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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliches Gesundheitsmanagement - eine Investition in das Sozial- und Humankapital


Sammelwerk / Reihe:

Die Berufsförderungswerke - Netzwerk Zukunft


Autor/in:

Walter, Uta; Münch, Eckhard; Badura, Bernhard


Herausgeber/in:

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE-BFW)


Quelle:

Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2004, Seite 93-104


Jahr:

2004



Abstract:


Die Referenten skizzieren in dem Beitrag die Grundideen und die Praxistauglichkeit des an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld entstandenen Modells eines partizipativen Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Zuerst wird die Ausgangslage unter die Lupe genommen. Unternehmen, Verwaltungen und Dienstleistungseinrichtungen stehen derzeit unter einem hohen Anpassungs- und Veränderungsdruck. Sie reagieren darauf in erster Linie mit technischen Neuerungen, optimierten Strukturen und Abläufen oder Produktinnivationen sowie einer Verschlankung und Verjüngung ihres Personals. Zur Bewältigung der zentralen Anforderungen bedarf es jedoch auch leistungsbereiter und leistungsfähiger, das heißt qualifizierter und motivierter, zufriedener und gesunder Mitarbeiter.

Programme zur mitarbeiterorientierten Führung sowie zur Vertrauensbildung und sozialen Vernetzung mit dem Ziel der Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit sind erforderlich. Von einer Intensivierung der Betrieblichen Gesundheitspolitik kann kaum gesprochen werden. Entsprechende Ansätze sind bisher noch viel zu selten zu erkennen.

Zum theoretischen Hintergrund verweisen die Autoren auf die Definition der WHO, nach der Gesundheit als soziales, psychisches und körperliches Wohlbefinden beschrieben wird. Der Soziologe Antonovsky entwickelte im Anschluss daran seinen 'Kohärenzsinn' als Fähigkeit einer Person, die Welt als sinnhaft, verständlich und beeinflussbar zu erleben. Dies kann auch auf soziale Systeme übertragen werden. Dementsprechend lassen sich diese einem Kontinuum 'gesund - krank' zuordnen.

Unternehmen und Dienstleistungsorganisationen unterscheiden sich in ihrer Transparenz (Verstehbarkeit). Sie unterscheiden sich voneinander in der Bindekraft ihrer Unternehmenskultur (Sinnhaftigkeit). Ebenso auch in ihrem - mehr oder weniger partizipativen - Führungsstil (Beeinflussbarkeit) sowie in dem Maß an Vertrauen, das in ihnen herrscht, in den Beziehungen der Beschäftigten untereinander und zwischen ihnen und der Unternehmensführung. Hohe Fehlzeiten sind so etwas wie ein 'Fieberthermometer'. Sie verweisen auf Problemzonen und Handlungsbedarf.

Die Autoren gehen anschließend näher darauf ein, inwiefern das Betriebliche Gesundheitsmanagement eine Investition in das Sozial- und Humankapital darstellt. Sozialkapital wird verstanden als Merkmale sozialer Systeme, die sich gleichermaßen positiv auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden ihrer Mitglieder auswirken und sich in ihren Wirkungen dabei wechselseitig verstärken.

Investitionen in das Sozialkapital eines Unternehmens oder einer Dienstleistungsorganisation zielen in erster Linie auf die Stärkung einer Vertrauenskultur, die bessere Vernetzung der Mitarbeiter sowie die Entwicklung und Pflege unternehmensweit geteilter Überzeugungen, Werte und Regeln.

Folgende Ziele des Betrieblichen Gesundheitsmanagements werden genannt und näher erläutert:
- Nutzen stiften, Zukunftsfähigkeit steigern
- Kosten senken
- Arbeits- und Gesundheitsschutz neu ausrichten
- Gesundheitsmanagement als kontinuierlichen Lernprozess organisieren.

Nachfolgend werden Ergebnisse aus einem Modellprojekt vorgestellt. Das letzte Kapitel bildet das Fazit, in welchem nochmals deutlich gemacht wird, dass das Thema Gesundheit insgesamt eine Aufwertung in Unternehmen und Dienstleistungseinrichtungen erfahren muss. Erforderlich ist ein zukunftsfähiges, bedarfsgerechtes und systematisches Vorgehen - Führung und Organisation sind dabei zentrale Ansatzpunkte. Insbesondere die Führungskräfte und betrieblichen Gesundheitsexperten müssen dafür entsprechend qualifiziert werden.

Die Autoren betonen, dass auch in der gewerkschaftlichen Arbeit der betrieblichen Gesundheitspolitik zukünftig ein noch höherer Stellenwert eingeräumt werden sollte. Betriebs- und Personalräte müssen stärker als bisher in die Rolle des Co-Managements hineinwachsen, um Betriebliches Gesundheitsmanagement aktiv mitgestalten zu können. Auch hier bestehe sicherlich noch deutlicher Qualifizierungsbedarf.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Die Berufsförderungswerke - Netzwerk Zukunft' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e.V. (BV BFW)
Homepage: https://www.bv-bfw.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV351211


Informationsstand: 26.07.2005

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