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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitation am Arbeitsplatz durch telemedizinische Betreuung

Plenarvortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Körtke, Heinrich; Feige, T.; Frisch, S.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 50-51


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Es ist allgemein bekannt, dass stationäre Rehabilitationsmaßnahmen nach operativen Eingriffen eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit erzielen und den Genesungsprozess fördern. Nach den gesetzlichen Bestimmungen besteht in der Bundesrepublik ein Anspruch der Versicherten auf die Durchführung einer Anschlussheilbehandlung (SGB V und IX). Eine recht neue Möglichkeit als Nachbehandlung für Patienten nach herzchirurgischen Eingriff ist die ambulante telemedizinisch gestützte Rehabilitation, die in der 1-jährigen Pilotstudie NOPT bereits erfolgreich erprobt wurde. Seit Juni 2005 wird die telemedizinisch betreute ambulante Rehabilitation im Herz- und Diabeteszentrum NRW als weitere Rehabilitationsmöglichkeit neben der stationären Rehabilitation eingesetzt, die besonders berufstätigen Personen, die schnell wieder am Alltagsgeschehen teilnehmen wollen, zugute kommt. In einer Auswertung wurden die Auswirkungen der ambulanten telemedizinisch gestützten Rehabilitation auf die beruflichen Wiedereinstieg überprüft.

Patienten und Methodik:

Seit 2005 haben 370 Patienten (314 männlich, 56 weiblich) an der telemedizinisch betreuten ambulanten Rehabilitation teilgenommen. Nach einer Koronaroperation oder Klappenoperation wurden die Patienten über einen Zeitraum von 12 Wochen über die telemedizinisch betreute ambulante Rehabilitation betreut. Wichtig bei diesem Programm ist die kontinuierliche Unterstützung im häuslichen Umfeld. Auf Grundlage der postoperativ ermittelten Ergometriewerte erhalten die Patienten einen Trainingsplan, den sie in ihrer häuslichen Umgebung unter telemedizinischer Überwachung mit einem elektronisch gesteuerten Fahrradergometer umsetzen sollen. Alle drei Wochen werden ambulante Kontrolluntersuchungen durch den betreuenden Hausarzt und Kardiologen durchgeführt, und das Trainingsprogramm wird dem aktuellen Gesundheitszustand des Patienten entsprechend angepasst. An einer Umfrage in Bezug auf die Zufriedenheit mit der Rehabilitation nahmen alle 370 Patienten teil, von denen 157 Patienten (42,43 Prozent) vor dem operativen Eingriff berufstätig waren.

Ergebnisse:

Von den 157 ehemals berufstätigen Patienten nahmen nach dem Eingriff 151 Patienten (96,18 Prozent; 51 Patienten stundenweise, 100 Patienten Vollzeit) ihren Beruf wieder auf. Lediglich sieben Patienten (3,82 Prozent) gingen in den vorzeitigen Ruhestand oder waren zum Ende der Rehabilitation noch nicht wieder berufsfähig. Im Durchschnitt dauerte es neun Wochen plus minus 5,7 Wochen, bis die Berufstätigkeit wieder aufgenommen wurde. Die berufstätigen Patienten konnten drei Monate nach dem Eingriff ihre maximale Herzfrequenz bei Belastung im Mittel um 19,26 Prozent steigern, die maximale Belastung konnte nach einem Jahr im Mittel um 102,29 Prozent gesteigert werden. Zudem konnte die Ruhefrequenz signifikant gesenkt werden. Spätestenes nach zehn Wochen war bei 83,2 Prozent der Patienten eine volle Belastbarkeit im Alltag wieder hergestellt.

Diskussion:

Im Routinebetrieb des Rehaprogramms ließ sich nachweisen, dass körperliche Belastbarkeit und Herzfrequenz günstig beeinflusst werden können. Interessant ist dabei, dass der Wiedereintritt in das Berufsleben und gewohnte Alltagsleben erreicht werden konnte. 15 Prozent der Betroffenen fühlten sich nach dem gesamten Therapieverlauf immer noch körperlich eingeschränkt. Der Rest der Patienten setzte das Programm komplett um.

Ergebnisse:

Diese Ergebnisse zeigen, dass aufgrund der telemedizinischen Betreuung die Möglichkeit besteht, eine ambulante Nachbehandlung durchzuführen, ohne dabei die hohe medizinische Sicherheit, die bei der stationären Betreuung vorhanden ist, aufzugeben. Zusätzlich ist darauf hinzuweisen, dass dieses Trainingsprogramm in das soziale Umfeld der Patienten hineingetragen wird. Es wird ein positiver Eindruck der erforderlichen Lebensstiländerung in das persönliche Umfeld hineingetragen und verfestigt. Dieses verstärkt den grundsätzlichen Erfolg ambulanter Rehabilitationsmaßnahmen.

Schlussfolgerung:

Die Patienten können schnell in den Lebensalltag zurückkehren und nehmen zum größten Teil ihren Beruf nach dem operativen Eingriff wieder auf. Hierzu trägt auch die Integration in das häusliche Umfeld bei, wodurch der Patient lernt, seine eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. Das Nachbehandlungsergebnis konnte durch die individuelle Anpassung in den Lebensalltag des Patienten sowie die Einbindung von Angehörigen positiv beeinflusst werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336602


Informationsstand: 29.03.2011

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