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Bibliographische Angaben zur Publikation

Barrierefreiheit von Webangeboten am Beispiel der Stadtbibliothek Bremen: Einfachheit von Orientierung und Sprache

BACHELORREPORT im Studiengang Digitale Medien/Medieninformatik Universität Bremen, Fachbereich Mathematik/Informatik, 5. Juli 2004



Autor/in:

Hassenbach, Astrid


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Bremen: Eigenverlag, 2004, 67 Seiten


Jahr:

2004



Link(s):


Link zu dem Bachelorreport (PDF, 1,48 MB; Schwere Sprache).


Abstract:


In der Arbeit wurde versucht, die Einfachheit von Orientierung und Sprache als wesentlichen Aspekt hinsichtlich einer barrierefreien Gestaltung von Webangeboten herauszuarbeiten. Dabei wurden insbesondere in Bezug auf Sprache Defizite der Richtlinien und Normen aufgezeigt und Vorschläge zur Operationalisierung in Form eines Kriterienkatalogs unterbreitet.

Die theoretische Auseinandersetzung mit den Kriterien der Barrierefreiheit, Software-Ergonomie sowie Gesichtspunkten zu Orientierung und Sprache floss in die Konzeption des Webangebots der Stadtbibliothek Bremen ein. Zudem konnten aus den Erfahrungen im Rahmen des Praxisbeispiels wesentliche Aspekte von Orientierung und Sprache anhand des zuvor entwickelten Kriterienkatalogs reflektiert werden. Jedes Prüfverfahren kann allerdings immer nur eine Momentaufnahme im Hinblick auf die realisierte Barrierefreiheit darstellen.

Der Stand der Umsetzung bei der Stadtbibliothek Bremen macht deutlich, dass Barrierefreiheit immer als Prozess zu verstehen ist. Dieser wurde bei der Stadtbibliothek angestoßen, ihn gilt es nun zu verstetigen. Der entwickelte Kriterienkatalog kann in diesem Zusammenhang sowohl als Bewertungshilfe als auch als Anwendungsleitfaden dienen. Außerdem wurde deutlich, dass Aspekte der Einfachheit frühzeitig in die Systementwicklung integriert werden müssen, weil Änderungen nach Systemfertigstellung oft nur sehr aufwendig oder gar nicht mehr realisiert werden können, da sie den grundlegenden Aufbau des Webangebots tangieren.

Um den vorgelegten Kriterienkatalog zu einem validen Testinstrument auszubauen, wären umfangreiche Tests mit verschiedenen Testpersonen nötig gewesen, die im Rahmen dieser Arbeit nicht realisiert werden konnten. Die mit ACCESS durchgeführten Tests mit Menschen mit Behinderungen waren diesbezüglich nicht ausreichend.

Ungeachtet dessen ergeben sich grundsätzliche Grenzen des Kriterienkatalogs. Dies hängt damit zusammen, dass sowohl Orientierung als auch insbesondere Sprache sich schwer operationalisieren lassen, da ihre Bewertung von der subjektiven Einschätzung der beurteilenden Person abhängt. Zudem ist die Verständlichkeit von Text nicht objektiv messbar, was sich in der Art der Berücksichtigung innerhalb der Richtlinien und Normen widerspiegelt. Christian Bühler vom Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe (FTB) fasste diese Problematik wie folgt prägnant zusammen: 'Je relevanter die Kriterien sind, desto schwerer sind sie zu überprüfen' (Werkstattgespräch zur BITV am 31.03.04 in Berlin). Ein weiterer erschwerender Faktor besteht darin, dass die beiden Bereiche Orientierung und Sprache nicht trennscharf sind und Überschneidungen umfassen.

Ausgehend davon, dass die Gewährleistung von Einfachheit im Kontext der Barrierefreiheit einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess darstellt, bleibt zu klären, wie Qualitätssicherung dauerhaft erreicht werden kann. Technisch sind die Möglichkeiten hierbei begrenzt. Das CMS kann eine korrekte Darstellung und Struktur sicherstellen. Zudem gibt es innerhalb des CMS Kontrollmechanismen, ob beispielsweise eine Benennung von Objekten erfolgt ist. Eine verlässliche Aussage, wie sinnvoll oder verständlich Texte sind, liegt dagegen jenseits der derzeitigen technischen Möglichkeiten und würde ein automatisiertes Sprachverstehen voraussetzen. Damit verbleibt als einzige Lösung eine regelmäßige manuelle Überprüfung, für die entsprechend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen muss.

Im Rückblick auf den Entwicklungsprozess des Relaunch des Webangebots der Stadtbibliothek Bremen hat sich gezeigt, dass eine enge Abstimmung der verschiedenen Akteure erforderlich ist. Die Koordination von technischer Entwicklung, grafischer Gestaltung und redaktioneller Inhaltserstellung sowie regelmäßige Feedback-Schleifen stellen hierfür einen Erfolg versprechenden Ansatz zur Entwicklung barrierefreier Webangebote unter Berücksichtigung der Einfachheit von Orientierung und Sprache dar.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3240


Informationsstand: 03.02.2014

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