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Bibliographische Angaben zur Publikation

Prädiktoren für den Verlauf von Aktivitäten und Teilhabe: Die Perspektive der Patientinnen und Patienten

Poster auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Brütt, Anna Levke; Magaard, J.; Andreas, Sylke [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 42-44


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund und Fragestellung:

Das Interesse an einer möglichst genauen Vorhersage des Behandlungsverlaufs in der psychosomatischen/ psychotherapeutischen Rehabilitation ist groß (Melchior, 2011). Relevante Zielkriterien sind nach dem Konzept der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) nicht nur die Symptomatik, sondern auch Aktivitäten und Teilhabe (DIMDI, 2005). Kenntnisse über die Prädiktoren, besonders für ungünstige Verläufe, bieten die Möglichkeit, die Rehabilitation noch gezielter an bisher nicht adäquat adressierte Risikofaktoren anzupassen. Diese reichen von krankheitsbedingten Variablen wie dem Schweregrad der Erkrankung und der Beeinträchtigung bis hin zur Behandlungsmotivation und einem Rentenwunsch (Lange et al., 2012). Dennoch orientiert sich die Forschung zu Risikofaktoren zumeist an etablierten soziodemografischen und klinischen Charakteristika sowie der Therapiemotivation. Weitere Faktoren werden, da sie nicht in Aufnahmefragebögen enthalten sind, nicht berücksichtigt. In unserem vom Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein e.V. (vffr) geförderten Projekt zur Entwicklung einer Risikocheckliste haben wir diese Forschungslücke aufgegriffen und explorativ mögliche Risikofaktoren aus der Sicht von Patienten? erhoben.

Methodik:

Um zu prüfen, ob weitere potentielle Risikofaktoren aus Sicht der betroffenen Patienten identifiziert werden können, wurden themenzentrierte Fokusgruppen durchgeführt. Die angeschriebenen Patienten waren ein bis zwei Jahre zuvor in stationärer psychosomatischer/psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Von 365 angeschriebenen nahmen 22 Patienten an den Gruppendiskussionen teil. Die Fokusgruppengespräche wurden digital aufgenommen und anschließend wortwörtlich transkribiert. Die Beiträge der Teilnehmer wurden induktiv und in Anlehnung an Mayrings (2008) strukturierende Inhaltsanalyse ausgewertet, zusammengefasst und einem Kategoriensystem zugeordnet.

Ergebnisse:

Aus den Aussagen der Patienten ließen sich fünf wesentliche Bereiche identifizieren, die sich auf die Ressourcen der Person und ihren Umgang mit der Erkrankung, die Vorbereitung auf die stationäre Behandlung sowie Arbeit und Versorgungsaspekte beziehen. Zudem wurden klinische Charakteristika beschreiben.

Diskussion:

Die Exploration potentieller Risikofaktoren zeigt, dass Betroffene verschiedene Faktoren mit dem Erfolg einer Behandlung assoziieren, die bisher nicht in Studien zur Vorhersage des Behandlungserfolgs einbezogen wurden. Gleichzeitig sind bisher vornehmlich untersuchte Risikofaktoren, wie Geschlecht und Diagnose in der Wahrnehmung der Betroffenen nicht relevant. Gerade deshalb ist es von Bedeutung, Risikofaktoren multiperspektivisch zu explorieren.

Umsetzung und Ausblick:

In dem Projekt wurden ergänzend eine systematische Literaturanalyse mit dem Fokus auf Prädiktoren für den Behandlungsverlauf sowie die Analyse bereits vorliegender Daten (präpost-6-Monatskatamnese) durchgeführt. Im Anschluss an diese Projektschritte wurde in einem Expertenworkshop über die Relevanz der zuvor identifizierten Prädiktoren und Risikofaktoren diskutiert. Als Resultat entstand eine Risiko- und Ressourcencheckliste (RiRes). Dieses Instrument wird zurzeit in vier Kliniken eingesetzt, um die Vorhersagefähigkeit für den Behandlungsverlauf zu überprüfen. Mit ihrer Hilfe sollen Patienten mit ungünstigen Erfolgsaussichten frühzeitig identifiziert und auf dieser Grundlage ihre Therapie angepasst und möglicherweise effizienter gestaltet werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357302


Informationsstand: 29.05.2013

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