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Bibliographische Angaben zur Publikation

Mittel- und langfristige Prognose des Verbleibs im Erwerbsleben nach medizinischer Rehabilitation

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Holstiege, Jakob; Kaluscha, Rainer; Krischak, Gert


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 111-113


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Die berufliche Wiedereingliederung nach abgeschlossener medizinischer Rehabilitation (Return to Work, RTW) ist eines der wesentlichen Ziele von Rehabilitationsmaßnahmen. Für die Messung einer erfolgreichen Wiedereingliederung gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel die Erhebung des sozialversicherungspflichtigen Einkommens, die Erhebung des Erwerbsstatus zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zählung der Beitragsmonate aus Erwerbstätigkeit in einem bestimmten Zeitraum. Unklar ist, ob die Bewertung einer Rehabilitation von der gewählten Methodik zur Erhebung der Zielgröße (Operationalisierung) abhängt, und welche der genannten Erfassungsmethoden hierbei gegebenenfalls bevorzugt werden soll. Untersucht wurden daher drei unterschiedliche Operationalisierungen des mittelfristigen RTW und deren Vorhersagekraft für den langfristigen Verbleib im Erwerbsleben.

Methodik:

Datenbasis war das Scientific Use File (SUF) 'Abgeschlossene Rehabilitation im Versicherungsverlauf 2002-2009' des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung. In die Analysen gingen Rehabilitanden bis zum Alter von 59 Jahren mit Erkrankungen des Bewegungsapparates (ICD-10-Kapitel M), des Herz-Kreislaufsystems (ICD-10-Kapitel I) und der Psyche (ICD-10-Kapitel F) ohne Suchterkrankungen ein, die im Zeitraum 2002-2005 eine stationäre medizinische Rehabilitation durchliefen. Für diese Gruppe konnte der Erwerbsstatus über mindestens vier Jahre nachbeobachtet werden. Rehabilitanden galten als noch beziehungsweise wieder erwerbstätig, wenn sie im Zeitraum von 24 Monaten nach Maßnahme mindestens einen Monat (RTW1) beziehungsweise sechs Monate (RTW2) versicherungspflichtig beschäftigt waren. Als dritte Variante (RTW3) wurde der Erwerbsstatus im Monat 24 nach Maßnahme gewählt. Anhand separater logistischer Regressionsanalysen pro Indikationsgruppe wurde der Vorhersagewert der drei alternativen RTW-Definitionen für den Erwerbsstatus im vierten Jahr nach der Rehabilitation modelliert.

Ergebnisse:

Analysiert wurden die Daten von 340.031 Rehabilitanden. In allen Indikationsgruppen lieferte das RTW3-Kriterium die besten Vorhersagen (Orthopädie: 86 Prozent; Psychosomatik: 85 Prozent; Herzkreislauf: 88 % korrekt. Im Vergleich zu den beiden anderen Definitionen RTW1 beziehungsweise 2 wies die Option RTW3 eine leicht reduzierte Sensitivität bei deutlich erhöhter Spezifität auf. Diese Rangfolge nach Vorhersagekraft war unabhängig von der Definition von Erwerbstätigkeit im vierten Jahr (mindestens einen oder zehn Beschäftigungsmonate) sowie von den in der multivariaten Analyse berücksichtigten weiteren Einflussgrößen wie zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Arbeitsunfähigkeitszeiten vor der Maßnahme. Für 181.867 Rehabilitanden war außerdem der Erwerbsstatus sechs Jahre nach Maßnahme verfügbar. Auch für diesen wies das RTW3-Kriterium die beste Vorhersagekraft auf. Zwei Drittel aller untersuchten Fälle litten an Erkrankungen des Bewegungsapparates. In dieser Indikationsgruppe lag der Anteil der beruflich wiedereingegliederten Personen mit 60,6 Prozent (RTW3) bis 76,4 Prozent (RTW1) bei allen RTW-Definitionen am höchsten.

Diskussion:

Der Anteil als erwerbstätig klassifizierter Rehabilitanden hängt von der gewählten Operationalisierung ab. Dies ist vor allem beim Vergleich von Ergebnissen unterschiedlicher Studien zu beachten, wenn der Erwerbsstatus dort auf unterschiedliche Weise erhoben wurde. Das RTW3-Kriterium (Erwerbsstatus im Monat 24) ermöglicht indikationsübergreifend eine gute Vorhersage des langfristigen Verbleibs im Erwerbsleben. Zudem kann die Erfassung dieser Zielgröße im Gegensatz zu langfristigen Nachbeobachtungen mit verhältnismäßig geringem Aufwand durchgeführt werden (zum Beispiel in Form von postalischen oder telefonischen Befragung). Grundlegend sollten Operationalisierungen der beruflichen Wiedereingliederung Aussagen über die Nachhaltigkeit der Rehabilitationserfolge ermöglichen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362236


Informationsstand: 17.04.2014

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