrankung: Je schwerer die Angehörigen die Beeinträchtigungen einschätzen, desto höher ausgeprägt sind die Belastungsfolgen. Hervorzuheben ist, dass so eine Risikogruppe hochbelasteter Angehöriger identifiziert werden konnte.

Die Analyse des spezifischen Unterstützungsbedarfs zeigt, dass unmittelbar nach Krankheitsbeginn von den Angehörigen vor allem Informationen über die Erkrankung gewünscht werden. Mit zunehmender Krankheitsdauer wird der Unterstützungsbedarf variabler. Er reicht von einer einmaligen Beratung zu einem konkreten Problem bis hin zu einer engmaschigen sozialen Betreuung.

Ausgehend von diesen Ergebnissen ist ein spezifisches Beratungs- und Integrationskonzept für Angehörige in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten konzipiert worden, das in einem Folgeprojekt umgesetzt und evaluiert werden soll.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Rehabilitationswissenschaftlicher Verbund Berlin, Brandenburg und Sachsen
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Homepage: https://bbs.charite.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3668


Informationsstand: 27.03.2006

in Literatur blättern