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Aktion Mensch: Online-Befragung zum Thema Mobilität

Die Aktion Mensch hat anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2022 eine Umfrage zu den Themen Mobilität und Barrierefreiheit durchgeführt. Es wurden 1.000 Menschen mit Beeinträchtigung und 500 Menschen ohne Beeinträchtigung befragt.

Ausgewählte Ergebnisse

Barrieren der Mobilität

  • Jeweils 26 % der Befragten mit Beeinträchtigung geben an, häufig auf nicht barrierefreie Bahnhöfe oder Haltestellen bzw. öffentliche Verkehrsmittel zu stoßen. Im Vergleich dazu sind es bei den Befragten ohne Beeinträchtigung nur rund 20 %. Bei den Befragten ohne Beeinträchtigung bemängeln auch nur 14 % dabei die fehlende Barrierefreiheit beim Ein- und Ausstieg in öffentliche Verkehrsmittel – bei Menschen mit Beeinträchtigung sind es dagegen 22 %.
  • 30 % der befragten Menschen mit Beeinträchtigung fühlen sich im Alltag häufiger durch zu kurze Fußgänger- und Ampelschaltungen eingeschränkt. Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung sind mit 40 % besonders häufig davon betroffen. Im Vergleich dazu sind es bei Menschen ohne Beeinträchtigung nur 17 %.
  • Mehr als doppelt so viele Menschen mit Beeinträchtigung (16 %) sind im Alltag häufig durch schwer erreichbare Haltegriffe und Bedienelemente von Fahrkartenautomaten eingeschränkt als Menschen ohne Beeinträchtigung (7 %).

Folgen fehlender Barrierefreiheit

  • Mehr als die Hälfte (54 %) der Befragten Menschen ohne Beeinträchtigung erledigt alltägliche Wege, wie zum Beispiel Arztbesuche oder Behördengänge, in bis zu 20 Minuten. Bei den Befragten mit starker Beeinträchtigung schafft es hingegen nur ein Drittel (34 %) in dieser Zeit. Fast eine*r von 10 Befragten, die sich im Alltag stark beeinträchtigt fühlen, benötigt für solche Wege sogar länger als eine Stunde.
  • Mehr als ein Drittel der Menschen mit Beeinträchtigung traut es sich nicht zu, selbständig unterwegs zu sein und zu reisen (34 %). Unter den Menschen mit einer sichtbaren Beeinträchtigung ist dieses fehlende Vertrauen mit 57 % besonders ausgeprägt. Sehr ungern unterwegs oder auf Reisen sind zudem Menschen mit einer psychischen (39 %) oder sichtbaren Beeinträchtigung (39 %). Bei Menschen ohne Beeinträchtigung ist es hingegen nur eine Minderheit von 18 %.
  • Weniger als einer von sechs (16 %) Menschen ohne Beeinträchtigung fühlt sich unterwegs unsicher und alleingelassen. Bei Menschen mit Beeinträchtigung ist es jedoch fast jeder Dritte (29 %). Bei Menschen mit einer starken Beeinträchtigung sind es mit 40 % sogar noch mehr.

Methodik

Veröffentlicht: 5. Mai 2022
Befragungszeitraum: 15. bis 28. März 2022
Im Rahmen der repräsentativen, quantitativen Online-Befragung wurden 1.000 Menschen mit Beeinträchtigung und 500 Menschen ohne Beeinträchtigung ab 16 Jahren zu verschiedenen Aspekten des Themas Mobilität und Barrierefreiheit interviewt. Die Befragung wurde durchgeführt von Ipsos Public Affairs im Auftrag der Aktion Mensch.