Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) in der Begutachtung

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

de Boer, Wout; Kunz, R.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 323-325


Jahr:

2014



Abstract:


Einleitung:

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) steht seit der Publikation im Jahre 2001 auf der Agenda von Praktikern und Wissenschaftlern. Vieles wurde über die ICF publiziert, die Umsetzung in die Praxis der Begutachtung
wurde bis jetzt wenig erprobt. In der gängigen Literatur (unter anderem Leitfäden) über die Begutachtung wird die ICF zunehmend erwähnt. Wir haben untersucht, inwieweit die ICFKlassifikation für die Begutachtung praktikabel ist.

Methodik:

Aufgrund der Literatur über die Begutachtung haben wir ein Modell der Begutachtung für die Rente aufgestellt. Dieses Modell haben wir verglichen mit der ICF.

Ergebnisse:

Der Gutachter trifft in der Rentenbegutachtung Aussagen über folgende Punkte:
- die sozial-medizinische Vorgeschichte
- zumutbare Interventionen
- die Prognose der Fähigkeiten und Einschränkungen
- die Fähigkeiten und Einschränkungen des Antragstellers zu arbeiten.

Vorgeschichte, Prognose, Zumutbarkeit und Kausalität kann man nicht mit der ICF abbilden. Über die Aussagen über Fähigkeiten und Einschränkungen haben wir unser Modell aufgestellt.

Die folgenden Begriffe finden einen Platz:
- Krankheitssymptome
- Fähigkeiten zum Arbeiten
- Anforderungen an Arbeit
- Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt gemäß Ausbildung, Erfahrungen im Beruf und andere persönliche Charakteristika
- Verlust an Erwerbsvermögen.

Mit diesem Modell haben wir in verschiedenen Forschungsprojekten betrachtet, was die ICF bietet für die Begutachtung, sowohl theoretisch als praktisch.

Wir haben Folgendes festgestellt:
- Die Krankheitssymptome lassen sich mit 'Körperstrukturen und Körperfunktionen' in der ICF abbilden.
- Die Fähigkeiten zum Arbeiten lassen sich beschränkt in der ICF abbilden. Für die Welt der Arbeit fehlen noch viele Definitionen. Die persönlichen Ressourcen einer Person lassen sich mit der ICF-Klassifikation überhaupt noch nicht abbilden.
- Anforderungen an Arbeit lassen sich mit der ICF in Theorie mit den Umgebungsfaktoren abbilden, aber die existierenden Definitionen sind für eine solche detaillierte Darstellung der Anforderungen an Arbeit zu grob.
- Welche konkrete Möglichkeiten die begutachtete Person hat und ihr Erwerbsvermögen, sind beide nicht in der ICF vorgesehen.

Diskussion und Schlussfolgerungen:

Die ICF kann einen entscheidenden Teil der Begutachtung erfassen, aber andere wichtige Teile (noch) nicht. Die Verwendung von der ICF für Krankheitssymptome und Fähigkeiten zum Arbeiten kann vielleicht zu mehr Klarheit und Nachvollziehbarkeit der Gutachten (und vielleicht auch im Prozess der Begutachtung) führen. Untersuchungen dieser Effekte fehlen noch und in der Konsequenz fehlt Evidenz für diese Annahmen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362266


Informationsstand: 17.04.2014

in Literatur blättern