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Bibliographische Angaben zur Publikation

Muster-Kursbuch Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin

Methodische Empfehlungen, Lehr- und Lerninhalte für den theoretischen Weiterbildungskurs in der Facharzt-Weiterbildung Arbeitsmedizin und in der Zusatz-Weiterbildung Betriebsmedizin nach der MusterWeiterbildungsordnung 2003 und den MusterRichtlinien über den Inhalt der Weiterbildung gemäß Beschluss des Vorstandes der Bundesärztekammer vom 30.04.2004



Autor/in:

Letzel, Stephan; Egler, P.; Schoeller, Annegret [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesärztekammer (BÄK)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2008, 2. Auflage, Stand: 18.05.2008, 108 Seiten


Jahr:

2008



Abstract:


Bei den (Muster-)Kursbüchern handelt es sich um methodische Empfehlungen, Lehr- und Lerninhalte sowie Lernziele für die in der jeweiligen Zusatz-Weiterbildung geforderten Kurse nach der (Muster-) Weiterbildungsordnung und den (Muster-)Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung.

Die Arbeitsmedizin ist eine vorwiegend präventiv ausgerichtete Disziplin der Medizin, die sich mit allen Fragen der Wechselbeziehung zwischen Arbeit, Gesundheit, Krankheit und Arbeitsfähigkeit beschäftigt. Die Berufsfelder für Arbeitsmediziner sind vielgestaltig. Der weitaus überwiegende Teil der Weitergebildeten wird als Betriebsarzt tätig. Weitere Berufsfelder sind arbeitsmedizinische Forschung und Lehre, ärztliche Aufgaben im medizinischen Arbeitsschutz der Landesbehörden sowie der Unfallversicherungsträger. Hinzu kommen ärztliche Tätigkeiten mit speziell geforderter arbeitsmedizinischer Kompetenz in den anderen Zweigen der Sozialversicherung, in Rehabilitationseinrichtungen, im Bereich Public Health und der Gesundheitsförderung.

Arbeitsmedizinisches Handeln findet in einem gesellschaftlichen Spannungsfeld statt und bewegt sich im Rahmen öffentlicher sowie betrieblicher Anforderungen. Ärzte mit der Facharztbezeichnung Arbeitsmedizin oder der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin bedürfen fundierter fachlich inhaltlicher, methodischer, sozialer sowie ethischer Kompetenzen, um diesen Anforderungen mit ärztlicher Professionalität zu genügen. Ihr Handeln wird darüber hinaus durch die Anwendung nicht nur medizinisch-naturwissenschaftlicher, sondern auch ingenieurwissenschaftlicher, arbeitswissenschaftlicher, psychologischer, soziologischer, betriebswirtschaftlicher wie auch managementwissenschaftlicher Erkenntnisse geprägt. Arbeitsmedizinische Tätigkeit wird im Rahmen der im Fluss befindlichen rechtlichen Bedingungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie des integrierten Versorgungssystems vollzogen. Diese Breite kann in der praktischen Tätigkeit der Weiterbildung allein nicht vermittelt werden. Letztere ist nicht nur von der Art der Weiterbildungsstätte abhängig, sondern auch vom Spektrum der zu beratenden Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Betriebe und Branchen. Arbeitsmedizinische Forschung muss sich dem hohen Anspruch von inter- und transdisziplinärer Methodologie in enger Verbindung zur arbeitsmedizinischen Praxis stellen.

Angesichts der Vielfalt der Aufgabenstellung sowie der Heterogenität der Weiterbildungsmöglichkeiten kommt dem im Rahmen der (Muster-)Weiterbildungsordnung erforderlichen 360-stündigen Weiterbildungskurs zur Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin eine grundlegende und vereinheitlichende Funktion im Sinne einer breiten Wissensvermittlung und Qualitätssicherung zu. Die Einsatzmöglichkeiten eines Arbeitsmediziners/Betriebsmediziners können mit vielfältigen Aufgabenstellungen in allen Bereichen der Arbeitswelt liegen. Deshalb braucht der Arbeitsmediziner/ Betriebsmediziner ein breites Grundlagenwissen, welches es ihm ermöglicht, sich schnell und effektiv auf diese neue Anforderungen einzustellen.

Nachdem im Jahr 2000 erstmalig ein Kursbuch Arbeitsmedizin/ Betriebsmedizin durch den Vorstand der Bundesärztekammer verabschiedet wurde, ergab sich durch die Entwicklung und Veränderung der Rahmenbedingungen arbeitsmedizinischer Tätigkeit die Notwendigkeit der Überarbeitung. Über viele Jahrzehnte forderten der Gesetzgeber und die Unfallversicherungsträger, dass Arbeitsmediziner/Betriebsärzte für das Erbringen bestimmter arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen staatliche und berufsgenossenschaftliche Ermächtigungen erwerben müssen, welche die Absolvierung von verpflichtenden Ermächtigungskursen einschließen. Diese in die Autonomie der Ärztekammern eingreifenden Regelungen entstammen einer Zeit, als es noch nicht genügend qualifizierte Arbeitsmediziner/Betriebsärzte gab. Spätestens durch die Weiterentwicklung der Qualifizierungswege in der Arbeitsmedizin/ Betriebsmedizin zur Facharztweiterbildung Arbeitsmedizin und Zusatz-Weiterbildung Betriebsmedizin war das Ermächtigungsverfahren in Frage zu stellen. Dieser Sichtweise entsprach der Gesetzgeber, indem er zum Beispiel mit der Novellierung der Gefahrstoff-, Biostoff- und Gentechniksicherheitsverordnung vom 01.01.2005 das Ermächtigungsverfahren, zumindest für diesen Regelungsbereich, abgeschafft hat. Dieser Umstand veranlasste die Redaktionsgruppe zu prüfen, welche der Inhalte der genannten Ermächtigungskurse ohnehin schon in den Weiterbildungskursen vermittelt werden und welche möglicherweise noch in den Inhalten des 360 Stunden umfassenden Weiterbildungskurses integriert werden können.

Die Vorstände der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. und des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. haben zusammen mit den fachlichen Verantwortlichen der bestehenden Akademien/Sektionen für Arbeitsmedizin der Landesärztekammern, der Bundesländer, sowie Vertretern der Bundesärztekammer und des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften auf der Grundlage des vorhandenen Curriculums Arbeitsmedizin diese Überarbeitung vorgenommen. Der Vorstand der Bundesärztekammer hat das vorliegende Kursbuch am 20. April 2007 verabschiedet und den Landesärztekammern empfohlen, die darin enthaltenen Lehrinhalte den theoretischen Weiterbildungskursen zur Erlangung der Facharztbezeichnung Arbeitsmedizin und der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin zugrunde zu legen. Den Weiterzubildenden soll das Kursbuch eine Orientierung im Hinblick auf die zu vermittelnden Inhalte geben und die Möglichkeit schaffen, auf Grund der Vereinheitlichung an unterschiedlichen Akademien ihre Kurse absolvieren zu können.

(Gem. Vorwort des Hrsg.s)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur




Bezugsmöglichkeit:


Bundesärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern
Homepage: https://www.bundesaerztekammer.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV2879


Informationsstand: 27.09.2010

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