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Bibliographische Angaben zur Publikation

Altersbezogene Unterschiede im Rehabilitationsstatus - Eine retrospektive Analyse mittels IRES-Fragebogen

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Ehlebracht-König, Inge; Schwarze, Monika; Schroeder, Thomas [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 339-340, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Hintergrund:

Aktuell sind in Deutschland nur noch 39 Prozent der 55-64 Jährigen berufstätig. Der Anteil der älteren Arbeitnehmer beträgt jedoch in anderen europäischen Ländern 70 Prozent (Finnland, Norwegen). In Anbetracht der demografischen Entwicklung ist damit zu rechnen, dass zunehmend auch in Deutschland ältere Arbeitnehmer noch im Arbeitsprozess stehen werden. Folgt man der politischen Diskussion, ist eine Hochsetzung des Rentenalters auf 67 oder 68 Jahre nicht unwahrscheinlich. Um nicht erhebliche Rentenkürzungen zu erfahren, ist für Arbeitnehmer der Verbleib am Arbeitsplatz auch aus diesem Grunde zunehmend wichtiger. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Altersstruktur von Rehabilitanden der Rentenversicherung nach oben verschiebt.

Ziele:

In der Studie wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich Besonderheiten im Rehabilitationsstatus aufgrund des Alters ergeben und welche therapeutischen Konsequenzen daraus gezogen werden müssen. Gibt es Hinweise auf eine notwendige Veränderung der inhaltlichen Ausgestaltung der Rehabilitationsmaßnahmen und damit für die Wiedereingliederung der Betroffenen ins Erwerbsleben?

Methode:

Die in den Jahren 1996 bis Anfang 2005 im Rahmen der Basisdokumentation im Rehazentrum Bad Eilsen erhobenen Daten von 8. 184 Patienten (Reha-Status bei Aufnahme in die Klinik) wurden retrospektiv ausgewertet. Als Instrument wurde der IRES-II Fragebogen (IRES: Indikatoren des Reha-Status) (Gerdes, Jäckel 1992, 1995) eingesetzt, welcher sich in einen somatischen, funktionalen und psychosozialen Teil gliedert. Bei den Befragten handelt es sich um Patienten, die an Erkrankungen der Bewegungsorgane litten. Die Gesamtstichprobe wurde in Abhängigkeit vom Alter für die unterschiedlichen Subskalen und Einzelskalen (zum Beispiel Schmerzbeeinträchtigungen, Symptome des Bewegungsapparates, Erschöpfung und Depressivität und der Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage) durchgeführt. Es wurden Analysen in Abhängigkeit von 5-Jahres-Altersstufen (40-44 J., 45-49 J., 50-54 J., 55-59 J., 60-64 J.) im Vergleich zur Normstichprobe ermittelt. Zur Datenauswertung wurden deskriptive Häufigkeitsstatistiken (Summenscores) und nicht-parametrische Varianzanalysen (Kruskall-Wallis) eingesetzt sowie die Effektstärken nach Cohen zur Referenzgruppe der Altersklasse der 40-44jährigen berechnet und interpretiert (Leonhardt, 2004).

Ergebnisse:

Im Reha-Status als Gesamtscore unterscheiden sich die Altersgruppen bereits signifikant untereinander. Deutlicher werden die Unterschiede jedoch bei der Betrachtung des Somatischen Status: Mit ansteigendem Lebensalter nahmen die Belastungen im Bereich Symptome und Schmerzen signifikant (p kleiner/ gleich 0,000) zu. Auf Einzelskalenebene zeigte sich dies insbesondere im Bereich Symptome KHK (große Effektstärken), Symptome Rheuma (niedrige bis mittlere Effektstärken) und Symptome zerebral (große Effektstärken). Während der Risikofaktor Rauchen zurückging, stiegen die Risikofaktoren im Stoffwechselbereich deutlich an. Es zeigten sich große Effektstärken in den Bereichen Diabetes und Bluthochdruck. Der Funktionale Status zeigte in den verschiedenen Altersgruppen nur einen geringen Ruckgang (p kleiner/gleich 0, 000, Effektstärke -0,21): Insbesondere in den beruflichen Belastungen werden nur kleine Effektstärken erreicht. Die Behinderungen im Alltag nehmen signifikant zu, hier tritt die Einzelskala körperliche Aktivitat mit einer Verschlechterung hervor (Effektstärke -0,42). Der Psychosoziale Status verbessert sich (p kleiner/ gleich 0, 000) mit zunehmendem Alter. Hier sind besonders eine höhere Lebenszufriedenheit und eine Abnahme der familiären Sorgen hervorzuheben. In der Analyse wird deutlich, dass sich der Rehabilitationsstatus nicht auf allen Ebenen mit der Zunahme des Alters verschlechtert. Bei differenzierter Betrachtung kommt es in einigen Skalen zu einer Verbesserung, hier ist der gesamte psychosoziale Bereich zu nennen. Die größten Verschlechterungen sind auf der somatischen Ebene anzusiedeln. In Rehabilitationskonzepten für ältere Arbeitnehmer müssen bei Patienten, die primär einen Rehabilitationsantrag für Erkrankungen der Bewegungsorgane gestellt haben, neben den indikationsspezifischen, trainierenden Therapien, kardiovaskuläre Erkrankungen und Risikofaktoren deutlich stärker berücksichtigt werden. Körper- und arbeitsplatzbezogenes Training sowie individuelle psychologische Interventionen haben weiterhin einen hohen Stellenwert.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/GL1372x75


Informationsstand: 24.10.2007

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