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Chancenspiegel Schule – eine Zwischenbilanz

Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme seit 2002

Ausgewählte Ergebnisse zum Thema Förderschüler

  • Zwischen 2002 und 2014 deutlich angestiegen ist der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, der in einer allgemeinbildenden Schule lernt.
  • So besuchte im Schuljahr 2002/03 mit 13,3 Prozent aller Förderschüler etwa jeder Achte den sogenannten Gemeinsamen Unterricht.
  • Bis zum Schuljahr 2009/10 stieg dieser Anteil langsam aber stetig an auf knapp unter 20 Prozent.
  • Infolge der UN-Behindertenrechtskonvention nahm die Inklusion dann ab 2009/10 weiter Fahrt auf: Im Schuljahr 2014/15 geht bereits jeder dritte Förderschüler (34,1 Prozent) in eine inklusive Schule.

  • Förderschüler sind heute besser integriert als noch im vergangenen Jahrzehnt; immer mehr von ihnen besuchen eine allgemeine Schule.
  • Aber: Seit dem Schuljahr 2002/03 wächst zugleich der Anteil der Schüler, denen Förderbedarf attestiert wird – die Förderquote stieg im Bundesmittel von 5,5 auf 7,0 Prozent. Und deshalb werden auch heute noch anteilig fast genauso viele Kinder wie 2002/03 separat unterrichtet. Damals gingen 4,8 Prozent aller Schüler auf eine Sonderschule, im Schuljahr 2014/15 sind es 4,6 Prozent.
  • Damit ist zwar die Inklusion im deutschen Schulsystem vorangekommen – gleichzeitig sinkt die Exklusion nur langsam.

  • Auch die Öffnung von allgemeinbildenden Schulen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf vollzieht sich in den Bundesländern sehr unterschiedlich.
  • Die durchschnittlichen Exklusionsquoten der oberen und unteren Ländergruppe driften bis zum Schuljahr 2008/09 zunehmend auseinander, nähern sich in den Folgejahren aber wieder an auf 3,5 Prozentpunkte (Schuljahr 20014/15).
  • Die Extremwerte zeigen, dass die Anteile der Schüler in Förderschulen in einzelnen Ländern und Jahren mehr als dreimal so hoch sind wie in anderen Ländern.

Der Chancenspiegel ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung, des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund und des Instituts für Erziehungswissenschaft (IfE) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mit dem ausführlichen Ergebnisband "Chancenspiegel – eine Zwischenbilanz", der im März 2017 veröffentlicht wurde, findet das gemeinsame Projekt nach sieben Jahren einen Abschluss.