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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die teilhabeorientierte Maßnahme Betsi: Kurz- und langfristige Effekte auf proximale Zielkritieren und deren Vorhersagefähigkeit auf AU-Tage und subjektiven Gesundheitszustand

Vortrag auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Spanier, Katja; Schwarze, Monika; Fröhlich, Stephan [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 313-315


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Durch das von der DRV Bund, DRV Westfalen und DRV Baden-Württemberg initiierte Projekt 'Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern (Betsi)' erhalten Versicherte, bei denen die Erwerbsfähigkeit absehbar bedroht ist, frühzeitig eine durch betriebsärztliche Dienste initiierte und in Rehabilitationskliniken implementierte Intervention zur teilhabeorientierten Sicherung der Erwerbsfähigkeit (Fröhlich et al, 2012).

Die Durchführung des Programms variiert leicht zwischen verschiedenen Kliniken, sie besteht aber immer aus folgenden drei Phasen:
(1) stationäre Initialphase mit Diagnostik, Erarbeitung individueller Ziele, Trainings zur Erhöhung der Eigenaktivität und Initiierung von Lebensstiländerungen (T1);
(2) zwölfwöchigeambulante Trainingsphase mit berufsbegleitenden Maßnahmen (T2);
(3) Nachsorgephase mit Auffrischungskursen [3 Monate (T3) bzw. 6 Monate (T4) nach Trainingsphase].

Ziel dieser Analysen ist die Prüfung der kurz- und langfristigen Effekte der Betsi-Maßnahme auf proximalen Zielkriterien wie Steigerung von Selbstmanagementfähigkeiten oder Reduktion krankheitsbedingter emotionaler Belastungen. Weiterhin wird geprüft, ob kurzfristige Veränderungen in proximalen Zielkriterien distale Zielkriterien (AU-Tage, subjektiver Gesundheitszustand) ein Jahr nach Beginn der Maßnahme vorhersagen können.

Methode:

Der Auswertung liegen Daten des Projektes 'Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern:
Betsi' (Fröhlich et al, 2012) zugrunde. In einem Ein-Gruppen-Prä-Post-Design füllten alle Teilnehmenden u. a. die deutsche Version des 'Health Education Impact Questionnaire' (heiQ; Schuler et al., 2012, Spanier et al., 2012) und eine visuelle Analogskala (VAS) zum subjektiven Gesundheitszustand zu 5 Zeitpunkten aus [T1-T4, siehe oben, sowie 12 Monate nach Beginn der Maßnahme (T5)]. Mittels latenter Wachstumsmodelle (Bollen, Curran, 2006) wurden die Effektverläufe in den heiQ-Skalen modelliert, die Effektgrößen zwischen T1 und T5 wurden über Standardized Effect Size (SES) berechnet (Leonhart, 2004). Zur Vorhersage der distalen Zielkritieren wurden Poisson- und lineare Regressionsanalysen durchgeführt, als Prädiktoren wurden die T1- und residualisierte Veränderungswerte (zwischen T1 und T2) der heiQ-Skalen einbezogen und bezüglich Alter, Geschlecht, Klinik und den Ausgangwerten der Zielkriterien adjustiert. Es werden Incident Rate Ratios bzw. standardisierte Regressionsgewichte (Beta) mit 95 %-Konfidenzintervall berichtet.

Ergebnisse:

Es wurden Daten von 162 Versicherten (45,7 % weiblich, M=47,8 Jahre (SD=7,1)) in die Analysen einbezogen. Die latenten Wachstumsmodelle zeigten in allen heiQ-Skalen statistisch signifikante Steigerungen der Werte von T1 zu T2, die bis zu T5 entweder auf diesem Niveau verblieben oder weiter anstiegen. Die Effekte zwischen T1 und T5 (Tabelle 1) liegen zwischen SES=0,29 und SES=0,78. Alter, Geschlecht und Klinik haben keinen Einfluss auf die Effekte. Die AU-Tage zu T5 werden statistisch signifikant durch T1-Werte der heiQ-Skala 'Soziale Integration und Unterstützung' [IRR=0,56 (0,36; 0,89)] sowie sowohl durch die T1-Werte [IRR = 1,72 (1.02; 2.90)] als auch die Veränderungen [IRR=0,53 (0,28; 0,99)] der Skala 'Erwerb von Fertigkeiten und Handlungsstrategien' vorhergesagt. Die Veränderung in der Skala 'Erwerb von Fertigkeiten und Handlungsstrategien' [Beta=0,15 (0,01; 0,29)] prädiziert ebenfalls signifikant den subjektiven Gesundheitszustand zu T5.

Diskussion:

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zwischen der Initial- und Trainingsphase proximale Parameter wie z. B. Selbstmanagementfertigkeiten und krankheitsbezogene emotionale Belastungen abgebaut werden können. Da diese Effekte über ein Jahr stabil bleiben bzw. sogar noch ansteigen, scheint Betsi eine gute Nachhaltigkeit aufzuweisen. Verbesserungen in Selbstmangementfähigkeiten gehen ferner mit verbessertem subjektiven Gesundheitszustand und geringeren AU-Tagen einher. Aufgrund des Ein-Gruppen-Prä-Post-Designs lassen sich die berichteten Effekte aber nicht kausal interpretieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur
Projekt BETSI: Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern | REHADAT-Forschung




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357365


Informationsstand: 05.06.2013

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