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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ist die ASR - arbeitsplatzspezifische Rehabilitation - effektiv?

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Tiling, Thomas; Nguyen, Bernard


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 62-63, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Es besteht eine gestaffelte Rehabilitation in der gesetzlichen Unfallversicherung. Jedoch stellt sich seit der Einführung der arbeitsplatzspezifischen Rehabilitation (ASR) als Modellprojekt und zunehmendem Interesse und Akzeptanz seitens der Unfallversicherungsträger die Frage, ob die ASR effektiver in Bezug auf die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ist.

Es konnten 232 abgeschlossene ASR Maßnahmen aus dem Zeitraum März 2003 bis September 2005 retrospektiv ausgewertet werden. 54 Prozent der Gruppe wurden einer schweren, 37 Prozent einer mittelschweren und 9 Prozent einer leichten körperlichen Arbeitsplatzbelastung zugeordnet. Die Rehabilitation fand in Modulen statt, auf die spezifische Arbeitsplatzbelastung abgestimmt.

Als arbeitsfähig, gegebenenfalls über eine ABE-Arbeitsbelastungserprobung, konnten 66 Prozent der Patienten entlassen werden. Von den Patienten, die zuvor eine ABE abgebrochen hatten, wurden 65 Prozent arbeitsfähig. Keinen Einfluss auf den Eintritt der Arbeitsfähigkeit hatte eine vor der ASR durchgeführte BGSW-Maßnahme (Berufsgenossenschaftliche Stationäre Weiterbehandlung). Von denjenigen Patienten, die vor der ASR sowohl eine stationäre Reha-Maßnahme (BGSW) als auch eine abgebrochene ABE hinter sich hatten, konnten 69 Prozent arbeitsfähig entlassen werden.

Eine ASR ist sowohl dann sinnvoll, wenn eine stationäre Reha-Maßnahme (BGSW) ohne Erlangung der Arbeitsfähigkeit absolviert wurde oder eine ABE-Maßnahme abgebrochen wurde, aber auch wenn die ABE-Maßnahme nicht möglich ist oder die Unfallfolge möglicherweise die Arbeitsfähigkeit im versicherten Beruf erlaubt. Sinnvoll kann eine ASR auch vor einer Umschulung sein oder wenn trotz EAP/MTT (Erweiterte Ambulante Physiotherapie/ Medizinische Trainingstherapie) und Rehabilitationsfähigkeit kein Zuwachs an Kraft/Ausdauer/ Koordination zu verzeichnen ist.

In der Schlussfolgerung betonen Tiling und Nguyèn nochmals, dass die ASR eine effektive Rehabilitationsmaßnahme ist und auch nach zuvor durchgeführter stationärer Reha-Maßnahme (BGSW) ohne Eintritt der Arbeitsfähigkeit in 66 Prozent zur Arbeitsfähigkeit führt, in 69 Prozent auch nach zuvor gescheiterter Arbeits- und Belastungserprobung. Aufgrund der Effektivität ist die ASR unter Umständen nicht nur eine notwendige Ergänzung der bestehenden Rehabilitationskonzepte.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x20


Informationsstand: 30.05.2006

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