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Bibliographische Angaben zur Publikation

Teilnehmerbefragung nach beruflicher Bildung im Zeitverlauf

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Termin, Janett; Zander, Janett; Lindow, Berthold [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 104-106


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund und Fragestellung:

Die Teilnehmerbefragung ist ein etabliertes Verfahren im Rahmen des Qualitätssicherungsprogramms der Rentenversicherung (RV) bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA). Der 2004 in Zusammenarbeit auch mit anderen Reha-Trägern entwickelte Fragebogen wird in einer überarbeiteten Version seit 2009 eingesetzt. Die Reha-Einrichtungen und die RV-Träger erhalten seit 2009 Auswertungen der Ergebnisse in Form von QS-Berichten. Die Reha-Einrichtungen erhalten damit die Möglichkeit, mit Hilfe der einrichtungsbezogenen Ergebnisse und vergleichenden Analysen Verbesserungspotenziale zu identifizieren und in ihrem internen Qualitätsmanagement zu nutzen. Mittlerweile liegen drei Versandzeitpunkte (2009, 2011 und 2013) vor. Ändert sich im Zeitverlauf die Zufriedenheit der Rehabilitanden mit den struktur-, prozess- und ergebnisorientierten Aspekten? Gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Berufsförderungswerken (BFW)?

Methodik:

Die Absolventen einer Bildungsleistung werden ein halbes Jahr nach Abschluss befragt. Sechs Wochen nach Versand erfolgt eine Erinnerung der Versicherten. Der seit dem Jahr 2006 eingesetzte Berliner Fragebogen dient der Erfassung der Zufriedenheit und der Reha-Ergebnisse. Der zehnseitige Fragebogen ist für Rehabilitanden konzipiert, die eine Bildungsleistung (Aus- und Weiterbildung, Qualifizierung, Integrationsmaßnahme) erhalten. Er umfasst neun Themenbereiche, die sich in 31 Fragen und 98 Items gliedern. In die deskriptiven Auswertungen wurden die RV-Teilnehmer aller BFW sowie von fünf BFW einbezogen, die in den drei Zeiträumen den Fragebogen ausgefüllt haben: 07/2007-12/2008 (Bericht 2009-B1), 01/2009-12/2010 (Bericht 2011-B2), 01/2011-06/2012 (Bericht 2013-B3). Insgesamt konnten die Fragebögen von B1: alle BFW n=3.425; 5 BFW n=76-444, B2: alle BFW n=8.163; 5 BFW n=396-890 und B3: alle BFW n=7.267; 5 BFW n=340-721 Teilnehmern berücksichtigt werden.

Ergebnisse:

Ein einrichtungsbezogener Vergleich über alle drei Versand-Zeiträume ist aufgrund der Fragebogenüberarbeitung nur bei einzelnen Fragenstellungen möglich. In einer Frage beispielsweise sollten die Teilnehmer eine zusammenfassende Beurteilung der beruflichen Rehabilitation geben. Hierbei nimmt der Anteil der unzufriedenen Teilnehmer in allen BFW im Bereich 'Unterstützung durch die Reha-Einrichtung nach Reha-Maßnahme' ab. Auf Einrichtungsebene zeigen in diesem Bereich drei von fünf BFW die gleiche Entwicklung. Dieser Bereich wird von den Rehabilitanden generell eher schlecht bewertet. Die individuelle Förderung der Rehabilitanden sowie die verstärkte Ausrichtung auf die Wiedereingliederung als Ziel der Maßnahme haben die drei BFW den Teilnehmern über den Zeitverlauf vermutlich deutlicher vermittelt. Höher dagegen wird der Anteil der unzufriedenen Teilnehmer in vier von fünf BFW bezüglich des 'Ergebnisses der beruflichen Reha insgesamt', über alle BFW gesehen gibt es nach einem sprunghaften Anstieg ein leichtes Absinken des Anteils unzufriedener Rehabilitanden. Eine bessere Vergleichbarkeit bieten ab dem Bericht 2011 die sogenannten zusammengefassten Skalen, bei denen mehrere thematisch zuordenbare Fragen in einen Zufriedenheitsindex gebündelt werden. Die Ergebnisse über alle BFW zeigen im Zeitverlauf keine Veränderung.

Bei Betrachtung der fünf BFW zeigt sich eine hohe Einrichtungsvarianz, jedoch sind die Unterschiede der Zufriedenheitsindizes zwischen zwei Berichtszeiträumen nicht gravierend. Eine negative Entwicklung des Zufriedenheitsindexes gibt es in vier von fünf BFW zum Thema 'Bedeutung der Reha für die Arbeitsstelle'. Verbesserungen auf den verbleibenden sechs Skalen bilden sich nur punktuell ab. Werden die Ergebnisse der BFW insgesamt miteinander verglichen, zeigen sich einrichtungsbezogen unterschiedliche Entwicklungen: Es gibt ein BFW, in welchem positive Veränderungen dominierenund gleichzeitig ein hoher Anteil der Rehabilitanden (82 Prozent) erfolgreich ihre Reha-Leistung abschließen. Gleichzeitig gibt es eine Einrichtung mit durchgängigem Absinken der Zufriedenheit der Teilnehmer. Die Teilnehmermerkmale der BFW zeigen im Vergleich, dass das Durchschnittsalter der Teilnehmer gleich ist (43,2-43,8 Jahre), der Frauenanteil liegt beim BFW 4 bei 28 Prozent, bei den restlichen BFW zwischen 33-36 Prozent. Die größten Unterschiede gibt es in der Verteilung der drei Maßnahmearten, jedoch werden die Qualifizierungen in allen fünf Einrichtungen am wenigsten durchgeführt (1-18 Prozent).

Schlussfolgerungen und Ausblick:

Ein Vergleich der Teilnehmerbefragungsergebnisse über alle drei Berichtszeiträume ist aufgrund der Fragebogen-Entwicklung nur eingeschränkt möglich. Ab dem Bericht 2011 eignen sich die zusammengefassten Skalen für einrichtungsbezogene Vergleiche. So konnten die Ergebnisse der fünf BFW miteinander verglichen werden. Auch wenn die Ergebnisse aller BFW im Zeitverlauf keine Veränderung zeigen, gibt es doch deutliche Unterschiede auf Einrichtungsebene. Bei den ausgewählten BFW gibt es allgemein keine deutlichen Verbesserungen der Ergebnisse im Zeitverlauf, vereinzelt jedoch positive Entwicklungen. Wünschenswert wäre beispielsweise ein Qualitätsdialog der BFW untereinander, um dem Prinzip 'Lernen vom Besten' gerecht zu werden. Hierzu müssten einzelne Prozessabläufe von BFW mit guten und schlechten Ergebnissen verglichen werden, um Verbesserungspotenziale aufdecken und bearbeiten zu können. Die einrichtungsbezogenen Auswertungen der Teilnehmerbefragung liefern sowohl den beruflichen Bildungseinrichtungen als auch den RV-Trägern wertvolle Informationen für ihr internes Qualitätsmanagement, Strategiegespräche et cetera.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV362233


Informationsstand: 17.04.2014

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