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Bibliographische Angaben zur Publikation

Funktionale Gesundheit: Gesundheit und Behinderung im neuen Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (ICF)

Workshop des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland 29. und 30. September 2005, Berlin



Sammelwerk / Reihe:

Informationen und Materialien aus dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V., Band 04/05


Autor/in:

Bartmann, Peter; Deetjen, Wolfgang; Ueberle, Max [u. a.]


Herausgeber/in:

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (EKD)


Quelle:

Stuttgart: Eigenverlag, 2006, 1. Auflage, 84 Seiten, ISBN: 3-937291-25-3


Jahr:

2006



Abstract:


Mit der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht nur ihr System zur Klassifikation von Behinderungen aktualisiert, sondern ein neues Paradigma zur lebensweltlichen Beschreibung von dauerhaften Gesundheitsproblemen entwickelt. Durch eine umsichtige Anwendung der ICF kann die Reduktion von Gesundheitsproblemen auf medizinische Diagnosen vermieden werden.

Die ICF hilft dabei, die Schädigungen und Einschränkungen, aber auch die Ressourcen von chronisch erkrankten und behinderten Menschen in einer neutralen Sprache zu erfassen, die fachspezifische und sozialrechtlich bedingte Engführungen vermeidet. Für das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland war eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der ICF und ihrem Leitbild der funktionalen Gesundheit notwendig, weil die Diakonie den Anspruch hat, Menschen mit chronischen Krankheiten und Behinderungen ganzheitlich wahrzunehmen und in ihrem selbstbestimmten Leben zu unterstützen.

Das 2001 von der WHO verabschiedete Klassifikationssystem, dessen Anwendung in Deutschland erst in den Anfängen steckt, stellt eine Herausforderung für die diakonische Arbeit dar, weil es dazu nötigt, die Situation eines Menschen mit Behandlungs-, Rehabilitations- und Hilfebedarf in den verschiedenen Domänen der Gesundheit im Detail zu beschreiben. Der Anspruch ganzheitlicher Hilfe kann auf der Grundlage der ICF konkretisiert und operationalisiert werden. Dies gilt allerdings nur dann, wenn das in seinem Umfang schwer überschaubare Klassifikationssystem mit praktisch handhabbaren Anwendungen versehen wird.

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) hat viel mit dem fast gleichzeitig verabschiedeten IX. Sozialgesetzbuch gemein: Das Gedankengut der (entstehenden) ICF ist im SGB IX aufgegriffen worden und bei der Umsetzung gibt es parallele Probleme. In beiden Fällen geht es darum, dass ein Perspektivenwechsel in der Gesundheits- beziehungsweise Behindertenpolitik auf historisch gewachsene Leistungsstrukturen trifft, die diesen Perspektivenwechsel in der täglichen Arbeit nachvollziehen, gegebenenfalls auch aus der Praxis heraus korrigieren müssen.

Diesen mühsamen, aber notwendigen Prozess will das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. mit der Veröffentlichung dieser Dokumentation unterstützen. Sie ist das Ergebnis eines Projektes, in dem die ICF aus den Perspektiven verschiedener diakonischer Arbeitsfelder im Herbst 2005 rezipiert und diskutiert wurde. Im Sinne eines work in progress laden die Beiträge dazu ein, sich mit der ICF und dem ihr zugrunde liegenden Leitbild der funktionalen Gesundheit auseinander zu setzen und damit zu einer möglichst sinnvollen Aufnahme des WHO-Klassifikationsystems in Deutschland beizutragen.

(Gem. Vorwort von J. Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD)

Aus dem Inhalt:

- Vorwort: Jürgen Gohde
- Einleitung: Peter Bartmann, Maria Höchstädter, Tomas Steffens
- Zusammenfassung der Beiträge: Maria Höchstädter
- Funktionale Gesundheit und christliches Menschenbild: Peter Bartmann
- Die ICF in der sozialmedizinischen Begutachtung: Wolfgang Deetjen
- ICF-orientierte Rehabilitation an der Asklepios Klinik Schaufling: Max Ueberle
- ICF-Core Set in der Rehabilitation psychisch erkrankter und behinderter Menschen: Jörg Grundmann
- Die ICF in der neurologischen Rehabilitation: Maria Höchstädter
- Orientierung am Modell der Funktionalen Gesundheit in der Kinder- und Jugendrehabilitation: Johannes Oepen
- Orientierung am Modell der Funktionalen Gesundheit in der Psychiatrie: Jörg Grundmann
- Orientierung am Modell der Funktionalen Gesundheit in der Behindertenhilfe: Werner Fack
- Orientierung am Modell der Funktionalen Gesundheit in der Suchtkrankenhilfe: Elisabeth Schütz
- Orientierung am Modell der Funktionalen Gesundheit in der Krankenversorgung: Peter Bartmann
- Orientierung der Sozialgesetzgebung am Modell der Funktionalen Gesundheit: Tomas Steffens
- Diskussionspapier: ICF-basiertes Begutachtungssystem für die Anerkennung behindertenspezifischer Leistungen? Maria Höchstädter
- Anhang


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Sammelwerk / Tagungsdokumentation




Bezugsmöglichkeit:


Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. (EKD)
Bestellungen an den Zentralen Vertrieb des Diakonischen Werkes der EKD
Homepage: https://www.diakonie.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV2089


Informationsstand: 04.07.2006

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